(Bald startet auch mein neuer Podcast (Pottkaas) mir Geschichten aus der fränkischen Heimat )
Rund üm en Huennerstool
Äer höm mir scho ümmer gfalle, sougor wie ich nou klää woar. Woarscheinlich, weil ich scho früh gewüsst hob, wu die Äer harkumme. Die falle nämlich bei die Hüenner äfoch unter die Flüchl raus. Unner Hüenner dehäm höm ihr Äer im Kaaler in die Wöschküche geläicht. Do hatte se ihr Naast und ich bin früh mit die Muetter nogange und mir höm die geläichte Äer eigsammelt.
„Poass auf, gleich fällt wieder äns unter die Flüchl raus“ hoat die Muetter gsocht.
Und wirklich, kaum hob ich higeguckt, woar scho wieder äns dogelache und is, genau wie die Muetter gsocht hoat, unter dan rachte Flüchl rausgerollt. Ich hob des lang gegläät, ower später bin ich nocher doch nou draufkumme und mei schüene Vorstellung vo die Äergeburt woar dohie. Moanchmol hob ich mich a gschaamt, weil ich des sou lang gegläät hob. Dabei wärsch viel romantischer, die Äer täte wirklich aus die Fader unter die Flüchl rausruetscht, als dass se hinne aus dare Öffnung gequetscht wern, wo des annere Zoich rauskümmt. Mei Voater hoat die Äer, roah wie se woarn, garn gemöicht. Ar hoat ouwe und unte om Ä a Löchle gemocht und hoat die Äer äfoch ausgezüllt. Nä, des woar mir zu rouzich, des hätt ich sou nit gekönnt.
Stellt euch vür, mei Freundin Michaela hoat dann Summer e Hue gschenkt griecht. Worüm wäss ich nit, ower sie hoat ja Platz hinner em Haus. Do hoat se e Ecke eigezoint, die Hue neigsetzt und hoat se uf dann Nome „Gaggalaia“ getäfft. Wos des für a Huesuete woar wäss ich net, ower sie hatt braune Fader, ist gfüettert wuern und is jeden Tooch gewoasse. Sie hoat a gegoaggert, ower wenn ä Hue allä goaggert is des oarmseelich und sou hoat die Nochbere gemähnt, des wär kä Lawe, wenn die Hue allää dorüm läfft. Do hoat se der Michaela nou a Hüele gebrocht und die hoat Agathe gehässe. Die Zwä hatte jetz eine Fräd mitenanner, sen ümmer zomm rümgelaffe und sen, bei dann guete Fuetter, als gröaßer wuern. Eines Tooches wacht die Micha im Morchengrauen auf, weil se ganz komische Laude aus em Goarte gehöart hoat. Des woar doch …. ja richtich, do hoat doch wos gegräht. Und wie se nauskümmt, sieht se die Hue Agathe uff em Pfoste sitze und die gräht und gräht die ganze Nochberschoft zom. Des woar notürlich jetz dar letzte Tooch für die Agathe als Hue und sie is ümgetäfft wuern auf dann Nome „Ramelo“, weil se jetz überraschend doch e Göiger woar.
Es woar Frühling und a dar Ramelo is a nei sein Frühling kumme. Ar hoat dare Gaggalaia blos nou noachgstellt, hoat se beim Kamm gepockt und is dauernd uffere draufgstieche. Damit die des üwerlaat, sen jetz noach und noach nou e poor annere Huenner dazu kumme. Eines Toches is die Gaggeleia ower nix mer aufstanne, is uf em Naast sitzegebliewe und hoat es Brüeta ogfangt. Ruckzuck hattse 10 Äer im Naast, hoat sich aufbebluustert, sich ganz bräät gemoacht und ihr Fader über ella Ääer drü geläicht. Es woar a ganz woarmer Mää, fast schua sou hääß wie im Summer, die Luft woar trugge und noach ungfahr 10 Tooch ist die Gagalaia äfoch aufgstanne und – du konnst moach wos de wollst – sie is nix mehr auf das Naast zum Weiterbrüete. Sou als wenn se gedoacht hoat: „Ihr könnt mich ella amol om Oarsch geleck, mir is es viel zu woarm, söll doch die Sunn die Äer ausbrüeht“. Sie is wieder zu ihrm Ramelo und do is se gebliewe. Ja wos mäichst de jetz mit 10 halwerausgebrüehte Äer, wenn die Glugge nix mer will. Die Micha hoat fast gegrinn, wollt ower nit gleich aufgab und hoat sich befräecht, wie des künstliche Brüete gie könnt. Sie hoat aus dare Kommer e alte Kühlbox gehoult und hoat do nei Sachemaal und Stroah geläicht. Vo die Nochbere hoat se en Dermometer und e Roatlicht griecht und mit dann Deckel, entweder weiter auf oder weiter zu, die Temperatur bei ungfahr 37 Groad eigstellt. Inne nei is nou a Höfele mit Wasser kumme wache dara Luftfoichitchkät. Des System woar sou sicherer als wenn se sich selwer draufgsetzt, oder die Äer zu die kranke Oma neis Bett geläicht hätt. Jetz is ower die Arwed örscht richtich losgange, weil die Äer muesste ja fünef mol om Tooch gedrähet war, a in der Nocht. Damit se nit durcherenanner kümmt, hoat se die Seite vo die Äer beschrift vo 1-5 und no hoat se die Äer noch die Zeit gedrähet, vo 1 auf 2 und nocher auf 3 und sou weiter. A Hue wäss des automatisch ower als menschliche Glugge brauchste do scho en Plon. Jetzt woar mit dara Micha notürlich nix mer ozufange, weil ümmer zwische dann Äerrümdräen muesst se a mol schloaf. Die letzte zwä Tooch is nix mer gedrähet woarn und wenns ganz ruhich woar und die Micha hoat gepfüffe, hoat mer aus dare Äer scho sou e ganz leichtes Gebiebs gehöart. Uff ämol hoast de a gsahn, dass die scho ofange vo inne ouwe o die Spitze sou a klänns Löchle neizubeisse und innerhalb vo 24 Stunn woarn vo dare 10 Äer 8 Bibberlich gschlüpft und sen mit ihr gaale Fader in dara Kühlbruetbox rümgelaffe. Fuetter hoats genuch gawe und sou höm die en ganz muntere Eindruck gemoacht. Öerscht woarn se nou in die Küche und noach a poor Tooch sen die Bibberlich naus nein Goarte in sou e Geheche kumme, a vo ouwe obgedeckt, dass weder der Fux und a nit dar Huennerhabicht die houl konnt.
Sou behütet vo die Muetter Micha sen die aufgewoasse, a jedes Hüele hoat sein Nome kriecht und die woarn total fixiert auf die Muetter. Jedesmol wenn die nein Goarte kumme is und gepfüffe hoat, sen die ogsaust kumme und höm gedoacht es geit wos Guets zu esse. Jetz, noach e poar Monat, sen se selwer schua groaß genuch und läiche Äer. Die Micha hoat auf ihrer Terasse a Kürble mit Stroah higstellt und wenn se en Kuche back will, gäet se naus und pfoifft und schua kumme die Hüeli ogerennt und läiche ihr Äer direkt nei des Kürble. Sou guet sen die gezoucha, dass die quasi auf Vorbestellung ihr Äer läiche. Monchmol streite se sich sougor war zuescht läich döff. Soate Hüenner möüchet ich a.
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