Zeit, um zu Hause zu lernen

Zeit, um zu Hause zu lernen

Wegen der aktuellen Krisensituation sind die Unis, die Gymis, die Schulen und die Kitas und noch vieles andere geschlossen. Aber durchaus sind die Schüler und Kinder angehalten zu Hause zu lernen. Es gibt hierzu genügend Angebot und  technische Möglichkeiten. Auch viele Erwachsene haben homeoffice oder dürfen nicht auf die Arbeit gehe, und haben deshalb die Gelegenheit mit ihren Kindern zu lernen.

Bei diesem schönen Wetter verbringe ich viel Zeit mit meiner Enkeltochter Edna Sol im Garten. Eine wunderbare Gelegenheit ihren Horizont und eher vielleicht auch meinen zu erweitern. So gelehrig und wach wie sie heute wieder schaut, wäre ein Naturkundeunterricht bei diesem  frühlingshaften Sonnentag im Garten sicher angebracht und genau das Richtige.

Der Rosenstrauch gegenüber unserer Sitzgruppe wiegt sich leicht in einer lauen Brise und die langen Stiele wippen sachte hin und her.

“Was ist das für eine Blume?“ Mit dieser Frage beginne ich den Freiluftunterricht.

„Mmbba“ antwortet  Edna spontan und schaut mich erwartungsvoll an.

„Richtig!“ antworte ich verblüfft, „eine Rose. Und kannst du mir auch die Farbe sagen?“

„Mmbubub“.

„Nein“ werfe ich ein, „nicht gelb; überleg noch mal!“.

„Mmbubaa“ kommt von Edna nach kurzem kritischem Nachdenken.

„Richtig, rot!“. Ich bin total von den Socken. So ein kluges Kind. Wer ihr das nur beigebracht hat? Sicherlich ist das eine reine Erbsache, denn bislang haben wir noch nie über Pflanzen gesprochen. Das scheint mir total logisch. Und wahrscheinlich kann sie sich auch gerade sehr gut konzentrieren, da im Moment Ablenkung von außerhalb des Hauses nur eingeschränkt  möglich ist. Da Edna auch noch kein Smartphone hat, ist sie sehr aufgeschlossen und wissbegierig.

Wie aus dem Nichts entwickelt der Unterricht seine eigene Dynamik. Seit 2 Tagen sind die Schwalben aus Afrika zurück und wir können sehen wie sie im Tiefflug vom Teich Wasser aufnehmen.

“Abrrr??“ fragt Edna und deutet auf die Schwalbe.

„Fast richtig“ lobe ich Klein-Edna. „Aber es ist kein Spatz, der sieht anders aus“. „Apfffffff?“. Also das Kind ist ja wahnsinnig. Ja! Richtig. Eine Schwalbe. Ich kann es nicht fassen. Wo hat das Kind nur seine Weisheit her? Noch nie hat ihr jemand was über Schwalben erzählt. Ich wechsle nun das Lernfach und gehe zur Mathematik über.

„Also, das ist eine Schwalbe. Wenn jetzt noch eine Schwalbe daneben fliegt, wie viele Schwalben fliegen dann zusammen, na?“.

„Prrrrpffff“ antwortet das Kind.

Ich schüttele den Kopf, aber nicht weil die Antwort verkehrt wäre. Nein, im Gegenteil, die Antwort „zwei“ ist vollkommen richtig! Möglicherweise liegt es an der Sonne, dem herrlichen Wetter oder einfach an der kindlichen Freude etwas Neues zu Lernen. Der Wahnsinn.

Jedenfalls ein gescheites Kind. Woher kann die so was nur schon wissen? Ich hätte das früher nicht gewusst, geschweige denn hätte ich mich in dem Alter schon verständlich ausdrücken können. Aber die Kinder sind ja heutzutage weiter als wir damals und wenn man sich auch noch mit ihnen beschäftigt, dann erst recht.  Klar ist der Wortschatz mit   5 Monaten noch eingeschränkt, aber ein bisschen Stolz bin ich schon, schließlich hat sie ja meine Gene. Ich bin gespannt was sie alles spricht wenn sie noch 1-2 Monate älter ist.

Also nutzt die Zeit, nehmt das Positive an den Einschränkungen mit und beschäftigt euch mit euren Kindern oder Enkeln, soweit sie im selben Haus wohnen.

Ihr werdet jeden Tag aufs Neue überrascht sein.

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