Flüchtlingspolitik – Das Dublin-Verfahren

Der Anschlag von Solingen zeigt erneut die Unzulänglichkeiten und die vielen ungelösten Problemstellungen innerhalb der Flüchtlingspolitik, oder politisch ausgedrückt, der irregulären Migration. Im Endeffekt kann es keine gute Lösung geben, weil die Gesetze unserer Gesellschaft (worauf sich unsere Werte, unsere Kultur und unser, im Vergleich zu anderen Ländern gutes und sicheres Leben stützt), weil europäische Gesetze und Abkommen, weil ethische und auch religiöse Vorgaben einen starren Rahmen setzen. Innerhalb dieses Rahmens muss man sich bewegen und stößt aber immer wieder an die Grenzen des Machbaren. Dies ist für Viele unbefriedigend.

Wovon reden wir nach Solingen? Ausgehend von einer scheinbar gescheiterten Flüchtlingspolitik mit zu vielen Migranten, massiv überlasteten Flüchtlingsämtern, zu wenig Personal bei der Verwaltung und den Polizeikräften um bereits bestehende Möglichkeiten auszuschöpfen, sind wir jetzt bei Detaildebatten um Messerklingenlänge und vermehrter Abschiebung gelandet. Nichts davon löst nur im Ansatz unser Flüchtlingsproblem. Vor allem der Satz: „Wir müssen die Abschiebungen steigern“ wird auch von Politikern, Parteien und von anderen Menschen, die diesen Einzelpunkt nicht annähernd überblicken, gerne verwendet. Ich beschäftige mich schon länger mit diesem Thema und möchte einen kleinen Überblick über das Thema „Abschiebung im Dublin-Verfahren“ und die damit zusammenhängenden Problemstellungen geben.

Der Täter von Solingen unterlag dem Dublin-Verfahren. Was ist das?

Das Dublin-Verfahren dient der Zuständigkeitsbestimmung zur Durchführung des Asylverfahrens in einem EU-Mitgliedstaat. Es bezweckt, dass jeder Asylantrag, der auf dem Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten gestellt wird, materiell-rechtlich nur durch einen Staat geprüft wird. Damit soll die Sekundärwanderung innerhalb Europas gesteuert bzw. begrenzt werden. Ergibt die Prüfung durch das Dublin-Zentrum in Deutschland, dass ein anderer Mitgliedstaat für die Bearbeitung des Asylantrages zuständig sein könnte, wird ein sogenanntes Übernahmeersuchen an den betreffenden Mitgliedstaat gerichtet. Flüchtlingspolitik – Das Dublin-Verfahren

Stimmt der Mitgliedstaat dem Übernahmeersuchen zu, stellt das Bundesamt die Unzulässigkeit des Asylantrages fest und ordnet die Abschiebung in den zuständigen Mitgliedstaat an. Dagegen kann die betroffen Person Klage erheben. Erst nach einer gerichtlichen Entscheidung über den Antrag auf aufschiebende Wirkung ist eine Überstellung möglich. Die Überstellung hat innerhalb von sechs Monaten ab Zustimmung des Mitgliedstaates zu erfolgen. Befindet sich die betroffene Person in Haft, beträgt die Überstellungsfrist 12 Monate. Ist die betroffene Person flüchtig, beträgt die Überstellungsfrist 18 Monate. Der konkrete Vollzug der Überstellung obliegt den Ausländerbehörden und der Bundespolizei, die die Planung der Überstellung durchführen. Kann die Überstellung nicht im obigen Zeitfenster durchgeführt werden, geht die Zuständigkeit für die Prüfung des Asylantrages auf Deutschland über.

Eine Rückführung ist eine Kette, eine Folge von Entscheidungen, bei denen viele Menschen und Behörden beteiligt sind, z. B. das BAMF, die Ausländerbehörde, Landpolizei, Bundespolizei, Überstellungstrupps der Polizei, Abschiebehaftanstalten, Ärzte, Sozialarbeiter, Fluglinien und die Behörden der Zielländer. An jedem Glied in dieser Kette kann eine Abschiebung scheitern und es ist einfach nicht möglich, ein Abschiebeverfahren, das heute nicht gelingt, einfach auf morgen zu verschieben. Es gibt viele Gründe für ein Scheitern, z.B. der Flüchtling wird in der Unterkunft nicht angetroffen, es besteht eine akute Erkrankung des Flüchtlings, der Pilot des Flugzeuges weigert sich den Flüchtling an Bord zu lassen, es gibt kurzfristige rechtliche Einsprüche oder das Land zieht seine Zusage zurück. Ein anderes Problem sind die vorgegebenen Zeitfenster und Orte der Zielländer. So dürfen Rückführungen nach Bulgarien nur über den Flughafen Sofia Montag bis Donnerstag von 9-14 Uhr erfolgen. In dieser Zeit gibt es nur etwa 10 Flüge aus ganz Deutschland nach Sofia. Andere Länder nehmen, trotz der aufgestellten Regeln, einfach keine Flüchtlinge zurück.

Zurückgeführte Menschen sind keine Verbrecher. Sie sind nach der Rückführung frei und können auf verschiedene Wege wieder nach Deutschland kommen. Dann beginnt das gesamte Verfahren wieder von vorne, bei gleichem Ergebnis wieder mit einer Abschiebung. Hier ist auch eine Inhaftierung zur Sicherstellung der Abschiebung möglich.

Wie ist die Lösung für die gesamte Problematik? Die erneute Forderung nach Solingen, zumindest Straftäter nach Syrien und Afghanistan abzuschieben geht weltpolitisch einfach nicht, auch wenn Politiker jetzt im Wahlkampf damit hausieren und auch wenn jetzt öffentlichkeitswirksam ein Rückflug erfolgt ist. Mit einigen afrikanischen Ländern z.B. gibt es Abkommen für die Rückführung. Diese werden dann auch häufig in größeren Gruppen durchgeführt. Auch wenn man anerkennen muss, dass sich im Vergleich zu den Vorjahren die Anzahl der Rückführungen gesteigert hat, ist das Problem eklatant und die Zahlen sind, je nach Quelle, unterschiedlich. Im März 2024 waren 232.000 Personen ausreisepflichtig, davon sind von Januar bis März 5000 Personen abgeschoben worden. Mehr gibt dieses System zum Grundproblem der irregulären Migration nicht her und ist auf keinen Fall eine Lösung dafür. Vielfach wird angeführt, die finanziellen Zuwendungen und Gesundheitssysteme für die Ausreisepflichtigen zu beschneiden. Das führt jedoch zu vielen anderen Problemen wie zunehmender Kriminalität, Vernachlässigung von Kindern und Krankheitsfällen. Eine Möglichkeit wäre sicherlich eine Begrenzung der ungezügelten Zuwanderung, das ist eine hohe – nicht nur Deutsche – sondern Europäische Aufgabe. Jeder Einzelne von uns kann jedoch zur Spannungslösung beitragen, indem wir versuchen uns um Migranten zu kümmern. In jedem Ort in unserer Gemeinde z.B. gibt es Häuser in denen Migranten untergebracht sind, häufig abgeschnitten von Deutschkursen, Ämterzugang und Einkaufsmöglichkeiten. Diese bewegen sich zwangsläufig in ihrer eigenen Kultur und unterliegen dem negativen Einfluss der einschlägigen Internetportale. Diese Menschen müssen wir quasi an die Hand nehmen, Ihnen helfen und in unser Leben mitnehmen. Das ist eine Aufgabe, die kein Staat leisten kann, aber eine Gesellschaft oder eine Stadt- oder Dorfgemeinde. Politisch wird etwas getan, wird sich auch manches verändern, aber es wird noch lange dauern, durchschlagende positive Lösungen zu erreichen.

AlbinFriedrichOT, 30.8.24

Mei Schloaf, es Niggerle und ich sen sou e Drio

Ich und mei Schloaf sen wirglich uralde Kumbl und sen quasi midenanner aufgewoasse. Mir woarn scho ümmer e kombagde Einheid und wenn ich ne gebrauchd hob, waor er doa und hoad sich zu mir nein Bed geläichd.  Guad hoad ar mir geduen, hoad mich früh aufgeweggd und is dann selwer verschwunde, damid ar sich irchendwoo ausgeruh koan. Mäasdens hoad ar mich in der Noachd dräm loass vo weid endfernde Weldn und schöane Mädli, hoad mid mir uff die wäche Madraze gekuschld und hoad mei Admung langsam gemoachd, bis mei Aachedeggl zugfalle sen. Sou über die Joahre sen mir ower, wie in jeder guede Beziehung a, sou e bissle quer midenanner kumme. Jedz, noach all die Joahre, mähnd mei Schloaf, er müessd grod oaweds, wenn ich mich hiläich nein Bedd, auf Wanderschoafd gieh. Ich hör ne nou wie er säichd, zäil schua amoal die Schäfli, ich kumm gleich – ar bleid ower länger fuerd wie ich will. Ich wälz mich vo änner Seide auf die annere, es hölfd nies, ich bleib allä. Er is woarscheinlich meileweid fuerd, obwohl er genau wäss, dass ich ohne sei Anwesenheid nid schloaf koann. Wenn ich im Bed lieche blei, schdoacheld ar mei Gedange o und niemmd mich geisdich mid auf sei Wanderschoafd. Öerschd zeichd ar mir noch amoial alle Schdazione vo dann hoidiche Dooch. Egal wu ich woar, er gähed mid mir noch amoal doahie und führd, des gläbsde nid, noch amoal dieselwe Gschbräche, die ich ja scho kenn, a wenn die nid sou oangenehm woarn. Ich soch höar auf, loass mir mei Ruh im Koubf. Doa wanderd ar direggd auf dann nächsde Moarchen, zeichd mir mein Doochesbloan, löassd mich in Gedange erleb wie ich aufstieh, mich wösch und zurachd moach. Ar mäichd dann a scho noie Blän für dann Dooch, überläichd mid mir wos ich oazieh söll, süchd mei Grawade raus, schreibd auf en Zäidl wen ich alles oaruef muess und wos ich eikäff söll. A wenn ich ne oaschrei, loass mer mei Ruh, er höard öerschd auf, wenn mei Zäidl zum Eikäffe ferdich gschriewe is, im Koupf dinn. Vor lauder Ärcher doa drü, denk ich, dir zeich ichs und stieh wieder auf vom Bed. Und damid ich sei Gedange aus meim Koubf rausgriech, sedz ich mich zur Schdroaf in mein Sessl in der Schduwe und moach en Fernseh o, a wenns scho früh halwer zwä is. Doa söll ar när amoal im lääre Bed noach mir süch wenn ar zurüg kümmd. Dar Schloaf niemmd kä Rügsichd drauf, dass ich früh ausgeschloaffe hob muess und im Koubf fid sei söll. Ar mäichd sei ächenes Ding und löassd sich nix sooch. O moanche Dooche dauerds lang bis ar wieder zurück kümmd. Und dann dauchd ar auf, wenn de ne goar nid gebrauch koannsd, zum Beischbiel bei e Beschbrechung.  Doa kümmd ar dann uf ämoal mid seim gläne Brueder, dem Niggerle. Dar is heimdügischer, weil dar hübfd dich urblödzlich vo die Seide o, egal mid wan du grod reds und dich konzendrier söllsd. Noa moache die zwä als dein Mund auf zum Gähne und ziehn o dei Aachedeggl, dass de se kaum aufloass koannsd. Schbädesdens jedz fräache die Loid, ob ich se verschdanne häd, weil ja mei Aache zu sen. Ihr gröassder Drigg is, dass se sich auf die Musgl drauf läiche und die mid sou e Schlaffheid überziehn, dass de dich soufurd hiläich willsd. Ja jedz is grod amoal Noachmiddoch, und wenn de noachgaihsd, no ruhn die sich alle zwä jedz mid dir aus und dar Schloaf erhöuld sich sou gued, dass ar hoid oaweds wieder auf die Birsch gähed. Oich gab ich Bürschli, hob ich gedoachd. Ich hob mei Gschbräch oaschdrengend zu Ende gebroachd, bin Richdung Sessl gelaffe – des Niggerle hoad sich scho die Hend geriewe und abblaudierd –  ower dann bin ich obgebouche und direggd nei die Küche. Die Kaffeemaschine is oagschbrunge, ich hob auf „exdra schdoarg“ gedrüggd und doa is des Niggerle scho ängsdlich zoammgezzugd. Bis dar Kaffee durch woar, nou schnell 10 Gnieboiche, doa wäs ich a, dass dar des nid mouch. Und dann loass ich dann Kaffee Schlugg für Schlugg in mei Kehle neilaff. Und mid jedem Schlugg mirg ich, wie mei Schloaf und des Niggerle sich wieder aus mir rauswinde und sich irchendwu hi vergrümmln. Ich boass nid auf, wu se jedesmoal hiegiehn, ower woahrschlich schdegge se im Wohzimmer in der Nähe vo die Caudsch, weil de doa soufurd müed würschd, wenn de in die Nähe kümmsd. Weil dar Schloaf mich geärcherd hoad, ruef ich ne nou noach: „Hoid oaweds um halwer zwölef bisde doa, vorhar brauchsde dich nid sah zu loasse“! Sou, dare hob ichs für hoid gezaichd.

Bin gschbannd, ob mei Schloaf sich hoid oaweds büngdlich schschdelld, sussd moach ich mir a ganze Kanne voul Kaffee und schdell se aufs Noachdschrengla. Und dann koann ar moach wos er will, ich moach en Schdreig mid Schloafendzuuch und in mir kümmd dar nix mer sou schnell nei.

AlbinFriedrichOT240206

Dar Käbdn vo unner Hollerbüxegeschwader

Ich konn mich nid erinner, dass mir als Kinner sou viel Schbielzoich hadde, wie die Kinner hoid. Vor allem nix wos gekäfd woar. Doa muessd mer ofd äfoch selwer dädich war. Mir höm o Holzscheidli seidlich glänne Räider higenochld, des woar unner Audo. Oder mir höm ganze Eiseboahnzüch sou hargschdelld. Alde Leisde sen raudeförmich zoamgeglebd oder gebunde wurn, hinne is e Schwanz aus Wurschdbindfode und Bildzeidungsschnipsel hikumme, die Fläche is obgedeggd woarn mit Stoff oder a dünns Boabier – und scho is dar Droache gflouche. Wenn mer wos zum Grachmoache gebrauchd hoad, sen Hollerbüxe gebaud wuern. Des woar nid sou äfoach und es hoad nid jeder gekönnd. Mei Ongl Paul woar sou e Schbezialisd und hoad moanchmoal äne gebaud und ich had des Gfühl es is ne leichd vo die Hand gange. Hoid gaids goar nix mer viel Loid die des bau könne, weil känner mer wäss wie. Des Wisse gähed mid die Loid nein Groob und des alde Wissen is verschwunde. Doa versoachd sougoar des Inderned und wäss a nid viel über dan Bau vo Hollerbüxe. Ower ich hob nou e lebendichs Exemblar mid dan spezielle Wissen in Wasserloase gfunne. Dar Wolfs Helmud schdelld in seiner Wergschdadd nou sou Büxe har und hoad e ganze Sammlung doavo. Ar hoad mir äne vo seiner Büxe gschengd, wie ich ne zu dan Dhema inderviud hob.  Des hoad mich oarch gfrähd und sie funkgionierd ordnungsgemäss, souweid hob ich se scho brobierd. In der Dierweld isses doch sou, mer versüchd seldene Exemblare zu erhalde und noachzuzüchde, damid a die Noachweld die noch amoal ogegugg koan. Des is bei dann Helmud nix mer sou äfoach, weil dar is ja üwer des Fordbflanzungsalder drü nü. Sou muess es lang, dass er mir sei Wisse quasi weitergawe hoad und dheoredisch könnd ich des Geräd scho noachbau.

Mer niemmd also en Oosd vom Hollerbusch, vielleichd 30 cm lang und 4 cm digg. Dar soll möchlichsd grod sei und kä Seidedriebe hob. Dann koann mer mid sou en 19 Millimeder Langbohrer des Moarg inne rausboahr. Wörüm 19 Millimeder, weil die Munidion, die schbäder doa nei kümmd – und zwoar die Koarge vo die Weifloasche – dann gued neiboasse. Die Bohrung wüerd inne noachgschliffe, damid se möglichsd glood is. Doazu brauchds dann noch en Schdössl aus Hoslnüssschdegge mit e Oard Griff hinne droa, dar wu in die Öffnung gued neiboassd. In die vuerdere Öffnung kümmd e Koarge nei und a in die hinnere Öffnung. Jedz schdöassd mer dann hinnere Koarge mi dan Schdössl schnell nei und dann hääds dan vurdere Koarge durch die Kombrimierung vo die Lufd vuerne naus. Des mäichd en Gnall und wenn de dan Koarge on Koubf griechsd, mirgsde des. Es is quasi die Dechnig wie bei e Lufdgewehr. Die Koarge vo hoidzudooch aus Blasdig sen nid geeichned, weil die nix ruedsche. Blos die alde echde Koarge, die nou aus dare Rinde vo die Koargäche hargschdelld sen, die fungdioniern. Ziel koan mer doamid nid sou gued, ower mer koan en Weddbewerb moach und es Schoierdoor wüerd mer scho dröffe. Moanchmoal sen mer loos und höm brobierd die Laderne o die Schdroass zu dröffe oder a die Fensderschoiwe vo die Loid. Es hoad früher scho öarmere und bessere Loid gawe. Dar Unterschied woar, dass die bessere Loid a gröassere Schoiwe hadde und die woarn äfoacher zu dröffe. Mäsdens is nix kabudd gange, ower wenn die Loid oweds in der Schduwe gehoggd woarn und wollde ihr Ruh, doa koan ich mir hoid scho vürgschdell, dass des a moanchmoal gschdöerd hoad. Mir muessde dann ganz schnell fuerd renn, wenn dar Mo rauskumme is und gfluchd hoad. Die Koarge muessde mer dann hald obfer.

Wie richdiche Drabber in Ameriga, hatte mir sou glänne Boidelich dabei, wu unner Munidion din woar. Damid mer se beim Schbiele erkenne, hadde mer unner Ofangsbuchschdoawe draufgemoald. Ab und zu hom mer a richdiche Wehrübung gemoachd wie bei dare Bundeswehr. Ämoal woar oweds Kirch und mir hatte unner Gewehre midgenumme und bei die alde Schuel verschdeggld. Noach die Kirch sen mer auf Joachdübung gange und hadde die Fensder im Visier. Als häd dar Moa drauf gewoard is er uns soufurd noachgerennd. Ich durch die Gasse, über en Agger, durch en Busch und woar a schnell dahäm. Dar Moa is kumme, hoad bei uns geglingld, had en Koarge mid e „A“ in der Haand und hoad sich beschwerd. Die Muedder hoad gsochd, ich könnd des nid gewassd sei, weil ich ja in die Kirch woar und doanoach gleich häm kumme bin. Und es gaid viel Nömmer vo Kinner, die mit „A“ oagiehn. Ich hob fäisd en Koubf gschüüdld, als se mich gfrähechd hoad, ob ich wos doamid zu duen hob. Es woar ja nid richdich gelouche, weil ich hob ja nix gsochd und dass ich mei Waffe zur Kirch dabei had, hob ich a nid gsochd. A beim näxde Beichde hoad dar Bfoarrer mei Geheimnis nid erfoahrn. Ar häd ja frähech könn, hoad ar ower nid, weil in seiner heilichen Allwissendheid woarsch ihm eh gloar.

Sou hoad sich a doadurch des Wisse um die Hollerbüxe erhalde. Und daswache due ich dan Wolfs Helmut nou im noachhinein zum Käbdn vo unner Hollerbüxegeschwader ernenn.

AlbinFriedrichOT240201

Vorsädze und Voraussoache für Zwanzichvierezwanzich

Ooch, die guede Vorsädz o Noijoahr. Wie ofd hoad mer die scho gemoachd und wie ofd hoad mer gemirgd – scho noach a boar Dooch, oder scho noach a boar Schdunn – die loasse sich nid eihald, a wenn de dich nou sou oaschdrengsd. Grod om Oafang vom Joahr wern die gemoacht. Es gähed in der Reechl üm Gsundheid, Karriere, üm die bersönliche Endwiglung und a viel üm die Beziehung in dere mer is. Mer sedzd sich e Ziel wos mer erreich will und mäsdens hoad des doamid zu duen, dass mer wos moach will, üm sei ächene Lebensqualidäd zu verbessern, wie zum Beischbiel des Oabnahme. Mer säichd, ich will fünef Kilo oabgenamm bis die Oasder. Mer is nou oarch modivierd, vielleichd a, weil sou e nois Joahr än e bisle Kroafd gaid und mer fengd dann o und issd wenicher. Oh je, wie ofd schaffd mer des wieder nid bei die viele Gebuerdsdooche, wu mer schoa eigeloade is. Sou e Vorsadz is oaschdrengend und dar Mönsch is ja sou geboold, dass er unoangenehme Sache mehr sou im Hindergrund held. Noach dare öerschde Geburdsdoochsfeier säichd mer dann scho: „Mensch ich wolld ja, ower bei dare nächsde Feier brobier ichs auf jeden Fall“. Mer koann ja schließlich nix doazu, wenns doa a wieder Schbiessbroade und Klöass gaid. Vielleichd höms die, die oarch kadholisch sen, e bissle leichder, weil die dann zum Beichde müasse, wenns nid glabbd, obwohl es Schbiesbroadeesse mir nid als groasse Sünd bekannd is.

Ich selwer hob ächendlich kä sou Vorsädze, äher sou glänere Ziele oder Wünsche, haubdsächlich a wache es viele Esse. Ich schaff doa gued mid meiner Woach im Bood zom und ich wünsch mir, dass dar Zächer irchendwann bei e beschdimmde Zoahl schdiehn bleid. Wünsche giehn ja nid sou ofd in Erfüllung, daswache is es a nid schlimm, wenn des nid sou glabbd, weil dann is auf jedn Fall die Dechnig voa die Woach schuld.

Wenn mer ower als mirgd, dass die schdrenge Vorsädze nid eigehalde wern, koann mer a unglüglich wer. Es gaid ja die Undersuchunge doa drü, wos die Mönsche bei uns im Land für Vorsädze höm. Die Vorsädze wegsln a vo Joahr zu Joahr und für 2024 schdähed o öerschder Schdelle – und zwoar zum alleröeschde moal – der Wunsch, dass mer mehr Zeid für die Familie und für Freunde eirämm will. Scheinboar is es sou, dass mer in dare Zeide, wuus sou viele Grisen naweenanner aufdrade, näher zoam rüggd, zoamhald will und sich sicherer fühl will. Dar Vorsadz is vor allem bei dare under 30jähriche ausgebrächd, weil vor allem die sich noadürlich oarch unsicher sen, wos die Zukunfd brengd. In dan Bungd sen mir eldere Generadion gedschillder, weil uns des nix mer sou bedrüffd.

Dar Wunsch, dass mer Schdress vermeid oder obbau will, is jedz vo Bladz äns auf Bladz zwä geruedschd, weil unner Juchnd viel Werd auf die Wörg-Laiv-Bälänc läichd und nix mer, wie mir, voull schaff will und dann örschd guggd, wos nou für die Freizeid ü blaid. Des Dhema Gsundheid insgesamd, also mehr Bewechung, gsündere Ernährung, Verzichd auf Genussmiddl is a blos bei jedem Zwäde vorhande. Leider hoad dar Vorsadz, sich umweld- oder glimafreundlich zu verhalde, om mäsde noachgeloasse. Blos nou die Hälfd vo die Mönsche ingsamd find des wichdich – und grod die Juchndliche höm bei dan wichdiche Vorsadz oarch noachgeloasse.

Immerhin wüerd gschädzd, dass mehr als die Helfd vo die Loid ihr Vorsädze – zumindesd die öerschde drei Monad – durchheld. Die Frauen sen beim Durchhalde wieder schdörger und höm a mehr Vorsädze als die Menner. Woahrscheinlich, weil se mehr Vorsädze nödich höm, grod wenns üm die Beziehung gähed, wu ja die Vorsädze: „Ich will mein Mann besser behandl und bfleech, besser zuhöar, mehr Wünsche erfüll und ob und zu moal e Flöaschle Bier aus der Garasch mit hoach nam“, oarch löblich sen. Mir Menner höm grood die Bungde scho lang verinnerlichd und denge daswache, dass mer unner Frauen ümmer kombledd auf die Hend drooche und jeden Wunsch vo die Libben oablaase.

Ich muess sooch, ich namm mir goar nid sou viel für, sondern ich oachd auf die Zeiche, die mir die Nojoahrsnoachd schiggd. Weil doa koann ich mich drauf verloass und wäss genau, wie des Joahr würd. Ämoal hadd ich die ganz Noachd Groizwerdich – und des hoad sich üwer des ganze Joahr higezouche, dass ich sougoar öfdersch zum Dogder muessd. Dann konnd ich amoal goar nid schloaf in dare Noijoahrsnoachd, hadd dann Koubf voul Gedange und hob die ganze Noachd simulierd – des ganze Joahr hoad sich gezeichd, dass ich unruhich schloaf und viel zu viel noachdeng muessd. Dann hob ich amoal gued gschloafe, bin öerschd gäiche Middoch o Neujoahr aufgewachd. Des ganze Joahr woar ich ausgeruht und ziemlich leisdungsfähich. Gesdern, o Silvesder, hadd ich mid meiner Fraa ausgemoachd, mir könnde wieder amoal unnerer eheliche Bflichde noachgieh. Und wirglich, wie mer hoid früh um vierdl noach Zwää hämkumme sen, is se goar nix mer die Boudeschdieche naufkumme. Blos bis zur dridde Schdufe. Ich hob er re die Gläder ….. Also jedz söll ich wache dare Brivadsbhäre nix mer mer weider schreib, ower mid Fandasie könnd ihr euch des Weidere fürgschdell. Jedz bin ich gschbannd, wie des Joahr in dan Bungd weidergähed. Hoid früh hoad se scho wieder sou verdächdich mit die Aache geglimberd und gsochd, sie möüchd des Joahr ruhich ogieh und däd sich schoa amoal auf die Caudsch läich. Und ob ich e weng doazukumm däd. Du, ich mään es fungdionierd!

Is hald gued, wenn mer sich uf sei ächene Voraussoche verloass koann, dann brauchsde goar kä Vorsädze.

AlbinFriedrichOT240101

Doa bisde „MUH“

Mer kennd des ja. Du hoasd en lange Flug mit em Flugzeuch, hoasd om Flughafen lang woard müess, hoasd gschwidzd und nix zu Esse griechd, außer e Däfele Schoglad. Des is leider jedz Schdandard bei der Lufdhansa. Dann kümmsd de endlich wieder auf em Barkbladz bei deim Audo im Barghaus völlich ferdich o und föahrschd häm. Du bisd „muh“, des ist die Abkürzung für m wie mued, u wie ungeduschd und h wie hungrich – und du bisd froah, dass elles rüm is. Ich ruef mei Fraa o und sooch, dass ich sou „muh“ bin. Ower sie säichd sie is nid dahäm, sondern underwaags im Dheader und däd öerschd in 2-3 Schdunn wieder häm kumm. Mei Vorschdellung vo früsch rausgebaggde Schnidzl und Grumbiernzulod dahäm in der Küche woar schloachoardich gelöschd. Sie määnd ich sölld mir hald underwaags wos zum Esse käff und dusch könnd ich ja dahäm bis se dann kümmd. Wos se dann nou gäiche mei Müedichkeid moach däd, wäs ich nid. Ich woar oarch frusdrierd, hob des Navigadionsgeräd auf „Dahäm“ eigschdelld und bin loasgfoahrn.

Ich hob goar nid richdich aufgeboassd, ower uf ämoal gemirgd, dass ich ganz annerschd foahr wie sussd. Wos woar doa los? Normal foahr ich vo Frangfurd üwer Fulda, ower wenn ich die Schdregge jedz Richdung Würzburch weiderfoahr, muess ich ja durch en Schbessard – und des bei dan Nawel üm die Joahreszeid. Woahrscheinlich waor die annere Richdung gschberrd. Ich bin weidergfoahrn und had a kä groaße Lusd mir jedz e annere Schdregge auszudenge. Weil ich koann mich auf mei Audo und sei Navi verloass und wenn des nid ouwe rüm foahr will, dann hoad des sein Grund. Und dar Grund is mir ganz schnell gloar wuern. Auf dare neue Schdregge kumm ich ja bei mein Couseng und seiner Fraa vorbei und doa könnd ich doch amoal wieder vorbeigugg, a wenns scho dungl is und ich müed, ungeduschd und hungrich woar. Ich hob ogeruefd, sie woarn – im Gäichedäl zu mei Fraa – dahöm und ich bin hi gfoahrn. Scho woar ich om Düüsch gsadze, „muh“ wie ich woar. Die Fraa vo mein Couseng hoad gsochd, ich däd müed und ferdich aussah und sie kennd des, wenn mer viel gschwidzd hoad, nid dusch koan, lang underwaags woar und nix zu ess griechd. Dass ich vielleichd a scho e weng müffl hoad se nid diregd gsochd. Auf em Düüsch woar e Auswahl vo verschiedene Gedränge und no hoad se dan wichdiche, lebensreddende Sadz gfrähechd: „Ob ich nid a wos ess däd wöll“? Oh, des is äner vo meiner Lieblingssädz und ümmer wenn ich dan gfrähechd war, soch ich audomadisch: „Ja danke, vielleichd wenn de e Broad hoasd“. Vo meim scho innerlich gelöschde Verlange noach Schnidzl hob ich noadürlich nix gsochd. Schloachoardich is mir jedz eigfalle, dass die Frau vo meim Couseng mir vor e boar Dooch e Bild gschiggd hoad vo Hausmoacher Wurschd, Bluedwurschd, Lawerwurschd, roade und weiße Bresssag und Schwoardemooche. Und sie hoad gemähnd, ich und mei Fraa könnde garn zum Esse vorbeikumm.

Und scho woar ich doa. Es Broad is kumme, die Kümmeli, die Bluedwurschd und des Gloos mid eigemoachde feine Flääschwuerschd. Ou woar des gued! Des woar sou gued. Und sou viel zum Brobiern. Und moanchmoal, wenn du grod oarch „muh“ bisd, no männsde du hoasd nou nie sou wos Gueds gesse. Die Bluedwurschd woar schö mid Schwoarde inne dinn und Fäddbroagge und had en guede Gschmoog, a ned zu schoarf und doazu nou e bissle Sembf – es hoad grod nix bessersch gawe. Ich hob gsochd, des wär jedz e Zufall, dass mei Audo mich audomadisch doa har gfüherd hoad, es woar ja nid gebloand und normal foahr ich ja annerschd rüm. Ower mei Couseng hoad mich drauf gebroachd. „Du hoasd ja e Elegdroaudo und des hoad a scho e künsdliche Indelligenz und wenn du mid dei Audo verbunde bisd, noa mirgd des wos du brauchsd und sou hoad des dich har zu uns gführd“. Doa had ich nou nie drü noachgedoachd und es is mir ower oarch logisch vürkumme und ich hob gedoachd, des is scho dar öerschde Vordeil vo dare künsdliche Indelligenz, wenn die audomadisch mein Underzugger mess koann oder a säichd: „du bisd müed, ungeduschd und hungrich – moach a Bause“. Ja, ich mouch mei Audo und a die Fraa vo mein Couseng und vielleichd is es sou, dass Frauen a, genau wie mei Audo, a Oard künsdliche Indelligenz höm, oder äfoach des Gschbür, dass se sou Bedürfnisse bei die Menner mirge und soche: „Doa sedz dich hi und ess wos“. Durch des Esse und Geräid woar ich jedz nix mer müed, mei Hunger woar vorbei und ich bin häm gfoahrn.

Mei Fraa woar inzwische dahäm und hoad gsochd: „Du bisd beschdimmd noch ganz schö hungrich“. „Nä“, hob ich gemähnd, „ich hob ja underwags wos gesse“. „No giah nauf und dusch dich und wenn de wieder kümmsd no däd ich dich nou a weng massier, des dued beschdimmd gued und mäichd dich a gleich wieder munder“. Schüe, dass mit Hilfe vo dare Indelligenz vo meim Audo und dare Induidon vo die Frauen, mir Menner ganz schö verwöhnd war könne.

Sou is dar Dooch, drodz aller Onschdrengung, oarch versöhnlich zu Ende gange. Quasi mit em Höhebungd underwaags beim Esse und dann dahäm.

AlbinFriedrichOT, 231215

Wenn die Döne under die Haud giehn

O Weihnoachde gaids bei jedem e anersch Ridual. Bei uns in Öüwerdoll is es sou, dass mer om Noachmidog om Häliche Owed nei die Kierch gähed und sich des Weihnoachdskonzerd vo die Musigkabelle Oberdhulba ohöerd. Des hoad Dradidion und löassd dan Weihnoachdsdooch ganz schüe und ondächdich ofang, a wenns Noachmidooch is. Ich will doa nid drauf verzichd, weil mer o sou en Dooch eh innerlich ogegrazd und wehmüdich is, dass die Döne und Glänge vo die Kabelle dir sou en Mandl vo Rührseelichkäd ümleiche, dass de draurich und froah zugleich bisd. Zuöarschd schbield dar Noachwuchs und dann laffe die Musiger nei, lings und rachds und durch en Middlgang, doa mänsde des höard goar nix mer auf, sou viele Loid sen des. Und schoa doa gribblds e bissle en Buggl nauf. Du wässd, jedz kümmd wieder öbes, wos dich midniemmd und dich für e Schdunn endführd in e fasd üwersinnliche Glangweld, wos scho fasd himmlisch is. Vuerne droa schdähed dar Dirigend uf e Bodesd und fagerierd wie sou e leibhoafdich gewurner Dagdschdog, indem er mid einer Grazie und Raffinesse und ganz exagd dan Dagd vürgeid. Doa muess mer als higugg. Mer mirgd, des is e Einheid in dan ganze Bloasensemble. E hoad die Blöaser im Griff und sie könne sich auf ne verloass. Die Musigauswoahl in dan Joahr hoad wieder sehr bosidiv überroaschd. Nawe bekannde Lieder woarn a wieder sou noie Schdügge dabei, wu de wässd, die sen nid äfoach, hom en hoache Schwierichkeidsgroad und wu de doanoach schbüersd: „Dunnerkeil, woar des gued gschbield“. Die „Reise des Weihnachtsmannes“ woar sou e Schdügg. Des woar e Hailaid, woar in dare Indonadion saumässich gued ausgeraizd und des koann a blos e Kabelle, die wu gued eigschbield is. Doa hoads langsame Harmoniee, die wie e leichder Nawel vo Weihrauch durch die Kirch wabbern, es hoad laude und rhydmische Inderwalle, wu de mänsd die Hufe vo die Rendiere gloabbern und mid äm unerwoardede Schdagado höards schloachoardich auf. Wenn des gued gschbield is, überschlöad sich der Hall vom Echo im Kircheraum, weils sich sougoar des Echo frähd, über des exagde Spieles. Schbädesdens doa hob ich die Aache zugemoachd, weil de in dan Momend quasi des halliche Echo innerlich siehesd und a fühlsd. Die leise Dön vo die Duba kumme sou ziddrich om Boude endlang ogegroache, durch en Haubdgang und giehn dann in jede Baank nei und die schbüerschde richdich als Errechung o die Füess. Die hoache Dön gien direggd sengrechd nauf, o die Kirchedegg endlang und falle dann, wie sou e elegdrische Weihnoachdseffegdbeleuchdung, wie Schniagschdöber vo ouwe ro und die mirgsd de als öerschdes om Koubf, weil sich die Hoaar leichd im Schallbegl groisln. Om indensivsde sen die Harmoniee und Glänge vo die Bläser, die diregd auf dich zu und quer kumme. Die sen wie e Dsunamiwelle und dröffe dich, wie bei e Gnalldrauma, quer om Köarber. Zum Glügg sidze die Loid auf der Baank, sussd däds die richdich ümreiss. Bei dan Baradelied vom Musigverein: „Tochter Zion“, kümmd des ganze Stügg quer, wie e Schniawalze – und beim Schlussakkord höard dar Don nid auf, sondern rolld nou durch die Kirch wie e schwärer Donner im Summer. Es höarn ja sou viele Loid zu, jeder höard e bissle vo die Döne wag und du mänsd dar Glang muessd daswache als wenicher war. Ower ar held sei Schbannung bis er noach und noach hinne om Ausgang verhalld. Er löassd die Zuhöarer zurück, leichd verzüggd und erschdaund und mid viel Rührung, weil mer des hoad erlaa döff. Wenn de die Aache zuhoasd, dann siehsd de se doabei vor dir, die Mauern vo Jericho, wu doavor die Fanfarebläser hogge und bloase und sou die Mauern zum Eischdürze brenge. Ja sou gewaldich höard sich des Lied vo dare Öüwerdöllwer Musigkabelle o. Ich wäas a nid wörüm mer des Gfühl hoad, dass se jedes Joahr e bissle besser wern, ower woahrscheinlich is es sou. Es is ja nid blos, dass die ner Gebloas könne. Sie hom a e guede Gsangsgrubbe. Die Dooch hob ich öerschd des Weihnoachdskonzerd vo 1999 vo die 3 Denöre gehöard. Die sen, jeder für sich, oarch gued. Wenn alle drei zoam singe, sen se mit ihrm Vibrado e Offenbarung. Und unner Gsangsgrubbe, die sen sougoar zu vierd. Also nou e Vierdl besser!

Jedenfalls is des Konzerd für Viele dar Momend in dare Weihnoachdszeid, wu mer dengd, jedz gähed dar Häliche Owed los. Mit sou em gewaldiche musikalische Donnergrueß löasd sich alles, wos doanoach kümmd, auf, in a fesdliche, schbannungsfreie Schdimmung. Jedz dringsde noch en Glühwein, und dann gähesd de häm und richsd dich für des Esse, wos es hoid zum Fesddooch gaid. Und wos söll ich sooch, sou musikalisch vorbereided, muess jedes Esse a zusädzlicher Genuss war. Und es woarsch a. Genuss und Harmonie.

Jedz hob ich wieder a ganzes Joahr, wu ich mich aufs näxde Konzerd frääh koann.

Albinfriedrichot231225

Asyl und Migration – Erklärung

Für Migration gibt es vielen Gründe. Politische und soziale Konflikte, Kriege, die demographische Entwicklung im Land, Unterdrückung, Armut und Klimawandel tragen dazu bei. Migration heißt, dass Menschen von einem Ort weggehen und sich woanders niederlassen wollen. Bei den Migrationsursachen unterscheidet man zwischen Push-Faktoren (Gründe warum die Menschen ihr Land verlassen) und Pull-Faktoren (Attraktive Bedingungen in einem Aufnahmeland, wodurch die Menschen angezogen werden).

Push-Faktoren sind Verfolgungen im Land wegen der Volksgruppenzugehörigkeit, Religion, Rassismus, Krieg, Gewalt, Verfolgungen, demographischer Wandel mit vielen jungen Menschen und wenigen Arbeitsplätzen, eine hohe Arbeitslosenquote, Naturkatastrophen und Klimawandel. Man rechnet damit, dass bis zum Jahr 2050 eine Milliarde Menschen von umweltbedingter Migration betroffen sind.

Pull-Faktoren sind die höheren Löhne, bessere Beschäftigungsmöglichkeiten, Lebensstandard, Bildung und Sicherheit.

Da jetzt schon Millionen Menschen weltweit auf der Flucht sind, oder migrieren um zu arbeiten, sind in der EU verbesserte und raschere Verfahren im gesamten Asyl- und Migrationssystem notwendig. Nicht immer lässt sich sauber trennen, wer als Migrant oder als Schutzsuchender einzuordnen ist.

Das Recht, Schutz vor Verfolgung zu erhalten und nicht in ein Land zurückkehren zu müssen, in dem Folter oder andere schwere Menschenrechtsverletzungen drohen, ist in Artikel 16a des deutschen Grundgesetzes, im EU-Recht, in der Europäischen Menschrechtskonvention und in zahlreichen weiteren menschenrechtlichen Verträgen verankert. Damit einhergehen das Recht auf Zugang zu einem fairen, rechtsstaatlichen Asylverfahren und der Anspruch auf effektiven Rechtsschutz. Dies sind bestehende Gesetze und da zu viele Menschen in unser Rechts- und Gesellschaftssystem drängen, aus welchen Gründen auch immer, muss der Anspruch darauf möglichst schnell und effektiv abgeklärt werden. Wenn die Menschen, nach Durchlaufen des Asylverfahrens, hierbleiben dürfen, müssen sie möglichst schnell integriert und dem Arbeitsmarkt zugeführt werden. Dies kann bei uns deutlich verbessert werden, da es in anderen Ländern auch gelingt. Die Menschen, die nicht hierbleiben dürfen, sollten das Land wieder verlassen, doch auch dies ist aus ethischen Gründen nicht immer sauber durchzuführen.

Tatsache ist, Deutschland braucht eine Reduzierung der ungesteuerten Zuwanderung, gleichzeitig aber bedroht der eklatante Mangel an Arbeitskräften unsere Gesellschaftsstruktur. Man schätzt, dass 400000 –  1 Million Zuwanderer gebraucht werden, um die Lücken an Arbeitern zu schließen die schon da sind oder demnächst durch das Rentenalter der Babybommer entstehen. Bis 2035 werden 5 Millionen Beschäftigte mehr in Rente gehen als junge Menschen nachkommen. Die Menschen, die zu uns kommen sind natürlich nicht alle gleich Facharbeiter, aber es werden auch genügend Arbeiter gebraucht, die keinen Hochschulabschluss brauchen oder in der Gastronomie oder auf dem Bau. Man stelle sich nur den immer weiter zunehmenden Bedarf an Pflegekräften in Krankenhäusern oder in den Altenheimen vor.

Die primäre Motivation der Migranten ist nicht unseren Arbeitsmarkt zu füllen, weil Arbeitskräfte fehlen, sondern die Menschen müssen ihr Land aus obigen Gründen verlassen. Und hier müssen diese Menschen abgeholt werden. Sie brauchen am Anfang Führung, Sprachkurse und Ausbildung im Arbeitssektor. Dies ist genau das, was investiert werden muss, so wie auch die jungen Menschen bei uns eine Ausbildung erhalten. Es ist eine Investition in die Zukunft. Sobald diese Menschen dann arbeiten, zahlen sie in unsere Rentenversicherung und unsere Krankenversicherungen ein. Der Vorteil ist, dass ein Großteil der Migranten junge Menschen sind, die noch lange in unser System einzahlen können.

Die Zeiten ändern sich gerade massiv. Immer mehr Menschen studieren, gehen später in den Arbeitsprozess und die 4-Tagewoche wird sich in der gesamten EU durchsetzen. Die Geburtenrate (Zahl, die angibt, wie viele Geburten statistisch gesehen auf eine Frau im gebärfähigen Alter kommen), liegt in den meisten Industrieländern unter 2 und in Deutschland bei ca. 1,5. Das bedeutet, dass die Bevölkerung ohne Zuwanderung sinkt. Um die Bevölkerung auf dem Niveau stabil zu halten, wäre eine Geburtenrate von 2,3 notwendig. Somit ist eine Zuwanderung absolut notwendig, um schweren wirtschaftlichen Schaden abzuwenden. Für Deutschland wären dies circa 500.000 Zuwanderer pro Jahr und da diese oft nicht alleine kommen, ist ein Bedarf von 1 Million Zuwanderer/Jahr notwendig.

Zurzeit beziehen in Deutschland 4 Millioen Menschen Bürgergeld. Dies kostet 40 Milliarden Euro. Davon haben 2.5 Millionen Menschen keinen deutschen Pass

Ausländerinnen und Ausländer, die aus humanitären Gründen nach Deutschland kommen, kurz gesagt alle geflüchteten Menschen, sind Schutzsuchende. Die Begriffe Flüchtling, Asylbewerber oder Asylberechtigter beschreiben im Ausländer- und Asylrecht nur bestimmte Gruppen der Schutzsuchenden.

Das Asylverfahren wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge(BAMF), durchgeführt. Für die Unterbringung und soziale Betreuung Asylsuchender sind die Bundesländer zuständig. Grundsätzlich kann nur solchen Personen eine Asylberechtigung bzw. der Flüchtlingsstatus zugesprochen werden, die „wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung“ (Art.1A Nr. 2 GFK) verfolgt werden. Wenn sie dann in der zugewiesenen Aufnahmeeinrichtung sind, erhalten sie einen Ankuftsnachweis. Hiermit haben sie im Falle ihrer Bedürftigkeit einen Anspruch auf Unterstützung und der Aufenthalt im Bundesgebiet ist gestattet mit vorläufigem Bleiberecht.

Man unterscheidet:

Schutzsuchende mit offenem Schutzstatus:

Asylbewerber sind Schutzsuchende mit noch offenem Schutzstatus. Sie durchlaufen ein Asylverfahren und über ihren Antrag wurde noch nicht entschieden.

Schutzsuchende mit anerkanntem Schutzstatus:

Neben dem Grundrecht auf Asyl nach Art. 16a des Grundgesetzes gibt es drei weitere Schutzformen, die im Asylverfahren vergeben werden können:

  • Der Flüchlingsschutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention, es besteht das Recht auf Familiennachzug
  • Subsidiärer Schutz: für Personen, die weder Anspruch auf Asyl noch einen Flüchtlingsstatus haben, aber denen im Herkunftsland existenzielle Gefahren drohen. Diese haben nur ein eingeschränktes Recht auf Familiennachzug
  • Abschiebeverbot: wird erteilt, wenn eine Rückführung eine Verletzung der europäischen Menschenrechtskonvention darstellen würde. Es gibt kein Recht auf Familiennachzug

Schutzsuchende mit abgelehntem Schutzstatus
Ihr Antrag auf Asyl wurde abgelehnt oder sie müssen Deutschland aus anderen Gründen verlassen. Sie sind ausreisepflichtig.

Rechtskräftig abgelehnte Asylbewerber können auch eine Duldung erhalten, wenn sie eine Berufsausbildung durchführen, ihren Lebensunterhalt sichern, gut integriert sind oder auch wenn sie gesundheitlich nicht reisefähig sind. Die Duldung ist immer befristet.

Asylberechtigte und ausländische Staatsangehörige, denen ein Flüchtlingsstatus zugesprochen wurde, erhalten zunächst eine dreijährige Aufenthaltserlaubnis, die auch zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit berechtigt. Nach fünf Jahren – in Ausnahmen auch schon nach drei Jahren – kann eine Niederlassungserlaubnis, also ein unbefristeter Aufenthaltstitel, ausgestellt werden, sofern bestimmte Integrationsleistungen wie Deutschkenntnisse und eine weitgehend selbstständige Sicherung des Lebensunterhalts erfüllt werden. Personen, denen subsidiärer Schutz gewährt wurde, erhalten zunächst eine für ein Jahr befristete Aufenthaltserlaubnis, die sie auch zum Arbeiten berechtigt. Frühestens nach fünf Jahren können sie eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis erhalten. Dies gilt auch für Personen, denen ein Abschiebungsverbot erteilt wurde. Sie dürfen zunächst für ein Jahr in Deutschland bleiben und mit Erlaubnis der Ausländerbehörde auch arbeiten. Eine Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis ist möglich.

Flüchtlinge, deren Erst- oder Folgeanträge abgelehnt werden, müssen Deutschland verlassen. Von Januar bis Ende Oktober 2023 wurden 13.512 Menschen aus Deutschland abgeschoben, im gesamten Jahr 2022 waren es 12.945 Abschiebungen gewesen.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge registrierte 2023 bis einschließlich September 233.744 Erstanträge auf Asyl – das ist eine Zunahme um rund 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, die meisten aus Syrien und Afghanistan. Davon wurden etwa 71% der Menschen Schutz zugesprochen. Hinzu kommen rund 1,1 Millionen ukrainische Kriegsflüchtlinge, die in Deutschland leben und keinen Asylantrag stellen müssen. Laut Städte- und Gemeindebund stoßen inzwischen viele Kommunen bei der Aufnahme von Geflüchteten an ihre Grenzen.

Zunehmend werden Kontingentlösungen favorisiert, wobei eine bestimmte Menge an Migranten aufgenommen werden soll. Dies ist allerdings nicht praktikabel, solange es das individuelle Recht auf Asyl gibt. Aufgrund der geltenden humanitären Verpflichtungen kann man Menschen nicht abweisen, auch wenn eine bestimmte Zahl erreicht worden ist. Allerdings sollen nun abgelehnte Asylbewerber konsequent abgeschoben werden. Aber: Vier von fünf der als ausreisepflichtig erfassten Flüchtlinge verfügen über eine Duldung, sie können – zumeist aus humanitären oder rechtlichen Gründen – gar nicht abgeschoben werden. Laut Ausländerzentralregister waren Ende 2022 insgesamt 304.308 Menschen in Deutschland ausreisepflichtig, davon 248.145 mit einer Duldung. Herkunftsstaaten nehmen die Geflüchteten zum Teil auch nicht zurück. Und schon an fehlenden Reisedokumenten können Abschiebungen scheitern.

In diesem Zusammenhang wird auch die Liste sicherer Herkunftsländer erweitert. Asylbewerber aus solchen Ländern können schneller und leichter abgeschoben werden, ihre Anträge gelten als „offensichtlich unbegründet“.

Ob Schutzsuchende arbeiten dürfen und Sozialleistungen erhalten, hängt von ihrem jeweiligen Status ab. Asylberechtigte, also anerkannte Flüchtlinge oder subsidiär Schutzberechtigte, dürfen grundsätzlich arbeiten. Sie haben damit auch einen Anspruch auf Bürgergeld.

Asylbewerber und Geduldete benötigen grundsätzlich eine Arbeitserlaubnis der Ausländerbehörde. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) muss einer Beschäftigung in der Regel zustimmen.

AlbinFriedrichot231225

Germanisches Saukoubfesse in Frangebrünn

Es hoad wos mysdisches, wenn mer doa hi kümmd. Midde im dungle Waald vo Frangebrünn, e bissle obgelache, dass nid jeder hikümmd, doa liechd des Gelände, mid dare Hüdde, mid die zwä Säalich und auf dera Landbrügge zwische die Säa, doa schdähed dar groaße Wurschdkessl und dambfd. Sou e Kessl wie mer ne vo früher nou kennd, wenn mer nou selwer gschloachd hoad. Es gähed auf dan Höhebungd im Joahr zu, dann, wenn die Nächde om längsden sen, wenns früh lang dungl is und wenns oweds früh dungl würd. Die Dooch sen oarch kuerz und es hengd nou sou e Oard Dämmerung über dan Wald, wenn de om Vormiddoch hi kümmsd. Die Lufd is kaald und dar Rauhreif, oder a wenns gschneierd hoad, moache nou zusädzlich e geheimnisvolle Schdimmung. Dar Kessl schdähed under Dampf und wüerd als mid digge Scheidli noachgschüerd. Vor lauter Errechung schdöessd dar jede Menge Wolge aus, die sengrechd noch ouwe schdeiche und moanchmoal durch die Keeld wieder als feins Schniegschdöber ouwe ro kumme. Wie bei die Germane früher, schdien e Haufe Menner, digg eigeboagd in ihre Windermendl, üm es Foier und dann Kessl rüm, underhalde sich lebhoafd, weil mer sich im Winder ja nid sou ofd siehd, höm gläne Bierflöschlich in der Hand, woahrscheinlich um dere Waldgödder e Obfer zu brenge. Es is e Mennerveranschdaldung und es is bloos ä Fraa zugeloasse, weil dare dar Säa gehöard und weil se hald moanchmol a e Sau zu dan Fesd zuschdeurd, die se selwer als Jächerin gschoasse hoad. Es is e schüener Brauch, jedz in dare kalde Joahreszeid und weil des ja ümmer wieder gemoachd würd, is es e Ausdrug vo Kuldur und Dradidion. Und sou e Dradidion is ja wichdich, dass sou e wilder Mennerhaufe en Zusammehald hoad. Mer konns ower a ganz noarmal sooch: noach die lange Winderdooche sen die Feddreserve bei die Menner aufgebrauchd und es is gued, wenn mer doa nou e weng Energiebolsder noachläich koan. Sou verbind sich die Dradidion mid dan Nüdzliche und ich mirg selwer, wenn ich dobei woar und gued gesse hob, ich muess doanoach drei Dooch nix mer ess, weil des sou einmoalich und energedisch gehaldvoll woar. Dar Kessl dampfd weider und würd ob und zu mi em riesische Löffl ümgerührd. In dare Brüh lieche einiche Soiköbf, Bauchfläsch, Wuerzlgemües und Innereie und brodln eindrächdich vor sich hi. Ob und zu schdichd dar Verandwordliche mid e lange Gowl nei die Broagge und wenn die Gowl dann noach e boar Schdunn gued neis Flääsch ruedschd, is alles ferdich und es koann zum Germanemoahl kumm. Dodrauf hoad die hungriche Meude gewoard. Rachds sen Bierzeldgarnidure aufgebaud, blos die Düüsch dovoa und die Menner schdiehn ausse rüm, schwär bewaffned mid Messer und Gowel und Hoolzbriedli. Als Beigawe zu dann Esse gaids früsches Broad, eigeläichde Zwiefl, Salz und Bföffer. Du wässd woas dich gleich für e Genuss erwoar, dar Moche gnurrd endschbrechend und dar Speichl im Mund is kaum zu bändiche. Jedz iss es soweid. Dar öerschde halwe Saukoubf würd auf en Düüsch geläichd, sou hääss, dass de ne nid mid die Finger obag koannsd. Mer schdürzd sich auf des Baggefläsch des seidlich om Koubf, als die urschbrüngliche Kähmusguladur, om Kiefer drohengd. Es löassd sich gued rauslöas und liechd dann als Fläschglumbe auf dei Briedle. Es hoad e wunderboare Maserung und Foarb. Des siehed sou gued aus und schmeggd äfoach himmlisch, sou dass de beim Kän und Schlugge die Aache zumäichsd. Mer döff sich nid doisch, a des Koubfflääsch is oarch fädd und daswache sölld mer a ümmer amoal e gläns Schnäbsle doazu dring. Des is gued für die Verdauung, weil dar ächendliche Cholesderinschogg kümmd ja jedz öerschd, wenn noach und noach a des Bauchflääsch auf en Düüsch kümmd mid ganz digge Feddränder und wenich weißes Flääsch. Mer koann selwer nix doazu, ower dar Körber verlangd des ja in dare Joahreszeid, üm wieder e boar Reserven für dan hoarde Resdwinder aufzubaun. Ich selwer ess am liebsde des Koubfflääsch und dann als Gröngung vo dan Ganze vuerne dan Rüessl. Rüessl issd nid jeder, weil dar än ümmer vorwurfsvoll oguggd wie zwä Aache und mäsdens sen vuerne a nou e boar Hörli droa und mer döff sich nid droa schdöör, wenn mer doa neibeisst und sich vürschdelld, wu dar Rüessl überoll gerüessd hoad in sei Soilawe. Dar Rüessl hoad en ganz ächene feine und milde Gschmoog, fasd wie Vanille und die Konsisdenz erinnerd o e gued durchgekoachde Zunge in Madeirasoß. Des ganze exblodierd dann auf dei Zunge und ä Broagge noach en annere verschwind in deim Moache. Des Gemurmel in dare Grubbe is verschwunde und mer mirgd, dass jeder bemühd is, sein Vorrad wieder aufzufülle. Hygienische Vorschrifde gaids doa känne, ower mir gfelld des grod, wenn des Fläsch äfoch, mit soue en feine Schmadzer auf en Düüsch drauf kümmd und äiwe nid vo feine Bladde und Deller gesse würd wie dahäm. Des mäichd des nou amoal e bissle urschbrünglicher und schüener und germanischer.

Also ich mouch des Dröffe ämoal im Joahr oarch garn. Es sen haubdsächlich Menner doa, mer hoad viel zu erzäihle und es is wos Einzichoardiches, wos es nid überoll gaid. Und ich bin froah, dass ich zu dare Elide gehöar, die wu bei dan Saukoubfesse doabei sei döff.

AlbinFriedrichot,231220

„Leise rieselt der Schnee“

Früher als gedoachd isses scho wieder so weid. Es is nou goar nid Dezember und scho fälld der öerschde Schnia vom Himmel. Des is e Hinweis dodrauf, dass es schnurschdrags auf Weihnoachde zugähed. Audomadisch fängd mer o, üwer des vergangene Joahr noachzudenge und sich doamid a auf die ruhiche Dooch eizuschdimme. Ruhich in dan Sinn, dass die Arwed und elles anere irchendwie zum Oabschluss kümmd. Ower wenn de wässd, dass die Verwandschoafd zum Esse kümmd üwer die Feierdooch, no hoasde audomadisch scho wieder dein Koubf voul und mäichsd Blän zum Koache und zum Eikäffe, wos ja grod vor die Feierdooch e Dordur is. „Alle Jahre wieder desselwe. Mer mirgd scho om Dufd überoll: die Bledzli sen „In der Weihnachtsbäckerei“ gebagge, es ganze Haus riechd doanoach und die öerschde gekäffde Grisdschdolle is a scho gesse. A wenn die Dermine jedz wenicher wern, im Koubf wimmelsd nou und mer dengd o dan Zoich wos glimadisch und bolidisch in dare Weld bassierd. Doa wünschd mer sich äfoach „A Weihnacht wie´s früher war, wie mer des als Kind erlebd hoad. A wenn die Zeid nou viel härder woar, sie woar auf jeden Fall viel unbeschwerder und es is nid sou viel gejammerd, sondern gemoachd woarn. Unbeschwerder, weil mer a nid sou viel midgriechd hoad vo die Weld, ower hoid mid dan Inderned bissde ümmer laiv doabei, bei jedm Konfligd, egal ob in der Ugraine, in Israel oder im Gasaschdreife. Sou e „Lasst uns froh und munter sein“ kümmd doa nid sou rachd auf und sou Moanchem is es scho a bissle schwermüdich zumud. Eher dengd mer o des Lied: „Tochter Zion, freue dich! Jauchze laut Jerusalem. Sieh, dein König kommt zu dir“. Ja wenn der ner amoal kumm däd und für Ordnung sorch däd, weil hoid jeder mäichd, wos er will und jeder sei ächener Könich is. Es broichd Jemand dar wu des Hefd nei die Hand nimmd und für Ordnung soarchd und dem es gelingd, dass mir alle zom schaffe und nid ümmer gäichenanner. Nid die Ordnung wie die vo rachds auße des wölle, sondern a Ordnung mid Weisheid, Verschdand und Güde, so dass mer dann wieder soch könnd: „Es ist für uns eine Zeit angekommen, die bringt für uns eine große Freud“. Ja des wär e schöne Weihnoachd: Es liechd Schnie, is kaald, dar Schnie gnazzd under die Schuh, du bisd dig eigemummld und beim Schnaufe schdöassd de gläne Wölgli aus. Du hoasd äfoach Lusd „Schneeflöckchen Weisröckchen“ zu singe. Du guggsd nauf en Himmel, die Lufd is gloar und doa siehsde se: die „Sterne der heiligen Nacht“. Du schnaufsd dief ei, weil „Es riecht schon nach Mandeln und Zimt und du mirgsd in dir din, dass es doch a bissle weihnoachdlich wird. Ower vor em Chrisdkind is zeidlich öerschd dar Nigolaus droa und es kümmd dar Dooch wus hässd: „Morgen kommt der Weihnachtsmann“. Hoffendlich ohne sein Gnechd Rubbrechd und sou, dass er dir wos midbrengd und dich nid nein Soog schdeg will.

Dann is es Zeid für die Weihnoachdswoache und des is für viele wie sou e emodionaler Vulganausbruch, hald der Höhebungd im Joahr. Mir kenne des und wüsse a: „Weihnachten ist am Schönsten daheim“. Drüm blein mir a doa, foahrn nid nein Urlaub, nid zum Schifoahrn und a nid zu die Kinner. Doafür höm mir Loid eigelode und es würd beschdimmd e schöaner Owed. Näxde Woache würd dar Grisbaam besuerchd, vielleichd a Blaudanne oder a aus lauder Midleid e vergrübblds Fichdle, dass des nid ganz ümsusd gschloche woarn is. Egal wie, mir singe auf jeden Fall „Oh Tannenbaum“, a wenn dar Baam Noadl hoad und nid Bläidder. Und scho sen mir din in dare gnadenbringende Weinnoachdszeid und „Oh du Fröhliche“ gähed än nix mer aus em Koubf. Mer erinnerd sich o die Kindheid. Wenn de ghöard hoasd: „Kling Glöckchen klingelingeling“ bisde nü die Schduwe gsausd, es woar eigeheizd, die Kierze om Baam höm gebrönnd, vielleichd a e boar Schdernbfuzzer und dir is hoid gloar: „Süßer die Glocken nie klingen, als zu der Weihnachtszeit“. Es is e schöne Vorschdellung dro zu gläbbe, dass „Vom Himmel hoch da komm ich her“ a Engl kümmd und säichd: es is soweid, „Ein Kind ist uns geboren“ und des is dann dar Dooch wu de nei die Gribbe guggsd und siehsd des halwer naggerde Kind doa lieche, als Symbol für elle Mönsche die sougoar o Weihnoachde kä Heimad höm und nix zum Esse. Ower des is se, die „Stille Nacht, Heilige Nacht“, nid ner bei die Chrisde, sondern a bei viele anere Glaubensrichdunge.

Des is ümmer e Schlüsseldooch und moanchmol gelingd es, dass wenicher Granoade falle, wenicher Loid schdarwe und es äfoach wieder friedlicher würd. Und wenns blos für e boar Dooch is. No könnd mer deng: jedz is „Fröhliche Weihnacht überall“. Dar Sinn is doch, dass mer die Bedeudung vo Weihnoachde im Herzen hoad und mer om Ende vom Joahr jedem anere Mönsch auf dare Weld wünschd: „We wish you a merry Christmas and a happy new year“.

FriedrichAlbinOT231130

Die gläne Schuel vo Wasserloase

Früh sen mer schue auf die Dröbbe gschdane und höm auf die Lehrerin gewoard, bis se kumme is und mid sou en groaße Schlüssl aufgschloasse hoad. Die „gläne Schuel“ gaids hoid nix mer, ower sie woar ugfahr doa gschdanne wu hoid dar Bfoarrsool is, blos gläner in die Ausmoaße. Dar Eingang und die Schdäädröbbe woarn vo hinne, vo die Kircheseide aus und wenn de grod durch die alde Hausdüer neigelaffe bisd, is es diregd nein Sool gange, wu die öerschde vier Glasse underichd woarn sen. Jede Glasse hoad quasi ihr Egge gehod und ich gläb dar Oufe zum Heize im Winder woar o die Seide gschdanne. Rachsd vom Eingang woar nou sou e gläns Kabuff, a mit em Eingang zum Sool und doa woarn die ganz glänne Kinner din, zumindesd zeidweise, wenn se grod im groaße Sool gschdörd höm. Vorhar söll des amoal die Lehrerschwohnung gewassd sei und späder woar doa a e alds schwoarz verschdümmds Glavier dinn gschdanne. Ja, mer koan sich des nix mer vorschdell, sou viele Kinner in än Raum und blos ä Lehrerin. Hoidzudooch höm die Kinner fasd Einzlbedreuung über vierezwanzich Stunn und die Schuelzimmer sen ausgschdadded mid jeder Menge Dechnig und Zoich für die Bildung. Ower immerhin hadde mir scho e Heizung mit Hoolz und o die äne Seide im Sool woar e groaße Schieferdoofl zum Schreibe. Im Summer, oder wenn des Holz läer woar, muessde die Kinner hölf, des Hoolz wieder nauf en öüwere Boude zu droche. Doamoals woar Kinnerarwed nou erlaubd und durch des naufdrooche vo dan Hoolz, hadde mir gleich unnern Schbordunderrichd, sussd hädde mir ja nauf en alde Schboardbladz gemüessd. Sou a Kevin-Dschasdin Kind vo hoid hädd des nie midgemoachd und vielleichd a nid gschaffd. Om öüwere Boude woarn die Scheidli auf en Haufe gelaache und im Winder woar ümmer äner vo die Gröaßere für dan Oufe und des Holzhoule und Noachläiche zuschdändich. Des hoad geglabbd, weil ich koan mich nid erinner, dass mir gfroarn höm.

Ämol woar dar Schulroad doa und die höm mid e Delegadion uns Kinner ogeguggd und wollde wüss ob mir a wos gelannd höm. Die Lehrerin hoad mich gfrächd ob ich Diere kenn und ich hob gsochd: „Häschen, Bferdchen, Eselchen“. Dann hoad dar Schulroad gsochd: „Mein Junge, lass doch das -chen weg“. Doa hob ich weider aufgezäihld: Eichhörn, Kanin. Es woar nid lusdich, weil dar Schuelroad muessd nid lach und hoad blos die Lehrerin ogeguggd. Änner vo unner Glass hoad dann zur Lehrerin gsochd: „Frau Lehrerin, ich muess naus und amoal bies und amoal gag“. Des hoad dar Road wieder schüe gfunne, weil sich dar Bue sou schüe und vorschrifdsmässich obgemeld hoad. Die Gloos lings vom Eingang höm ümmer noach Urin geroache, des woar für uns normal und ich hob vergesse wie die früher ausgsahn höm, es woar auf jedn Fall oarch dungl dinn. Die Gloofensder zum Säe hi woarn ümmer aufgschdanne und moanchmal sen mer a om Noachmidooch neigschdieche. Nid zum Lanne, sondern zum Schdöwern douwe en öüwere Boude, zwüsche die alde Kisde und die alde Landkoarde. Schwimmunderrichd hadde mir nie, weil im Säe zu schwömme woar nid erlaubd. Ich hob die Zeid doamoals ächendlich in gueder Erinnerung. Mir Kinner woarn zom dan ganze Vormiddooch, höm viel Blödsinn gemoachd, dafür ower woarscheinlich nid sou viel gelaarnd.

Zu dan Ensemble vo die gläne Schuel hoad a die Kirch gehöard. Der Eingang woar ugfahr doa wu ar hoid a is, blos noach Nordn versedzd. Beim Eingang vo die Schuel gäecheüwer is es nei die Sagrisdei gange und weider noach rachds woar, wie hoid a, dar Eingang zum Bfoarrschhaus, wu om Sunndich noach die Kirch die Bücherei geöffned woar und mer sich e Buech für e boar Bfennich ausleih konnd. Ich koann mich nou gued o die Karl Mey Bücher erinner, ich hob alle gelaasd, die doa wuern. Gäicheüwer vo die Schuel, üwer die Schdroass düwe, woar des Radhaus und ouwe dinn dar Schulraum für die gröaßere Kinner. Des is doa wu hoid dar Musigverein mid sei Kabelle din brobd. Beim Eingang zum Roadhaus is es e boar Schdufe naufgange und doa ouwe hoad dar Bürchermäsder, ümmer om Sunndich noach die Kirch, sei Bekanndmoachunge gsochd. Die Menner sen ausse rüm gschdanne, bevor se dann zum Löser zum Frühschobbe und zum Käichln sen. Freilich hömse alles Noie soufurd disgudierd, wie des hoid a gemoachd würd. Die Frauen dogäiche sen nie doagebliewe, außer vielleichd diejeniche, wu dahäm die House ohadde und ihrm Moo nid gedraud höm beim Zuhöarn. Die muessde gleich noach die Kirch höm, weil dar Broade scho wäch woar und jedz die Glöas droa wuern.

Rachds vo dan Roadhaus woar nou soe e alds Häusle gschdanne, ziemlich eigewoasse mit Holunder oder wilder Wei. Des woar des Rüdzhaus. Vorhar woarn Flüchdlinge din und schbäder woarsch verfalle und die Schoiwe kabud, sou dass mir Kinner neigegladder konnde. Elles zom woarsch scho e Ormedei, wie die Zeid hald doamoals woar.

Ower genau wie hoid woar des drozdem organisierd und hoad geglabbd. Es woar a Zeid wu mer sich hoad durchbeiss müess. Es hoad lang nid elles gawe und mer muessd sich eischräng. Mer is schdoarg wuern und moanchmoal hob ich des Gfühl, dass es unner Juchend a vielleichd gued due däd, zu wüsse, dass nid alles doa is und dass nid alles selbsdverschdändlich is und mer sich moanchmoal wirglich einschräng muess.

Ich möuchd die alde Zeid noch amoal erleb, ower blos um genauer zu wüsse, wie des alles obgelaffe is, weil die Erinnerunge ümmer weider verblasse. Ower wie mei Couseng gsochd hoad, drodz unner kläne äfoache Schuel und des woas mer scheinboar alles versämmd hoad, weil zu viele Kinner auf än Haufe woarn: „Ich gläb die Kinner vo hoid sen a nid gscheider als wie mir doamoals wuern“. Doa wüerd er woarscheinlich rachd höm.

FriedrichAlbinOT, 231016