Wellengangserotik

Wellengangserotik

Es gibt Menschen, zu denen ich auch gehöre, die Bewegungen auf Schaukeln, auf Schiffen oder auch im Auto gar nicht gut vertragen. Dies nennt man „Reisekrankheit“ und es geht einher mit Blässe, Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen. Auch ich habe diese Krankheit und musste in der Kindheit, das Schaukeln oder Autofahren, immer mit Erbrechen bezahlen. Ich habe viel geschaukelt, also habe ich viel erbrochen, das war es mir wert. Wenn ich heute aber selbst am Steuer sitze, ist dieses Problem kaum vorhanden. Ich habe deshalb den Bootsführerschein gemacht und es ist alles gut gegangen.

Wir hatten das Boot nach Kroatien mitgenommen und hier mit unseren Kindern und mit den anderen Familien, die auch dabei waren, wundervolle Touren gemacht. Wir hatten viel Spaß, aber durch die Kinder auch eine Menge Trubel und so haben wir, meine Frau und ich, uns nach ein wenig Zweisamkeit gesehnt. Dies war in der Hütte, oder auch am Strand und vor allem in der Gruppe nicht durchzuführen und so beschlossen wir, mit unserem Boot, ein größeres Schlauchboot mit einem 6-PS-Motor, hinaus auf die See und in die gewünschte Einsamkeit zu fahren. Es sollte eine schöne Stunde werden, deshalb hatten wir auch eine Flasche Wein und Gläser mit eingepackt. Gesagt, getan und so tuckerten wir, gegen den Widerstand der Kinder, allein zu zweit mit unserer eigenen Luxusyacht hinaus in die seichten Wellen, und zwar so weit, dass wir nicht mehr gehört und auch gar nicht mehr so genau gesehen werden konnten. In einer Entfernung vom Ufer, die mir sicher genug schien, stoppte ich den Motor, um mich allmählich dem erregenden wellenförmigen Auf und Ab des Meeres hinzugeben. Wir öffneten die Flasche Merlot, schenkten uns zwei Gläser davon ein und nach einem erwartungsvollen „Prost“ ließen wir uns auf den mit Teppich ausgelegten Boden des Bootes hinabsinken und waren, abgedeckt vom Bootsrand, somit vom Ufer aus nicht mehr zu sehen.

Eine zittrige wellenförmige Erregung in den Zehen, ein Gefühl wie Ameisenlaufen und Durchblutungsstörung gleichzeitig, ließ mich innehalten und veranlasste meine Füße zu einem unwillkürlichen Zucken. Meine Frau schaute mich freudig und gleichzeitig erwartungsvoll an: „Na, du bist ja schon ganz schön in Fahrt“! Ich konnte ihre Worte verstehen – doch irgendwie nur wie durch Watte – und konzentrierte mich voll auf meine Beine, die ebenfalls anfingen wie ein Vulkan zu beben. Die wellenförmige Erregung hatte jetzt auch meinen Unterleib erfasst und für einen kurzen Moment verglich ich die gespürte Erregung mit meiner erwarteten erotischen Erregung und stellte fest, dass sich in unserem Liebesspiel ein großes Störfeld anbahnte. Als auch der Magen mit einbezogen wurde entrang sich mir ein Stöhnen, das so gequält klang, dass es nicht mehr als lustvoll bezeichnet werden konnte. Abrupt richtete ich mich auf, um meinen Blick an dem feststehenden Horizont auszurichten. Es gelang mir, meine Bewegungssensoren etwas zu stabilisieren und ich wusste, dass wir immer noch, wahrscheinlich von der gesamten Gruppe, beobachtet wurden, hatten wir doch unsere erotische Stunde „on the sea“ so wortreich und blumig angekündigt, dass alle Erwachsenen neidisch waren und schon Pläne schmiedeten, wann sie wohl selbst mit dem Boot hinausfahren könnten. Ich ließ mich also erneut auf den Boden gleiten und zog meine Frau erwartungsvoll mit hinunter. Sie meinte wahrscheinlich immer noch, ich hätte mir für diese, besondere Stunde eine Art neues „Liebesspiel“ ausgedacht. Kaum war ich wieder waagrecht auf dem schaukelnden Boden, gab es eine Art Explosion in meinem Magen. In meinen Augen erschienen bunte Kringel und meine innere Schaukel schleuderte hin und her. Die vulkanische Eruption kam so plötzlich, dass ich meine Frau nur noch zur Seite schieben konnte und mit extatischem unlustvollem Erguss den Fischen Kroatiens einen kulinarischen Hochgenuss in Form von halbverdautem Cevapcici und Diuvecreis zukommen ließ. Die Fische waren froh, meine Frau nicht so, dennoch entdeckte ich in ihren Augen auch Verständnis, ob des unerwarteten Verlaufes. Nach einer Weile hatten wir uns beide wieder beruhigt, es gelang mir den Motor zu starten und wir tuckerten gemächlich wieder in den kleinen Hafen. Auf der kurzen Rückfahrt erholte ich mich schnell und setzte mein Siegerlächeln auf, um allen Beobachtern zu beweisen, wie großartig die letzten Minuten gewesen waren. „Warum ich so blass wäre“? wurde ich von einigen Neugierigen gefragt. „Naja, ich strenge mich halt an, wie ich es immer mache, meine Herren“! Damit waren alle zufrieden und bis zum Ende des Urlaubs auch meine Frau.

Fao250921

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