Wenn dich dar Blidz triffd

Wenn dich dar Blidz triffd

Doa hoat mich dar Blidz getroaffe. Und dar Blidz is midde durch mei Herz gange. Ich woar innerlich in Flamme gstanne wie a Fagl und hob nix mer gewüsst wu vuerne und hinne is. Ich hob nou gedoacht des gaits nit, dass dar Herrgodd sou a schües Mädle zombrengt. Sie muess auf jedn Fall om Sunndich entsdanne sei, sou schüe woar se mit ihre roade Hoar, ihr Gsicht sou ebemäßich und ihr Figur woar äfoch e Offenbarung. Ich hob a nix mer gwüsst wie mir überhaupt zu dan Ord kumme sen, weil mei Hirnzelle grod nix gschaffd höm, ower mir woarn om Säa zum Zelde und des wunderschöne Mädla woar mit ihrer Freundin doa und woar grod wie die Venus aus em Wasser gstieche. Ich will nit lang rümräid, ower sie hatt mich im Laufe des Oweds, noach em Kennelanne, ausgeguggd, dass ich mit ihr die Noachd im Zeld schloaf müessd oder döff. Ich will jetzt nit verzäihl wos doa im Zeld bassierd is, ower ihr könnt oich selwer denk, wos is, wenn die Lufd blos nou knisderd und die Hormone grod exblodiern. Dass des Zeld nit gebrönnd hoat woar e Wunner. Also ehrlicherweise muess ich sooch, es is nix passiert, außer dass mer gered höm und a bissle rümgegnudschd höm. Ich woar sou aufgeräichd, dass ich goar nit schloaf konnd. Ich hob se die ganze Noachd blos ogeguggt und wie sie früh aufgewachd is hob ich sou geduen als ob ich schloaf, nit dass se doch nou uf annerre Gedanke kümmd und ich nit wäss wos ich hätt moach söll. Des elles wär a ächene Gschichde, ower ich will ugfahr 43 Joahr weiter in die Zukunfd gia. Nur ganz kuez zu dann Zelde: mir hadde onschließend für a poar Woche a heißes Dechdlmechdl und höm uns dann irchendwie kombledd aus die Aache verluern.

43 Joahr späder woar ich amol in der Rhön und hatt in sou e Duerf wos zu duen. Und in dann Momend hob ich mich droa erinnerd, dass die Schüenne vo doamols in dann Duerf gewohnd hoat. Ich hatt nou Zeid und hob überläichd wie ihr Noame woar, ower mir is blos nou ihr Vürnoame eigfalle. Ja des wär wos, wenn ich die nou amol sah däd, hob ich mir gedoachd. Also wos mäichsd de in dann Fall, du gähest zum Pfoarrer oder nei die Abodegg zum Fräache und die Abodegg woar gleich üm die Eck rüm. Doa woar sou a junger Lehrling und ich hob gsochd: „Ich süch a Fraa, die müessd ugfahr mei Alder hob, hoat Angie gehässe und hoat früher roade Hoar gehood“. Dar Lehrling hoat überläichd, dann hoat er die Schefin gehould und ich hob mei Sprüchle noch amoal aufgsochd. Die hoat a e Wälle streng überläichd, is im Koubf ihr Kunde durchgange und hoat gemännd: „Also mir höm kä Angie ower zwä Angelika, die änne is fuerd gezouche und die annere is ugfahr sou ald wie ich gsochd hob und woahnd nou doa im Duerf. Sie hoat mir dan ganze Noame gawe und a die Adress und dann bin ich dohie gfoahrn. Und richdich, die Stroaß is mir bekannd vürkumme, weil ich ja früher schoa amaol doa woar. Ich hob bei dare Adress geglingeld, ower känner hoat aufgemoachd. Doa hoat mich der Mud verloasse und ich bin hämgfoahrn und hob gedoachd: noja, ich hobs wenichsdens probierd.

Es hoat mir ower kä Ruh geloasse und sou hob ich a poar Dooch späder im Delefonbuech die Nummer zu dann Nome rausgsüchd. Wie ich des Delefon a poar Stunn ogeguckt hatt, hob ich mein ganze Mud zomgenumme und hob ogeruefe, weil, wos sölld mir scho bassier. Om annere Ende is änns drogange, hoat sein Noame gsochd und ich mei Sprüchle. Doa säichd die Stimme soufurd: Alwin bist du des? Die Stimme hoat sich oarch gfräd und is mir a bekannd vürkumme und ich hob mich a gfräd. Sou höm mir a ganze Zeid gebabbeld und höm dann gsochd, dass mir uns amol dröff wöllde, weil des ja sou a schües Ereichnis wär. Jetz woar uns ower a gloar, dass des Dröffe nit sou äfoch gähed. Nit weil mir alle zwä verheierd sen, sondern weil die Nadur bei uns zwä bestimmd a e boar Veränderunge eigebaud hoat im verflossene Zeidraum vo 43 Joahr. Kurzüm: Mir höm a Däid in Neuscht ausgemoachd in dare Eisdiele om Busboahnhouf. Sie hoat gsochd, sie hoat als Kennzäche e Ringeldaddoo om Knöchel und ich hob gsochd, ich zieh e Schaged o und due a roade Roase owe nei die Dösche steg.

Es woar Summer, es woar hääß und ich hob gschwidzd wie e Eber, ower ich woar püngdlich um 4 Uhr mit mei Schaged, der Roase und jeder Menge Schweisberle im Gsichd in dare Eisdiele gsesse. Es hoat nit lang gedauerd, no is se kumme. Sie hatt a Kläd o und des Daddoo woar doidlich zu sahn. Mir häm uns soufuerd gekennd, weil ich woar dar änziche Dollag, dar bei dare Temberadur mit e Schaged in dare Eisdiele hoggd. Ihr Stimme hob ich soufurd wieder gekennd, sie woar ümmer nou sou erodisch ogehauchd wie früher. Mir muessde uns a ganze Zeid ogugg, bis mer wieder elles oenanner gekennd höm, ower es woar soufurd verdraud. Mir hatte a schüenne Zeid zom und höm uns wieder für es näxde Moal verabred, weil des scho aufrechend woar.

Es woar elles gued sou, weil, stelld Euch vür, wenn mer früher doch zomgebliewe wäern und geheierd hädde, dann hädde mir uns doch goar nit, 43 Joahr späder, sou dreff könn und des is doch a schüene Gschichde zum verzäihle. Mer muess hald a dan Mud hob, im richdiche Momend ozuruefe und sich äfoch woas zudrau. Denkd jetz blos nit, ihr moachd euern alde Adresskalender auf und ruefd elle euer Verflossene o. Des klabbd ned sou äfoch wie mer vielleichd noach dare Gschichde denkd.

Und mer brauchd dan Liebesgod, dan Amor dozu, dass dar im richdiche Momend en Blidz losschiggd, dar bei dir midde im Herz eischlöed, des ganze obrönnd und zwoar sou oarch, dass noach 43 Joahr ümmer nou a bissle Glued doa is. Ja, dar Liebesgodd is scho a Dunnerkeil.

Fao 221106

Nauf bein Löser

Nauf bein Löser

Dar Löser woar e Instidudion. Ich sooch woar, weil es gait ne nix mer. Dabei woar des alte Wirdshaus amol ganz wichdich für unner Duerf. Es hoat ja nou kä Indernet gawe und nou wenich Fernsehgeräde und sou bis de nei die Wirdschofd für noie Noachrichde. Dar Löser woar noach der Kirch und der Gemää des näxde wichdiche Gebäude im Duerf. Nit ümsusst is es Sunndichs noach die Kirch und noach die Ansproach vom Bürchermäsder uff dara Gemäätröbbe direkt zum Löser zum Frühschobbe, zum Koardespiele oder zum Käichln gange.

Es hoat früher zwä Wirdschoafde im Duerf gawe, en „Felix“ und en „Löser“. Zum Felix bisde zum Tanze gange und zum Löser zu elles Annere: Zum Feiern, zum Tringe, noach em Training, wenn e Versammlung war oder a bei der Kirwes und bei di Fosenoacht. Dar Löser woar die Zendrale und woar a midde im Duerf o die Haubtstroass bei die Kreuzung gelaache. Sou is jeder möglichst kuerz hikumme. Es woar ächendlich ümmer auf. Egal, a wenn de midde om Tooch e Eis wollsd, bisde äfoch nei und diregt hinner der Tüer woar die Eisdruhe gstanne. Dar Löser, des woarn im Brinzib drei Bersona, dar Burkard, des woar dar Medzger und hoat die Soi gschloacht und die Wüerscht gemoacht, die Muedder, die Sophie woar in der Küche und dar Edi hoat sich um die Gedränke gekümmert und hoat obgerämmt und die Tüüsch ogebudzd.

Ja mit dare Wirdschoafd sen mir groaß wuern. Ganz früer hoats doa a nou e Käichlboahn gawe. Doa konnsde vo auße e bissle neiguck und ich höar nou genau des Gegloabber, wenn die Holzkuchl die Holzkäichl ümgschmisse hoat. Des woar ümmer e richdicher Weddbewerb, und sou moancher hoat dahäm die Glöass om Sunndich verpoasst, weil er nou mit die Käichl gschpielt hoat. Es is a ümmer e Bue gsücht wuern, dar hoat e Limo griecht und muesst dann die Kaichl wieder aufstell und die Holzkuchl nei die Rinne läich, damit se wieder noach hinne gelaffe is. Des woar a wichidiches Amd, ower mich hömse nie gfräecht ob ich des moach will. Schood, weil a Limo hätt ich a scho garn getrunge. Vielleicht woar ich nou zu klää, ower vielleicht wollt a mei Voadder nit, dass ich sah wie ar verliert.

Es hoat Koardrunde gawe wu sougoar dar Pfoarrer dabei woar. Ich wääs ower nit ob än dar Herrgodd hölft bein gewinne wenn mer Pfoarrer ist. Die mäste höm Schoafkoupf gspielt und dabei oft ihr drümpf sou uf en Düüsch gehawe, dass die Biergläiser geglirrt höm. Ich selwer hob liewer Griecherles gspielt, des is des mit dan Herzkönich, en Bello und es Sächer und du muest mindestens 3 Schdich moach üm zu gewinne. Egal wenn du hikumme bist, es woar ümmer änner om Stammdisch gsasse mit dann du woas räid konnst  und es is üm dieselwe Deme gange wie hoit a nou. Üm die Bolidig, dan Fussball, üm Autos und noadürlich üm des weibliche Gschlechd. Es is gelacht woarn und es is a oft gschtriede woarn. Mäst hoat mer sich ower wieder zomgeraafd.

Und wache dare Wirdschoafd hob ich Ziehharmoniga gelarnt. Die öarschte Mannschoft vom FC Wasserloase hat amoal e Spoanfärglesse ogesetzt gehot. Ich konnt mir doa drunner nou nix fürgstell, ower elle höm gsocht des wär sou guat und des muess mer amoal mitmoach. Ich hob selwer doamols nou in der Juchendmoanschofft  Fussball gspielt und woar nit eigelode. Jetzt hoat der Sidon ower gsocht es drähet sich üm die Musig. Normalerweise tät dar Heinigls Alfred mit sei Ziehharmiga spiel, dar ist ower nit doa und jetz süche se än, dar wu a bissle Musig mäicht. Weil e Spoanferglesse ohne Musig schmegt nix. Ich hatt mir grood sou e Harmoniga gekäfft und hob mich ogeboude, dass ich spiel könnd. Ich hatt kän Lährer und hob a blos 3 Stüglich sou a bissle gekönnt, wollt ower unbedingt Spoanfärgl ess. Also hob ich spield. Also ich hobs versücht. Ower  mei Finger höm sou gezidderd, dass woarscheinlich känner erkannt hoat, wos ich spiel wollt: „Blau und Weiß wie lieb ich dich“, des Vereinslied vom FC. Ich hob mich oarch gschaamd und obwohl känner wos gsocht hoat, wäs mer ja selwer, dass des goar nix woar. Wie dann des Spoanfärgl kumme is, konnt ich überhaubt nix ess, weil die Gowl nou sou gezidderd hoat, dass des Flääsch ümmer rogfalle is. Ja sou is duerd bein Löser sou moanches Fesdla gfeiert wuern, Gebuersdoche, die Kirwe und die Fosenocht.  Ich hob des guete Esse dobei ümmer nou in mei Gedächdnis.

Ja und dann sen mit die Joahre die ganze Löser noach und noach gsturwe und uf ämol woar die Wirdschoafd a gsturwe und hoat nie mehr aufgemoacht. Schood, ower sou moache in viele Düerfer die Wirdschoafde zu, weil die Arwed jeden Toch känner mehr moach will. Allä dass mer ümmer doa sei muess und ümmer der annere Loit zuhör muess. Des Räide woar scho wichdich und weil känner mehr zuhöard, nahme hoiduzdooch die nervliche Brobleme ümmer weider zu. Schood üm die schüene Wirdschoafdskuldur.

Fao221021

Die Reddung für unnern Dialegd

Die Reddung für unnern Dialegd

Bin ich froah, dass ich doa dabei bin. Es gait nämlich Loit, die unnern Dialegd nou redd wölle. Und ich bin dabei und will genau des. Noilich woarsch örscht in der Zeidung gstanne: „Dialegde starwe aus“. Und des waache dann „Tag der deutschen Sprache“. Ümmer wenicher Loit wölle nou Dialegd räid, viele könnes a nix mer und domit könne ses a nit ihr Kinner waiter gab. Kloar, früher woarsch äfocher, mer is mehr doahäm gebliewe und nit sou weit daus rüm kumme. Und doahäm is nodürlich bloos dar Dialegd gered wuern. Später is e Zeit kumme, do woarsch unmodern mit dann Dialegd und mer hoat gedoacht, war Dialegd red, kümmt vom Duerf und is aweng äfoch gschtrigd. A in der Schuel hoat mer des „Hochdeutsch“ eigfüert. Es hätt ower a des Frängisch sei könn und wär hoitzutoch dann die Amdssproach. Des wär nit schlacht, weil des Frängisch ja wirklich e schöne Sproach is. Bei die Schwoawe würd gschwätzt, in Hesse würd gebabblt, weiter im Osdn würd gsäxlt und bei uns würd gefränglt. Doa gaits nou viele annere Dialegde, ower die gien än nit sou neis Oahr, nein Koupf und neis Hatz wie des Frängisch. Im Gäichetäl, da kroisselts än die Ziehnäichl rüm. Gscheite Loit könne dir erklär, worüm sou e Sproach, die wu örtlich begrenzt blos gsproache würd, jetz blos a Dialegd is und nit als Sproach zäilt. Die sooche, weil es für die Dialegde kä ächene Schrift gait und kä genaue Ordografie, isses kä Sproach. Dialegde wern also bloos gered und nit aufgschriewe. Doa bin ich froah, dass ich des Frängische quasi in dan Rang vo e richtiche Sproach nei häib, weil ich endlich dann Dialegd aufschreib und doamit zu e richtiche ausgewoasene Sproach moach. Wenn sich des a nou rüm red, wüerd mer vielleicht in hunnert Joahr nou o dann Mo deng, dar wus firdich gebroacht hoat, dann Dialegd quasi zu adln und nei en höächer Rang zu häiwe. Vielleicht häst des dann a nix mer Frängisch, sondern noach sein Schöpfer „Albinisch“.

Mei Eldern höm nou Dialegd gered, mei Oma a nou. Ich konns nou und jedesmoal wenn ich dahäm ogerueft hob vo weiter wag, doa hömm elle gewüsst ich telefonier mit dahäm, weil de soufurt in dann Dialegd neikumme bist, ob de gewöllt hoast oder nit. Des is ganz automatisch gange. Obwohl ich noch meiner Meinung hoit sou ähnlich räid wie „Hochdeutsch“, wüsse ümmer ella gleich wuu ich harkumm. „Du bist doch a Frange, oder?“ Also hob ich des trotzdem nou, des dialegdische. Ich bin a froah, dass unner Kinner des nou verstiehn und moanchmoal, wenn alle dahäm sen, moache mer sou en frängische Sprechowed. Ich bin mer ower sicher, dass sich des bei unner Englkinner weiter verliert. Änner hoat mir gsocht, ar liest mei Gschichte garn, ower sei Kinner könnese nix mer laas. Wenn arsch  ower vürlast, no kummese wieder mit. Moanmoal ärcherts mich a annerschtrüm, weil du koannst vielleicht Englisch oder Französisch, ower auf känn Fall richtich Hochdeutsch.

Ja wu koannste nou sou geräid wie de des als Kind gemoacht hoast? Auf der Arwed nit, in der Schuel nit, in der Stadt a nit. Ich bin froah, dass es a poar Vereine gait, die sich üm des frängische Gebabbel kümmern und sich, wie a nou die alte Bauerndeader, mit dann Dialegd ogawe.

Also, bei meiner Reddung vo dann Dialegd, hob ich notürlich a Probleme. Ich konn des aufschreib wie ich räid und wiies aus mir rauskümmt, ower mit dare Schreibweise haberds, weil die gaits nou nit doafür. Des is scho e Unterschied zum Hochdeutsche, doa is alles genau festgeläicht. Sou is mei Ordografie in dare Gschichte sou und in der näxte Gschichte wieder annerscht. Woarscheinlich konn mer a sooch, die Dialegde sen a vo Duerf zu Duerf ümmer annerscht. In Wülferschhause räidese annerscht wie in Wasserloase oder in Öwerdoll. Es is woarscheinlich, dass sich die Dialegde noach und noach ogleiche und sich mehr ähnlich warn, weil sich ja die Mönsche äfoch mehr müscheln als früher. Ower sou e Gebietsfärbung die wüerd blein, dass mer ümmer erkennt wu die Loit ugfahr harkumme.

Doa sieht mer, dass sou a Dialegd doch a wos mit dare Heimad zu tuen hoat und doa äfoch a dezu ghört. Wie ich ümmer fuert woar, hat ich Hämgrangerd wenn ich ghört hob, wie jemand Doidsch red. Wenn ich ower Frängisch ghöert hob, doa hoats richtich wäa getuen. Also is es e bissle in mir dinn, des Frängische und ich möücht goar nit, dass des ausschtirbd. Und daswache schreib ich die Sproach auf, damit se geredded würd. Weil wenn änner im Wasser schwömmt und gähet under, däd ich ne ja a möglichst rauszieh, damit er nit gaanz undergähet. Irchendwann fällt unner Regierung in Münche auf, dass es des Frängische im Nordn vo Bayern nou gait und a schüe glingt, wenn mersch koann. No fräeche se sich, wie des möglich is, und no kummese drauf, dass ich klänner Frange unnern Dialegd zu a Sproach gemocht hob, weil ich des elles in Frängisch aufschreib. Vielleicht frähn se sich und ich griech nou sou a Bürchermedallie oder die Frangenmedallie verliehe wu draufstähet: „Für sei Verdiensde zur Reddung vo die frängische Sproach“.

Doa tät ich mich scho gscheid frääh.

FAO220927

Doa setz dich hi bein Oba

Doa setz dich hi bein Oba

Wie guet des die Natur einricht, dass es Obas und Englkinner gait. „Doa setz dich hi bein Oba“. Dan Satz höar ich jetz ümmer öftersch. Oder a: „koannst du dan Klää amol genamm, du sitzt ja eh grod blos doa“. Ja, namm konn ich dann klänne Schreideifl mit sei 7 Pfund. Grod amol fünef Woache uf dare Welt und schreit wie e noie Foierwehrsirene. Es Maul aufgerisse und los gähet dar Alarm. No söll ich ne nam. Weil ich hätt als Oba sou a beruhichende Oart. Als wenn die siewe Schreipfund wüsste, dass ich dar Oba doazu bin. Wenn ich mich o mei Zeit in dan Alder erinner! Ich mä, ich woar auf jedn Fall viel bröaver und hob seldn gschria oder a goar net. Hätt ja a nix genützt, weil mir in unner Familie früher känn Oba hatte. A Oma woar nou doa, ower die hatt genuch annersch Zoich zu tuen und hoat sich mit uns Kinner nit sou viel ogawe. Also woarscht de in deim Laufstool gsatze oder gelache und hoast gemirkt: Es künnt nit unbedingt jemand a wenn du nou sou jämmerlich schreist. Ganz im Gäichetäl: je lauter du gedäubd hoast, um so mehr höm die groaße Loit en Boucha üm dich rüm gemoacht oder äfoch die Stuwetür zugezouche. Ich hatt doamoals scho mein ächene Trig: ich hob die Loit nei di Aache geguckt, des Maul und die Mundwinkl sou noach unne verzouche und hob äher sou a bissle gemaunzerd, wies die klänne Katze moache. Doa sen die Loit stien gebliewe, höm mich uf en Oarm genumme und mei Fell gstreichlt. Die Medode wüsse die Soichlinge hoit nix mer, also schrein se blos laut und no grieche se gleich wos nein Maul gsteckt, en Schnuller oder die Brust, egal wenn se es Maul aufmoache. Ja und Körwerkontakt muess hoitzutooch a sei, und gschouglt muess war und des en ganze Tooch. Ja wu hoats den des früher gawe! Goar net. Doa woar doch kä Zeit doafür. Ower hoit gaits des. Is ner guet, dass dar Oba nix mer sou koann wie er will. Ar tät a garn wos annersch moach, ower ar muess sei Knouche mehr ausruh wie früher. Und kaum hoat er sich nei sein Reläxsessl gsetzt, muess er schaff. Die Gröaßere muess gfüettert waar, monchmoal a gebobblt und dar klä Schreihals muss gschouglt war. Blos guet dass die Natur des sou wunderboar gerechlt hoat. Dia Natur hoat mir die Kroaft und dan Elan genumme, damit ich Zeit hob für die Engl. Ich bin quasi jetz sou die automatische Schouglmaschine. Des griech i nou hi im Sitze und in meim Alter. Und ich moach Tön wie susst nie im Lawe. Ich hob rausgriecht, wenn ich sou Tön moach wie die Aborigines in Australien mit ihre Didscheridoos, doa is dar Klää e bissle ruhicher. Siehet halt blöd aus, wenn ich im Goarte sitz und es kümmt jemand vorbei und ich moach die Tön vor mich hi. Ja dozu langts nou, ower die Loit denge: Bei dann dauerts a nix mer lang. Ich bin inzwische in dare Kinnerberuichungssache fast e Brofi wuern, dass sougoar mei Fraa säicht, ich söll a wenig die australische Musig moach, wenn se nit schloaf koann, weil Vollmond is.

Ja und ich höar ja a schoa schlecht. Viel schlechter wie früher. Des is ower a wieder e Vorteil. Die junge Loit warn schnell wie verrügt, wenn die Kläne moal sou a richtiche Tour höm und nit aufhöar wölle mit dann Geblegg. Ich hob des sougoar schriftlich vo die Oarndogtere, dass ich nix mer guet höar. Ich hob daswache die noiste Höergeräte griecht und hob die dinn in die Oarn. Dozu gaits für die moderne Geräde e Äbb om Händi, wu mer die ganz äfaoch ausstell koann. Wenn ich jetz dann Klänne hob und ar läicht los mit sei Serenade, mäicht mirsch örscht emoal nit sou viel aus. Wenn die Frequenz noachr höacher würd, drügg ich auf die Handyäbb und des ist wie wenn de e Düer zumäichst, es höart sich ziemlich weit wag o des Gschrai. Sou koann ich des ohne weiteres lang ausghalt, sou dass ella richtich Reschbegt daswache höm. Also du muesst blos dei Höargeräd ausstell, didscheridier wie die Australier und im Owerkörwer wie sou e Mönch im Kloaster hi und har woaggl und scho bist du dar geborene Kinnerbetreuer.

Weil ich nix mer sou guet aufkumm, koann ich mir a nit sou oft woas zum tringe gehoul, des hässt ich muess dann zwangsläufich a nix mer sou oft aufs Klo und koann länger sitze geblei. Es wüerd a nix mer lang dauern, no muess I goar nix mer aufstieh, weil nocher mei Bloase sou ausgeleiert is, dass ich souwiesou e Windl oder en Boidl trooch muess. Doa wüerds a wieder äfocher, weil ich do gleich zoam mit dann Bäbi gewicklt war koan und des spoart ja a en Haufe Zeit für die Loit, die des Kind und mich pfleche.

Sou mäicht des die Natur, es is e Gawes und a Nammes und es hoat jeder a wos davo, egal in wos füer en Alter du bist. Und a wenn ich dann amoal ganz bettlächerich bin hoat des wos Guets. Ich griech die Kinner äfoch mit neis Bett geläicht, weil Wierm hob ich auf jeden Fall nou genuch. Ich brauch dann blos a Modörle, wos mei Bettgstell sou a weng hi und har bewäicht, weil des schouggln koann ich dann nix mer selwer.

Sou, jetz muess ich ower nou a wenig dränier mit dare australische Musig, dass ich fid blei und in Foarm bin, wenns wieder hässt: „doa setz dich hi bein Oba“.

Doa setz dich hi bein Oba

Der schougglt dich doarüm

Der bobblt dich und drüggt dich

Doa wird nix mer gegrinn

Der sitzt doa in seim Sessel

Will ächentlich sei Ruh

Ower wenns Kind wieder sou schreid

Doa is dar Oba soufurd bereid

FAO220914

Es gibt nix bessersch wie wos Gueds

Des konn mer genausou üwer die frängische Sproach gsooch. Nit jeder konn se verstieh, nou wenicher könnese gelaas, ower sie is sou reichhaldich in ihrer Ausdrugsfoarm, dass mer elles guet ausdrück koann und vielfoach sougoar besser. Mästens glingt des sougor viel lieblicher und wenn mer gschennt wüerd, is des daswache a nit sou schlimm. Hoast du a Mädla und hauchst dare e schües Wuerd nein Oar, dann hoat des mästens wos mit Pflanze oder mit Viecher zu tuen. Mei Sunnablümmla, mei Zuggerrüewla oder mai Budderblümmla kumme doa haar, Käferla, Räele, Häsla und Schneckla sen aus em Tierreich. Bist du ganz romandisch drauf, nocher säichst de zu ihr: Mei Stärnpfuzzerla; doa würd a jedes Mädla wääch wie Budder. Wenn de ower gschennt wüerscht, no is des e bissla däfticher. Wenn dar Onkl füher gemännt hoat: du aufgstellter Hüehnerdraag, du Kühaach du verknurbbelst, du Routzlöffl, du Maulaff, du Daabdüddl oder du vermaledeiter Hundsverregger, doa hattsde Angst du griechst gleich wieder a Droochert Schläich oder die Ranze voul. Doa hoast de gewüsst du hoast wieder wo gemoacht wos de nit gsöllt hoast und wos dan Onkl geärchert hoat. Du hoast dich nit oarch aufgerecht, weil es woar ächentlich liebevoll gemäänt. Annerscht woarsch, wenn er gsocht hoat: du klänner Knuuerz oder du Büerzele. Da hob ich mich scho e weng traurich gfühlt, weil ich woar mei ganz Lawe lang änner vo die Klänne und doa muess mer nit anou auf mir rümdrambl. Moanchmoal hob ich a gebleckt oder gegrinn. Ower es hoat mir geholfe wenn ich gedoacht hob, dar is a blos sou e Hömmerloider und halt a blöder Schmarrboidl, obwohl ich nie gewüsst hob wos des bedoit. Wenn ich ne beobacht hob, hoat er ümmer gsocht: Guck doch mit dei Gloatzaache wuannerscht hi.

A beim Schenda sens oft die Vergleiche mit di Tierwelt, die des genau ausdrücke, woas mer määnt. E Biebgöiger is änner dar wu nit noachgait, wenn änner Krautstampferbää hoat oder Elefantestambfer, dann sen des scho gewaltiche Sabbfüess, die wu nei kän Schuh poasse. Schlimmer woarsch, wenn de e Hosadröadl oder a Hundsfod woarscht und es gehässe hoat: du mit dei Raddegsicht. Viel hoat mer a üwer en Vergleich mit em Körwerbau gemoacht. Änner mit em mueds Buggl woar a weng krumm, wenn er dabblet woar, woar er scho gebrechlich und die Dürrmöallerde oder die Suppekoaschber hatte e schmächtiche Figur. Loit mit groaße Händ hatte Doatsche und mästens a Broatwurschtfinger. Und e Hoackenosa, groaße Zinke und mueds Wampe muess mer nit groaß erklär.

Lange Hoar woarn Zöüdl und doa konnt mer dro gezäübl. Mädli woarn gaadli gewoasse wenn se e schüene Figur hatte, später woarn se Flitscherli wenn se ner rümgsaust sen und Drudscherli oder Grischberli wenn se klää wuern, Däägmeichl wenn se zu langsom für des Lawe woarn und Knöarmeichl wenns se ümmer gebleckt häm, wenns kän Grund dofür gawe hoat. E Suelle is äher a liederlichs Weibsstück und im Alter woarsch e alts Raaf oder e alte Scheese. Fraache Kinner wie ich, oder hoit säicht mer hüberagtiv, höm halt amol die Ranze voulgriecht oder sen gscheid getuchtlt woarn. Mei Voadder hoat ümmer gsocht: Halt dei fraache Gusche sust gaits wos und wenn ich doch nou woas wollt hoat er gsocht: Dar Kaas is gesse.

Die Flüch woarn a urfrängisch. Hoats amol nit sou geklappt, hätt mer am liebste gsocht: Himml-Herrgod-Sagramend. Es woarn ower ella kadholisch, daswache hömse Bluetsauremarie oder Zefixlua geruafe, wos vo Kruzifix Halleluja kümmt. Wenn meim Schwiechervoadder e Hoolzscheidle auf die Zieh gfalle is, hoat er ümmer Sakrawull gerueft und des dreimal hinnerenanner; dann hoat dar Schmerz wieder noachgeloasse. Und später hoat er verzäihlt: Leck mich am Oarsch-hoat des gued geduen. Ja, als Frange döffst de kä Joammerlabbe sei, susst koannste gleich naus die Nüss.

Hoit muess ich wieder nei die Kirch und für es Speise, bevor mei Voadder mich derwüscht und doanoach bleib ich nou für die Täff dinn. Guet er hoat sich geärchert, weil ich ne alle schißlang a fraachs Maul ogeheng hob und jetz hoat unner Huund a nou uf die Tröbbe sei Gschäft gemoacht und der Voadder is voll neighäscht. Kä Wunner, dass er auf hunnerdfufzich is. Ower er hoat a sou oft Waagscheißerkönich zu mir gsocht, weil mei Aache sou entzündt wuern, bis die ganze Stroaß mich sou geruefe hoat. Des woar a nit schüe. Dann hoat die Muetter Midleid gehoot und gsocht: Geh har du Loiser, ich woard dich a bissle. No hatse mich uf en Schoos genumme, ich hob nei die Schüerz gschnoizt und scho woar elles wieder gued.

Weil es gibt nix bessersch wie wos Gueds.

Fao220604

Douwe di Trii

Die Trii is e Gelände außerhalb vo Wasserloase. Wenn du Richtung Sulzl föarscht, dann gähets rachts o die Grodde vorbei nauf hinna Richtung Reichl und dann links und scho kümmste nauf die Trii. Ich hob mir nie Gedange gemoacht, wos dar Noame bedeut, ower mei Doud hoat mir des dann erklärt. Früher woar die Trii e richtichs Einödland, e dürre Heide und woar wenich waad. Daswache hoat mer doa früher die Viecher, die Schoaf und die Geens do nauf uf die Weide getriewe und daswache woar des die „Trii“, wos sich vo „Trieb“ obleitet. Zu tringe hoats do nix gawe und des is bis hoit sou gebliewe. Do geits halt kä natürlichs öüwerirdisches Wasser. Des Duerf selwer hässt ja nit ümsusst Wasserloase. Tochsüwer höm die Viecher des Groos gfresse und oaweds sen se üm sou schneller häm gelaffe, weil se Duerscht hatte. Es hoat a duert sou e Saandgruewe gawe und es sen a do ouwe scho Spiele mit em Bool gemoacht wuern und beim Sunnwendfoier, hömse do ouwe des Foier ogebrönnt, weil des woar die höachste Stelle vo die Gemää und sicher hoat mer des Foier bis noach Grassl und nou weiter gsan. Doamals woar des scheinboar scho wie sou e Freizeitplatz und mer is äfoch do nauf zum Feiern gange. Doa hoat sich scho ongedoit, dass des quasi amoal des kulturelle Zentrum vo dann Duerf wüerd.

Es hoat ümmer wenicher Viecher gawe und noach em Kriech is dann ümgeploant wuern und mer hoat die Ami vo Schweifert ogfräecht, ob se nit mit ihr Schiewer dann Platz äiwe moach könnte. Dar Lährer Göttler, dar doamoals dar Schuellährer woar, hoat des eigfäidlt. Sie höms gemoacht und dann is doa ouwe dar noie Fussballblatz higebaut wuern. Wenn mer nit ganz grod hiegeguckt hoat, woar dar Platz fast äiwe, bloos hinne links Richtung Reichl is er e bissle obgfalle. Dar Roase woar nit englisch und es sen dieselwe dicke Groosbüschl do gewoasse wie früher a. Früher höm die Schoaf die Büschl gfresse und jetz höm mer se mit die Fussballschuh rogetraate. Ich konn mich erinner, dass mir zum Sport a mit die Schuel naufgange sen, höm doa die Bundesjuchndspiele gemoacht und notürlich is doa ouwe a Fussball gspielt wuern. Doa ouwe is ümmer Wiind gange und wenn du dann Bool ugadlich getroaffe hoast, hoat dan die Wiindböö hinne fast bis zum Reichl noo getrooche. Fussball höm fast ella gann gspielt und wenn Pogal woar oder e Feier vom Verein, doa woar Bardy ogsocht. Dar Lösersch Burgard hoat en Staand aufgebaut, hoat en Kessel ogheizt und dann hoats Würscht mit Wegg gawe, Kuche, für die Kinner a Nöschzoich und vor allem Bier. Moanchmol hoat änner a e Wuerscht o die Schnuur gebunne und o en Stecke, hoats über die Kinnerköpf gehalte und mir muesst noach die Wurscht schnapp. Ich woar a bloss sou a klääs Stummele, daswache hob ich nit ämol die Wuerscht griecht, außer sie woar nein Saand gfalle. Doa wollt se känner mer, ower ich hob mer se saubergemoacht, dan Saand und die Sächhamese rogeriewe und sie hoat a nou lauwoarm gschmeggt. Dar Staand woar unter en alte Birnbaam und donawe hatte se des vereinseichene Spoartheim gebaut. Mer döff sich des jetz nit sou modern vürstell wie hoitzutooch. Des Sportheim woar viereggich, hatt zum Platz hi e Tür und zwä Fenster und inne dinn woarn zwä Roim. Lings woar dar Raum für die Geräte, die Böll und es Stroiwöchele und rachst woar die Umkleidekabine und doa woarn bloos Hoagge für die Klääder und Bierzeltbenk dinn. Des woar elles. Kä Strom und a kä Wasser. Ower für doamoals woarsch guet genuch. Noach em Spiel is es eh no zum Löser gange, doa konnt mer sich sougor dusch.

Unner Spoartheim woar wie e Schlössle do ouwe gstanne und uff em Dooch woar die Aussichtsplattfoarm. Ringsrüm is e Geländer gange und bei jedem Fest hoat do ouwe uf em Dooch die Mussig gspielt, die Wasserlöaser Bloaskappele. Des woar schüe und weil die Mussig sou hoach dowe gspielt hoat, woar dar Klang bestimmt bis Kissinge zu höarn. Des Geländer ringsrüm woar noatwendich, weil wenn Musigger spiele, no tringe se ach gann amoal a Moass Bier, weil, wenn du sou en Moarsch laut, blöasst verlierschte schnell Flüssichkeit im Körwer und muesst guck, dass de des wieder reihöülst. Sou moanchem muesst mer später die Lädder wieder ro hölf, wenn er nit vo allä gfalle is.

Uff die rachte Seite vom Platz is a Fichteschonung ogeläicht wuern und wie die Fichtli groaß genuch woarn, is do dinn, vor allem wenn´s dunkel woar, gfeiert woarn. Dar Sidon hoat e poar Laderne aufgehängt, hoats schüa schummrich gemoacht und hoat a Schild highengt: „Zur Bikinibar“. Vo dara Boar geits viele Gschichtli die mer sou öffntlich nit verzäil döff, ower alle woarn do ouwe glücklich und es woar oft e unbeschwerte lustiche Stimmung.

Wie gann hätt ich amol a Mädle in dare Fichteschonung geküsst, ower ich woar nou zu klää und Geeld hatt ich a känns dass ich se mit em Cockdäil gfügich hätt moach könn. Ower ämol bin ich mit e Mädle hämgelaffe. Bei die Grotte höm mer uns auf die Baank gsetzt. Ich wollt se grood wos fräech, doa hoat se mich scho geküsst. Ich hat ja nou kä Erfoahrung, ower ich hob mich gewunnert, worüm die Zunge sou weit nein Mund gschouwe wüerd, dass de kaum nou Luft griechst. Beim hämgien hoat se dann gsocht, ich tät des a nou larn mit die Zeit. Des hoat mich scho roogezouche und kä Wunner, dass ich später nei die Kloasterschuel gange bin.

Es woar schüe do ouwe die Trii und noilich bin ich amol wieder naufgfoarn und hob mich ümgeguckt. Des Spoartheim stähet ümmer nou wie e Fels in der Brandung, hoat bloos a poar Riss mehr in sei Mauer und uff en Platz gaits ümmer nou jede Menge Groosbüschel. Es woar a äfochs Lawe ower a gleichzeitich wunderschüe mit Erinnerunge, die ewich bleiwe.

FAO220504

Mit Kinner würscht de verrüggt

Mit Kinner würscht du verrüggt. Und weil sich des Thema Kinner durch dan mäste Tääl vo deim Lawe zieht, ist des ümmer präsend und mäicht dich moanchmol selwer gaga. Egal ob des jetz die ächene Kinner oder die Engkl sen. Wenn se nou klää sen, do blärre se bei jeder Gelachehät und oft wässt de net worüm. Wenn se gröaßer sen, no könnst de moanchmol selwer gschrei, ower du wäßt genau worüm. Kinner und Buberdäd is e ganz ächenes Thema. Sie loasse sich nix mer sooch a wenns nou sou vernünftich is, machen was se wölle und bestimme ihr ächenes Lawe, sou als wennse scho mit dara ganze Weishät uf die Welt kumme sen. Bloos guet, wenn dere bis dohie e ächenes Lawe vorgelaat hoast. Nit lang noach dare kritische Phase kumme die podenzielle Liebhoawer und Bartner und wenn du zwei Töchter hoast, dann liechst du scho amoal, quasi mit dan Gewehr im Onschloch, auf die Lauer und beobachst, war durch die Haustür rei und vor allem möchlichst bald in der Noacht wieder naus gähet. Und wehe wenn dann om Murche unbekannte Schuh vor dara Schloafzimmertüer stiehn. Do drückst du schua moal gedanklich dan Obzuch durch, weil de wässt, jetz is dei Autoritäd goar nix mer waad. Du hoast verluern und arrangschierst dich damit, dass du bei dara Bartnerwoahl vo dei Kinner nix zu socha hoast. Dobai müesste die gscheite Kinner doch wüss, dass Schwiechersöhn und Schwiechertöchter zum Schwiechervoater poass muesse und es besser wäer, mer dät die selwer aussüch als Voater. Es woar früher sou e Zeit, doa woar des sou, ower hoitzutooch leider nixmer.

Es gäet ja in en bestimmte Alter langsom los: „Mir tröffe uns heute bei uns, gugge en Film oder glühn a bissle vor“, soche se. Wenn du zufällich früher hämkümmst als geploant, ist des Wohnzimmer beläicht, a handvoul Loit lieche auf dei Couch und vor allem dei hochprivater Riläxsessl is besetzt vo sou en alternative langhoareter Zeitgenosse. Und dar rechistriert nit amoal, dass du ins Zimmer neikumme bist. Du bist in deim ächene Haus nix mer waad und es wäre guet, wenn du dich direkt neis Schloafziemmer zurückziechst, susst is kä Platz mehr do. Es mäicht ja nix, wenn er sei alte Turnschuh uff en Tüsch lieche hoat, doa wu normal dei Dschibbstüte stähet. Ower dass er sich in meim Sessl brät gemoacht hoat, des is scho a gröasseres Vergehn. Quasi isser domit als Schwiechersohn scho durchgfalle. Überraschend ist es a, wenn du moal früher wie ongekündicht hämkümmst. Da hörscht du von Inne aus em Wohnzimmer a Geroaschl und die Tochter schrait: „Nit reinkumm !!!“ Doabei würd die Wohnzimmertür zugehalte, woarscheinlich bis ella Kläder wieder o Oart und Stelle sitze. Dann hocke se auf der Couch, esse mei Dschibbs und tuen sou, als wenn dar Film total interessant wär.

 A die Phase gähet rüm und es wüerd ruicher im Haus. Die Kinder sind in dara Welt unterwags und wenn se hämkumme, weil se ongeblich die Eltern sah wölle, stelle se ihr Tösche hi und sen im näxte Moment scho wieder fuert. Sie müesse jetz ganz dringend ihr Freunde besüch. Dobei setze se voraus, das die dragerde Wösch in ihrm Rugsoog allää nei die Wöschmaschine hopft und sich a selwer büchelt und es döff a mal wieder wos Guets zu Esse gab. Zeit für Austausch bleit do nit viel, vielleicht wenn mer Glück höm, griecht die Muetter nou wos mit. Selbstverständlich gehöart des Obhoule vom Bahnhouf automatisch dezu und a des wieder Hiebringe. Irchendwann erscheint dann amal e Bartner wu de wässt, sou wie die sich ogucke könnst wos Ernsteres gsei und ruckzuck wüerd geheiert und es sen Kinner doa und du bist in dei letztes soziales Stadium als Großeltern neigeruetscht. Jetzt wern die Heimatbesuche gröaßer, Kind oder Kinner, Moo und die jeweiliche Haustiere, in unnerm Fall nou e Hund und e Katz hopfe aus em Auto. Scho in dar erschte Sekunde siehts in dara Stuwe aus wie uf en Schloachtfeld. Die Schuh lieche irchendwu, die Tösche stiehn im  Wohnziemmer nawe meim Sessel, die Jagge henge o die Stuhllehne, die Lichter brönne überall und ümmerzu, des Wohnzimmersofa ist verwüstet und dei Sessel ist wieder permanent besetzt. Dar Durchenannerfaktor steichert sich exponentiell, wenn die Engklkinder laff könne und spiel wölle. Nix im Haus is dabuu. Schua fallen die öarschte Gläiser, dar braune Kabafleg uf em helle Tebbich würd äher dar gewohnte Foarbton. Wenn dar Tebbich komplett braun ist, siehets a schüe aus, will domit sooch: mer gewäint sich o dann Zustaand. Die Lautstärke ist a komblett annerscht, es wird annere Musig gehört, blos nit Bayern1. Die Engkl sen laut, wenns era guet gähet und sie rümdoob könne. Wenn´s era nit guet gähet blärre se rüm. Dei Toochesablauf wird auf en Koupf gestellt und om beste is, du hoast kä ächene Termine mehr. Es is kä strenger Oblauf möglich, sondern der Tochesablauf is a Anhäufung vo unvorhergsehene Ereichnisse.

Notürlich wüerd gewünscht, dass du als Voater am Morchen die Brödli und Groasoo beim Beck houlst, weil du stähest ja ümmer als Erschter auf. Kä Wunner, du muesst ja früher nein Bett, weil dei Sessl dauern beläicht ist. Dann mäichst du Plän für des Esse, für die Normalesser und für die vechane Abteilung. Dann handelst du e Essenszeit aus, weil die Kinder sen ja jetz dahöm um sich auszuruhen und sie schloafe daswache früh a bissle lenger. Kloar, dass du in dare Zeit wos mit die Engkl mäichst, a wenn du ächentlich früh die gewohnte Zeitung laas willst und jetzt stattdesse Kaba koachst.

Ich bin froah, dass des bei unner Kinner nit sou is. Unner Kinner und Schwiecherkinner rämme ihre Glamode ümmer gleich auf, die Schuh stiehn geordnet beim Schuhfach und die Jagge sen o die Gaderob aufgehängt. A unner Engkl is oarch broav, folchsam und nie nervich. Daswache mouch ich unnern ächene Noachwuchs und unner Engkl, weil die verstiehen ihr Eltern und Opa und Oma todal guet. Do gaits nix. Daswache frähn mir uns a ümmer wenn se wiederkumme, mit ihrm ganze Gebäck, ihr Kinner und ihr ganze Viecher. Des is ümmer e Spoass und mir höm äfoach a spannende Unterhaltung.

Fao 220418

Winterträume

Ich hob grood nou geträmmt vo die Mädli vo unner Klass. Örscht hob ich die Mada geküsst, nocher die Roswida und dann die Marcharede. Des woarn alle drei Mädli vo unner Klass. Ich hob mir füergstellt, dass des Küsse wöarmer is, ower mich hoats gfruern wie ich früh aufgewacht bin. Wie ich nou oas Küsse denk, guck ich zum Fenster naus und mir woar soufurt kloar, worüm michs friert. Dauss woar scho elles weiß, sou als wenns die ganze Noacht gschneiert hoat. Und die groaße Floagge sen in dicke Wolke vo die Frau Holle rogfalle.

Schnell nei die Schuel und es hoat ower als weiter gschneiert und du hoast gewüsst: dann Nochmittoch gähets auf die Schliedeboahn. Bis zum Noachmittooch woar dar Schnie schue sou hoach, dass de Genglich neis Haus hoast schieb muess und a uff der Stroaß woar scho e Seite freigschouwe für die Autos. Dann Schliede hatt ich scho die letzte Tooch aus die Halle unter em Stroah rausgehoult und e weng haargericht. Die Kuve hob ich mit Schmierglpopier bearwet, die Latte fäistgekloapft und vurne hi is e noier Bressbendl hikumme. Jetz konnt ichs kaum erwoart, auf die Pisde zu giehn. Es woar eiskaalt und dar Schnie selber is gfruern, dass es beim Laffe sou richtich geknirscht hoat.

Om erschte Tooch is es zum Eigewäine in die Schweiferter Stroaß gange. Schräch gäicheüwer vom Clodwich woar e kläns Hengla. Des woar zum Übe. Die Pisde is örscht über die Wiese und dann links am Schuelogga Emil sei alte Schoier vorbei gange und uff en gepflüechte Agger ausgelaffe. Doa konnste dich scho amoal en ganze Noachmittooch aufhalt, es woar ower eh kurz, weils früh dunkel woarn is. Es hoat die Noacht und om nächste Tooch weiter gschneiert. Die dicke Flogge sen ümmer nou gfalle und sen dir direkt auf der Zunge geland, wenn du en Mund weit aufgspärrt hoast.

Mir Buewe hatte uns hoit im Ünnerdurf verabred mit die Mada, die Roswida und die Marcharede, weil doa woar e Schliedeboahn, die woar Weltklasse. Dar Startpunkt woar es Nochlschmiedshügele unterhalb vom Säa. Doa hoast du Anlauf genumme und dann is es weiter noach rachts gange und du hoast Foahrt aufgenumme. Dar Wiend is dir über die Haut gfoahrn und schue hatts de roate Backe. Wenn dar Bouda gfruern woar wie hoit, dann woar des dar Idealzustand. Es is geruetscht wie nix und du bist ohne ozuhalte om Kastaniebahm und om Kinnergoarte vorbeigfoarn. Jetz, beim Stromhoisla woar e bissle mehr Neichung und jetz sen die Hoar scho gfloucha. Jetz wieder rachts bis noo die Krautgärte. Des woar e grode Streck, e richtiche Rennboahn. Unte isses ausgelaffe, wenn de bis no kumme bist, weil links und rachts woarn Gröwe. Wenn de do nai kumme bist woar des nit guat und sou moancher hoat sich do ziemlich bloawe Flegge obgehoult. Wenn grod unner Mädli o die Strecke gstanne sen, biste mit Obsicht racht noah o die Gröwe higfoahrn und wenn die gekirrt höm hoaste gewüsst, dass se dich beobochte und dass se sich sougoar Suerche üm dich moache. Ich konn mich nit erinner, das doa viel Schlimmes passiert is. Selbst wenn mir die Eiseboah gemoacht und die Schliede zomgebunde höm. Doa hattste e annersch Gewicht und woarscht wie e Hochgeschwindichkeitszuuch, dass dar Schnia blos sou gtaabt is und die Aache vo die Mädli geloicht höm.

Die nächste Attraktion ower woar dar Höhepunkt vo unnerm Schigebiet: die berüchtichte und gfährliche Todesboahn für Schliedeweitsprung. Die woar aus Kinnersicht wirklich nit äfoch und hoat bestümmt sou gehässe, weil doa früher dar änne oder annere sei Lawe fast verluern hoat. Die Todesboahn, muest de dir vürstell, hatt e mueds Gfälle gehoot und in dara Mitte woarn zwä Stuufe vo fast 90 Groad. Doa bist du zwämol gfloucha ob de schnell oder langsam gfoahrn bist.

Natürlich sen mir sou schnell wie möchlich doa no gsaust und höm sougor en Wettbewerb draus gemocht, war am Weiteste gfloucha is. Des woar a wieder oabhängich, wieviel Zuschauer doa woarn, je mehr, ümsou weiter bist de gflouche und für die Mada, die Roswida und die Marcharede wollste dann Weltrekord brech. Dar Höhepunkt woar ümmer, wenn du Göügerles oder Gigerigi doa no gfoahrn bist. Des woar die Baradedisziblin und hässt, du hoast dich bäuchlings uf en Schliede geläicht und nou jemand mitgenumme dar sich uf dich drauf gsetzt hoat. Da hoast de a viel mehr Gschwindichkeit ghoat und in der Luft hoast de dir überläicht, obs wieder wäha tuet, weil seltn bist de mit em Schliede zom unte okumme. Sou moncher hätts do in die Olympiaauswohlmannschaft vom Schliedeflieche neigschafft, ower die Disziblin hoats nit gawe. Bloawe Flegge hatts de ümmer und monchmoal hoat a die Nose gebluet. Wenn die Mädli vo unner Klass doa woarn, die Marcharete, die Roswida und die Mada, doa woarscht du glücklich und hättst am liebste gehoot, wenn die Gäugerles mit dir gfoahrn wärn.

Auf jeden Fall hoast du en guate Schliede gebraucht. Än wu di Latte nou faist wuern und wu kä Näichl rausgeguckt höm. Ich hob nie en örschte Breis gewunne, weil bei meim Schlieda woarn die Kuve ümmer oarch verruest und dar Holzwuerm hoat im Summer a nou do dro gearwert. Noach jedem Schliedefluchtooch muesst ich die Schrauwe wieder nein Schliede dräha, und wenn die Latte gebroache woarn, is nou a Bried ouwe drauf genoochelt wuern.

Bei uns woarn kä Eltern dabei und höm aufgepoasst, dass uns nix passiert. Die Kinner hoitzutooch höms schwärer des elles zu moache, zumindest wär dar Opa mitgschickt wuern, hätt dann Schliede vom Kevin-Justin-Leander o e Schnuer gebunde und domit noacher en Kevin langsom die Sprungschanze vo die Todesboahn nogelosse. Blos dass er nit von Schliede roofellt und dass nix passiert mit dann Büewla.

Ich bin örscht hämgange, wenn plötzlich mei Füeß nix mer zu spüern woarn. Im Eifer hoast de goar nit gemirkt, das die uff ämol wie derfruern woarn. Kä Wunner, wenn de bloos äfoche Gummistiefl oagehoot hattst. Dahäm hoat dich die Muetter in lauwoarms Wasser gstellt und wenn die Füeß wieder aufgewacht sen, doa hoast de scho moal gebleckt, sou hoat des gebizzlt. Ower des woar des allemoal wart, weil em nächste Tooch hoast de desselwe wieder gemoacht, mit dan Schliede und mit en Göügerles und du hoast geträmmt vo die Mada, die Roswida und die Marcharede, wie mer zu viert uff en Schliede die Todesboahn noo moache und elle drei höm dich irchendwie verliebt oageguckt …..Bauz. Scho woarschte wieder auf en Boude gelaache. Nit es örschte mol, dass de wieder vor lauter Geträmm  aus em Bett gfalle bist!

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Rund üm en Hüennerstool

(Bald startet auch mein neuer Podcast (Pottkaas) mir Geschichten aus der fränkischen Heimat )

Rund üm en Huennerstool

Äer höm mir scho ümmer gfalle, sougor wie ich nou klää woar. Woarscheinlich, weil ich scho früh gewüsst hob, wu die Äer harkumme. Die falle nämlich bei die Hüenner äfoch unter die Flüchl raus. Unner Hüenner dehäm höm ihr Äer im Kaaler in die Wöschküche geläicht. Do hatte se ihr Naast und ich bin früh mit die Muetter nogange und mir höm die geläichte Äer eigsammelt.

„Poass auf, gleich fällt wieder äns unter die Flüchl raus“ hoat die Muetter gsocht.

Und wirklich, kaum hob ich higeguckt, woar scho wieder äns dogelache und is, genau wie die Muetter gsocht hoat, unter dan rachte Flüchl rausgerollt. Ich hob des lang gegläät, ower später bin ich nocher doch nou draufkumme und mei schüene Vorstellung vo die Äergeburt woar dohie. Moanchmol hob ich mich a gschaamt, weil ich des sou lang gegläät hob. Dabei wärsch viel romantischer, die Äer täte wirklich aus die Fader unter die Flüchl rausruetscht, als dass se hinne aus dare Öffnung gequetscht wern, wo des annere Zoich rauskümmt. Mei Voater hoat die Äer, roah wie se woarn, garn gemöicht. Ar hoat ouwe und unte om Ä a Löchle gemocht und hoat die Äer äfoch ausgezüllt. Nä, des woar mir zu rouzich, des hätt ich sou nit gekönnt.

Stellt euch vür, mei Freundin Michaela hoat dann Summer e Hue gschenkt griecht. Worüm wäss ich nit, ower sie hoat ja Platz hinner em Haus. Do hoat se e Ecke eigezoint, die Hue neigsetzt und hoat se uf dann Nome „Gaggalaia“ getäfft. Wos des für a Huesuete woar wäss ich net, ower sie hatt braune Fader, ist gfüettert wuern und is jeden Tooch gewoasse. Sie hoat a gegoaggert, ower wenn ä Hue allä goaggert is des oarmseelich und sou hoat die Nochbere gemähnt, des wär kä Lawe, wenn die Hue allää dorüm läfft. Do hoat se der Michaela nou a Hüele gebrocht und die hoat Agathe gehässe. Die Zwä hatte jetz eine Fräd mitenanner, sen ümmer zomm rümgelaffe und sen, bei dann guete Fuetter, als gröaßer wuern. Eines Tooches wacht die Micha im Morchengrauen auf, weil se ganz komische Laude aus em Goarte gehöart hoat. Des woar doch …. ja richtich, do hoat doch wos gegräht. Und wie se nauskümmt, sieht se die Hue Agathe uff em Pfoste sitze und die gräht und gräht die ganze Nochberschoft zom. Des woar notürlich jetz dar letzte Tooch für die Agathe als Hue und sie is ümgetäfft wuern auf dann Nome „Ramelo“, weil se jetz überraschend doch e Göiger woar.

Es woar Frühling und a dar Ramelo is a nei sein Frühling kumme. Ar hoat dare Gaggalaia blos nou noachgstellt, hoat se beim Kamm gepockt und is dauernd uffere draufgstieche. Damit die des üwerlaat, sen jetz noach und noach nou e poor annere Huenner dazu kumme. Eines Toches is die Gaggeleia ower nix mer aufstanne, is uf em Naast sitzegebliewe und hoat es Brüeta ogfangt. Ruckzuck hattse 10 Äer im Naast, hoat sich aufbebluustert, sich ganz bräät gemoacht und ihr Fader über ella Ääer drü geläicht. Es woar a ganz woarmer Mää, fast schua sou hääß wie im Summer, die Luft woar trugge und noach ungfahr 10 Tooch ist die Gagalaia äfoch aufgstanne und   – du konnst moach wos de wollst –  sie is nix mehr auf das Naast zum Weiterbrüete. Sou als wenn se gedoacht hoat: „Ihr könnt mich ella amol om Oarsch geleck, mir is es viel zu woarm, söll doch die Sunn die Äer ausbrüeht“. Sie is wieder zu ihrm Ramelo und do is se gebliewe. Ja wos mäichst de jetz mit 10 halwerausgebrüehte Äer, wenn die Glugge nix mer will. Die Micha hoat fast gegrinn, wollt ower nit gleich aufgab und hoat sich befräecht, wie des künstliche Brüete gie könnt. Sie hoat aus dare Kommer e alte Kühlbox gehoult und hoat do nei Sachemaal und Stroah geläicht. Vo die Nochbere hoat se en Dermometer und e Roatlicht griecht und mit dann Deckel, entweder weiter auf oder weiter zu, die Temperatur bei ungfahr 37 Groad eigstellt. Inne nei is nou a Höfele mit Wasser kumme wache dara Luftfoichitchkät. Des System woar sou sicherer als wenn se sich selwer draufgsetzt, oder die Äer zu die kranke Oma neis Bett geläicht hätt. Jetz is ower die Arwed örscht richtich losgange, weil die Äer muesste ja fünef mol om Tooch gedrähet war, a in der Nocht. Damit se nit durcherenanner kümmt, hoat se die Seite vo die Äer beschrift vo 1-5 und no hoat se die Äer noch die Zeit gedrähet, vo 1 auf 2 und nocher auf 3 und sou weiter. A Hue wäss des automatisch ower als menschliche Glugge brauchste do scho en Plon. Jetzt woar mit dara Micha notürlich nix mer ozufange, weil ümmer zwische dann Äerrümdräen muesst se a mol schloaf. Die letzte zwä Tooch is nix mer gedrähet woarn und wenns ganz ruhich woar und die Micha hoat gepfüffe, hoat mer aus dare Äer scho sou e ganz leichtes Gebiebs gehöart. Uff ämol hoast de a gsahn, dass die scho ofange vo inne ouwe o die Spitze sou a klänns Löchle neizubeisse und innerhalb vo 24 Stunn woarn vo dare 10 Äer 8 Bibberlich gschlüpft und sen mit ihr gaale Fader in dara Kühlbruetbox rümgelaffe. Fuetter hoats genuch gawe und sou höm die en ganz muntere Eindruck gemoacht. Öerscht woarn se nou in die Küche und noach a poor Tooch sen die Bibberlich naus nein Goarte in sou e Geheche kumme, a vo ouwe obgedeckt, dass weder der Fux und a nit dar Huennerhabicht die houl konnt.

Sou behütet vo die Muetter Micha sen die aufgewoasse, a jedes Hüele hoat sein Nome kriecht und die woarn total fixiert auf die Muetter. Jedesmol wenn die nein Goarte kumme is und gepfüffe hoat, sen die ogsaust kumme und höm gedoacht es geit wos Guets zu esse. Jetz, noach e poar Monat, sen se selwer schua groaß genuch und läiche Äer. Die Micha hoat auf ihrer Terasse a Kürble mit Stroah higstellt und wenn se en Kuche back will, gäet se naus und pfoifft und schua kumme die Hüeli ogerennt und läiche ihr Äer direkt nei des Kürble. Sou guet sen die gezoucha, dass die quasi auf Vorbestellung ihr Äer läiche. Monchmol streite se sich sougor war zuescht läich döff. Soate Hüenner möüchet ich a.

Fao211228

A Weihnocht wie´s früher woar

A Weihnocht wie´s früher woar

Sou oft denk ich zurück o die Weihnochtszeit früher. Manchmoal sieht´s so aus, als wenn des doamols e Märchen woar. Ich hob nou genau des Klingeln vo dan Glöckle im Oahr, wenn´s düwe in die Stuwe geklingelt hoat und mir sen alle nüwer gange, vo die woarme Küche nei die woarme Stuwe, om Chrisbaam höm die Kierze gebrönnt, dar Oufe hoat gebrönnt und unner Herze inne dinn höm gebrönnt, weil direkt unner en Baam die eigepackte Gschenkli gelaache sen. Und es hoat geroche noach Weihnochte, noach Glühwei und Mandarine, noach ogsengte Tannezweichlich, noach echtes Kierzewochs und noach Pletzli. Des Ganze woar wie e schües gemoalts Bild, wie die Mona Lisa im Luvre vo Paris, äfoch einzichoartich. Und es woar wirklich dar Höhepunkt, nit ner vom Kirchejoahr, sondern a vom Kalenderjoahr. Sou is des eigebrönnt in unner Innerschtes und mer konns äfoch raushoul, wenn mer emol do dro denk will.

Ower dar Hälche Owed woar nit des ganze Weihnochte, des is scho viel früher losgange. Des erschte Zäche woar des Milichauto, des jeden Tooch noach Wasserloase kumme is und vo die Milchsammelstelle die Milich gehoult hoat. Wenn die Adventszeit woar, hoat dar Laster vuerne dinn, hinner die Schoiwe, e klänns elektrisches Chrisbömmle stiehn gehoot und des hoat ümmer gebrönnt, wenn dar vo Graßel kumme is und douwe die Höa rogefoarn is. Des woar ümmer so gäiche Elef Uhr und oft höm mir daus en Houf gewoart, blos um des zu sann. Doa is es scho Richtung Weihnochte gange. Irchendwann woar dann a e Christbaam, nou zomgebunde daus en Houf gelache. Oft woar Schnie ouwe drauf, des hoat dan ower nix ausgemoacht. Und dann biste amol vo die Schuel hämkumme und es hoat noach Pletzli geroache. E absolut sicheres Zäche, dass bald Weihnochte doa is.

Die Muetter hoat e poor Tooch hinnerenanner gebackt. Jeden Tooch hoats noach wos annersch geroche, noach Butterpletzli, Vanillehüernli, Kokos- und Nussmagrone, Terasse, Lebkuche oder Anispletzli. Des woarn mei Favorite und ich hob mich ümmer gewunert, wie die üwer Nocht ihr Füessli griecht höm. Die Pletzli sen elle nei Blaachdose oder Schochtel gsetzt wuern und im Schloafziemmer vo die Eltern nauf en Schrank kumme. Mir höm notürlich probier döff, ower des woar nit genuch, bei dan Hunger auf Pletzli, dan wu mir hatte. Für es Chriskind woarsch bestimmt a nit racht, wenn des o Weihnochte blos hoarte Pletzli griecht hätt, und sou höm mir probiert, scho vorhar möglichst viel doavo zu esse. Wie die Eltern uf die Idee kumme sen, dass ich nit nauf dann Schrank kumm, wäss ich nit. Weil des woar für mich änne vo die leichteste Übunge. Wenn ich mich auf des Fueßtäl vom Bett gestellt hob und gsprunge bin, konnt ich mich ouwe o die Boarde vom Schrank fäistghalt und hob mich dann naufgezouche. Oder ich bin auf des Noachtschrenkla gstieche, hob die Tür vom Schrank aufgemocht, hob dan linke Fueß in des Foach vo die Ünnerwösch gestellt und mich vo do aus naufgedrückt. Ouwe hat ich genuch Zeit. Ich hob mich floach hiegeleicht und ä Schochtel noach die annere aufgemocht, ower ümmer blos änn, zwä oder drei vo dare Leckerbisse rausgesse. Des woar e himmlischer Genuss und moanchmol hob ich a wos für mei Gschwister rausgehoult, die woarn kläner und konnte noch nit sou guet klatter. Mei Schokladfinger hob ich dann om Nochthöm vo die Muetter obgeputzt, quasi dobai mei Fingerobdrück hinnerloasse. Ower sie hoat nie gschent, weil se bestimmt gedoacht hoat, wer auf dan Schrank kümmt, dar kümmt a durchs Lawe. Blos irchendwann, wo mer dan Verlust in dara Schoachtel scho gsann hoat, hoattse mol gsocht: „Es wär guet, wenn o Weihnochte nou a poar Pletzli do wärn“. Des woar elles, wos die guete Muetter dozu gsocht hoat.

Früher woar die Weihnochtszeit a oft weiß. Es hoat gschneiert, mit konnte Schlitte gfoahr und o die letzte Tooch vor em Chriskind, ower när wenn Schnia gelache woar, hoat die Muetter nou Praline gemoacht. Doazu is Palmin, Kakau, Mahl, Rum und Vanillzucker vermengt woarn. Dar Tääg ist nei sou klänne Blaachfürmli kumme und die sen naus nein Schnia gstellt wuern. Do muesste mir aufpoass, dass die nit versunke sen, weil se nou a bissle woarm woarn. Wenn se total obgekuehlt woarn, höm mer se reigehoult und gesse, die Schokotannezapfe und die Schokokuchel. Des Ganze woar sou e allmähliche Steicherung bis zum Hälche Owed und mir höm gschpüert, jetzt kümmt bald die Zeit wu elles ruhicher wuerd, damit des Chiskind a wirklich Zeit hoat zu kumme und sich nit erschreck muess, weil elles nou sou in Aufrechung is.

Mir höm des mit dara Aufrechung sou einichermoaßen hiegriecht. Ower om Hälche Owed woar des damit vorbei. Mir sen früh aufgewacht, woarn aufgerecht, weil irchendwie e besondere Stimmung woar und höm gewüsst, hoit isses sou weit. Dar Voater hoat dan Chrisbaam reigebroacht, dan Stumpf obgsaacht, nein Ständer gsetzt und in dare Ecke vo die Stuwe aufgstellt. Mir Kinner höm die Krippe zomgebaut und nocher höm mir alle gemeinsam des Fichtle gschmückt. Ouwe drauf ist die Spitze kumme und ringsrüm ganz bunte Kuchel und Glöckli, hauptsächlich in roate Foarbe. Jeder durft sei Kuchl hiheng wu ar gewöllt hoat. Dar Voater hat nou sou goldenes Engelshoar und sou silberne Lamettafäide beigebroacht, des ist links und rachts o dan Baam higehengt wuern. Für die echte Woachskierze hoats ächene Halter gawe und mer hoat genau guck müess, wu mer die hiezwickt, damit später nit die Zweichli es brönne ofange. Vo die Krippe woar ich ziemlich fasziniert, weil mir doamols scho e elektrische Beleuchtung hatte. Dar Voater hat selwer en Stool als Krippe gebaut aus gegowelte Ästli und des Dooch woar aus Baamrinde. Ouwe im Dooch woar a Fohrodbirnle und a anersch roats Birnle woar unter dann Lacherfoier vo die Hierte, so dass des ganze Foier roat geloicht hoat. Mir muesste blos die Kawl o die Batterie halt und scho is es Licht ogange und weder dan Chriskind noch dara Hierte hoats gfruern, weil mir viel Stroah und Moos higeläicht höm. Ja mir woarn oarch modern mit dan Licht und unner Krippefigure woarn aus echtes Holz gschnitz und höm schüe ausgsann. Lediglich die Hälche drei Könich woarn e annere Suerte und hatte bunte Kläder o. Dar Koaschper hatt e Weihrauchfoos und ich hob mir ümmer vorgstellt, dass dar bestimmt irchendwann amol brech muess, weil´s mir selwer a in dara Kirch ümmer schlacht woar, wenn souviel Raach gemoacht woern is.

Jetz woar dar Nochmittoch a scho vorbei und es is auf´s Esse zugange. Wenn´s kä Gschenke gawe hätt, wär des Weihnochtsesse dar Höhepunkt üwerhaupt gewaast. Mer hot dann scho die Broatkartoffel geroche und die Wüerscht vom Voater sen gekoacht woarn. Dazu hoats, und des woar üwer Joahrzehnte gleich, roate Rüewezulot, Galarüewlichszulot und Schofmöarleszulot gawe. Die Broatwürscht hoat unner Voater als Metzger selwer gemoacht. Sou Wüerscht wie die hoats in dara ganze Republik nit gawe und anscheinend is des Rezept mit ihm ausgschturwe. Es könnt höchstens sei, dass dar Lummels Wendelin, weil er a Metzger is, des alte Rezept nou wäss. Ower des elles zomm, die ganze Gerüche, des woar dar Gschmoog vo Weihnochte. Es woar ümmer gleich und haot sich sou in unner Festplatte eigebrönnt. Ich hob später, wie ich e ächene Familie hatt, probiert, des sou ähnlich zu moache, mit dare Wüerscht und die Zulote, ower es is nie sou hiekumme und wuanerscht woar nit sou wie dahäm.

Noch em Esse woarsch endlich sou weit. Mir höm zom aufgerämmt, woarn dann in dara Küche gsatze und höm Weihnochtslieder gsunge. Dann, wie aus em Nix, woarsch plötzlich doa, des feine Klingeln vo unnerm klänne Weihnochtsglöckle. Ich hob nie mitgriecht, war geklingelt hoat, es muess es Chriskind gewaast sei, weil noch meiner Meinung mir ümmer alle in dara Küche beinanner woarn. Und moanchmol, wenn ich schnell aus em Fenster nausgeguckt hob, hob ich wirklich gemähnt, dass ich im Schneegschtöwer grod nou des goldene Gewand vom Chriskind gsann hob, wies grod üm die Ecke rüm is. Des woar e Sensation, und hattste jetz schoa groaße Aache, do sen die nou gröaßer wuern, wenn´s jetz nei die Stuwe gange is. Die Kierze höm en ganz helle Schein gemoacht und unner em Baam woarn lauter Pecklich gelaache, große und klänne und in viele bunte Foarbe. Mir Kinner woarn richtich ondächtich und höm uns erscht amol alle auf des Kanapee gsetzt. Bei sou viele Kinner muesst ja e Ordnung sei, und dann hoat a jeder sei Gschenkle griecht.

A wenn´s mit dan Geeld nit sou dick woar, öbbes höm mir ümmer griecht und es schüenste Gschenk woar, dass mir alle zom dahäm woarn und es woar oarch friedlich. Ich konn mich bis hoit nit erinner, dass ich mei Eltern doamols viel gschenkt hätt. Rümgedrähet wäss ich hoit, dass mir oarch oarch viel griecht höm. Es woarn wenicher die wertvolle Gschenke, sondern es woar des Gfühl für Weihnochte, des Gfühl für Familie, des Gfühl für Friedlichkeit und die Zeit mitenanner. Des höm mir früher alles griecht.

Die Zeit zum Spiele is bis zur Christmette gange und mir sen alle neis Duerf gelaffe, nei die Kirch. Die woar genauso weihnochtlich gschmückt, die Bloaskapelle hoat gspielt und zum Schluß, wie überoll o Weihnochte ist „Stille Nacht“ gsunge woarn. Dobei is des Licht ausgemoacht wuern, dass när die Kierze gebrönnt höm. Wer sou e Weihnochtsesse ghobt hoat, Gschenke griecht hoat und in der Kirch a nou die Stimmung vo die Stille Nocht mitgriecht hoat, der is irchendwie gsechnet und glücklich  und vergisst des a nie. Und vielleicht gähets dare annere Loit a sou: Mer versücht die Weihnochte sou hiezugrieche wie´s früher woar, weil sich die Erinnerung sou eigegrowe hoat und weils äfoch schüe woar. Sou hob ich mei ganzes Lawe, in jedem einzelne Joahr probiert, dass ich o Weinochte nit auf der Arwed, nit im Urlaub, sondern dahäm bin – und des hoat bis hoit ümmer geklappt.

Es gibt a Lied vom Rudolf Schambeck, dar hoat des a erlebt und des Lied gschriewe:

A Weihnacht wie´s früher woar, an Christbaum mit Engelshoar

Mit a´n Kripperl a´n Stern, ja des hätt´ i so gern

A Weihnacht wie´s früher woar, so friedlich so wunderboar

So selig so froh, des wünsch´ ich mir so

Fao211203