Hosekühles am Sunntich

Hosekühles am Sunntich

Wie ich nou klä woar, hatte mir dahäm ümmer Viecher gehoot und die höm mir ach gesse, außer die Katz und die Fisch im Aquarium. Im Stool woarn die Soi, im annere Stool die Huenner und dann woar nou hinner em Haus a Stool mit Hoseküh. Die Hoseküh woarn für uns Kinner immer schüa zum spiele, sie woarn flauschich, woarm und hatte ümmer Junge im Nast die wu mer beobacht konnt. Monchmol hömmer sche raus aus em Stool und hömse sou rüm los laff. Manchmal hömer a mit die Hoseböllerli gspielt, die woarn schö rund und uf em Stäbouda sens se wunderboar gerollt. Mir hatte unner Fräd und dafür sen mer a naus die Ecker und höm jeden Toch grües Groos und Ringlbüsch gehoult und gfüettert. Die mäste Hosa hatte Nome und wenn die Muetter gsocht hot: „En Sunntich geits Hosekühles“, nacher ist wieder äns gschlacht woarn. Des hot dann zwoar gfahlt im Stool, mir höm a weng gebleckt, awer noch kuerzer Zeit woarn scho wieder noie Junge do. Beim Schlochte hob ich oft zugeguckt und später hob ich des selwer gemocht. O die Hinnerloif ist des Fell abgsetzt woarn und dann hot mer des Fell uf ämol nach unne über en Koupf gezoucha, möglichst vorsichtig, damits kä Louch griecht hot. Des Fell is dann auf so e Holz gspannt woarn zum truckln und manchmol is so e foahrender Händler kumme, dar hot des Fell für fünef oder zäha Pfennich mitgenumme und Mentel draus gemocht. Manchmol hots a dar Soihöüg mitgenumme, des is dar wu rüm föahrt und vo die Loit die Soi abkäft. Später in der Stadt hob ich amol e Fraa gsahn, die hat sou en Hosekühmantel o und des änne Stück hoat genauso ausgsahn wie dar Pelz vo unner Susi, die wu ich selwer gschlocht hat. Ich hob unwillkührlich „Susi“ gerueft, ower dar Mantel ho kä Antwort gawe. Es woar wohrscheinlich zu kaalt, sonst hät die Frau ja gor kän Mantel ogezoucha.

Hoseküh höm guet gschmeckt. Ich hob mästens des Backefläsch gesse, des wollte die annere net sou. Manchmol woarsch a sauer eigeleicht, ower des Beste woar, wenns nou mit Hackfläsch gfüllt woar. Des hot sou en guete Gschmock gehot, dass de gor nit wos annersch hast ess wöll. Und dann nou Blaukraut und Klöas dazu, a richtichs Festmahl war des. Ja, mir höm früher a guets Zoich gesse und höm uns drauf gfräht. Wenns amol e Notfall woar und es woar nix annersch do, hots öftersch Hosekühles gawe. A Notfall woar a, wenn du mol wieder mit dara Hosaküh gspielt hoast. Die Viecher höm a ihrn ächene Sinn und wollte a manchmol ihr Ruh oder äfoch nein Nast zu ihre Junge. Da hosta die Hosekuh am Schwanz gepockt und feistghalte. Die hatte eine Kroft, die Verrecker, und weil du a nit nochgawe hoast, wor des a richticher Wettkampf. Da haost du scho zwä Heend gebraucht, dass du die a blos a poor Milimeter rückwärts gezoucha hoast. Bautz, woarscht de auf en Oarsch gsasse und hatst des Schwenzle vo die Hosekuh nou in die Hand. „Ou Sakra“, hast de gedacht, „do würds vom Voater wieder a poor nei die Anke gan“. Da biste schnell nei zu die Muetter und host gfräecht: „Muetter, willst de nit am Sunntich wieder Hosekühles moch?“ Sie guckt des Schwenzle in die Hand o und säicht: „Freilich, am Sunntich geits Hosekühles mit Gfüllts. Giah schnell naus und schlocht gleich änne, bevor der Voater vo die Arwert kümmt. Des hob ich dann soufurt gemocht und es woar a guet, weil die Hosekuh ohne Schwaanz hot a nit gsund ausgsahn, hot ganz schö rümgejommert und vielleicht wärsche o dan Toch a nou gschturwa. Zum Glück woarn die Junge schue groaß genuch, dass se vo allä fress konnte und sou is es goar net aufgfalle, dass ihr Muetter gfahlt hot.

Am Sunntich hoats e guets Esse gawe un dar Voater hot sich mueds gfräht, dass sei Bue scho die Viecher schlocht konn.  Zur Belohnung hot er mir nou 10 Pfennich gawe. Er hot ower nit gewüsst, dass des die erschte Hosekuh ohne Schwaanz woar. Für des Fell hob ich blos fünef Pfennich griecht, weil dar Schwaanz gfahlt hot. A Fell ohne Schwaanz is halt bloos die Helft waat.

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Ein Kommentar zu „Hosekühles am Sunntich

  1. Die Geschichte gefällt mir.Wir haben zu Hause auch Kaninchen gehabt.Gschlachtet habe ich keine selbst, aber zugesehen.Es warr immer eine Bereicherung der Mahlzeiten, denn Fleisch gab es sehr selten.

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