Die Reddung für unnern Dialegd

Die Reddung für unnern Dialegd

Bin ich froah, dass ich doa dabei bin. Es gait nämlich Loit, die unnern Dialegd nou redd wölle. Und ich bin dabei und will genau des. Noilich woarsch örscht in der Zeidung gstanne: „Dialegde starwe aus“. Und des waache dann „Tag der deutschen Sprache“. Ümmer wenicher Loit wölle nou Dialegd räid, viele könnes a nix mer und domit könne ses a nit ihr Kinner waiter gab. Kloar, früher woarsch äfocher, mer is mehr doahäm gebliewe und nit sou weit daus rüm kumme. Und doahäm is nodürlich bloos dar Dialegd gered wuern. Später is e Zeit kumme, do woarsch unmodern mit dann Dialegd und mer hoat gedoacht, war Dialegd red, kümmt vom Duerf und is aweng äfoch gschtrigd. A in der Schuel hoat mer des „Hochdeutsch“ eigfüert. Es hätt ower a des Frängisch sei könn und wär hoitzutoch dann die Amdssproach. Des wär nit schlacht, weil des Frängisch ja wirklich e schöne Sproach is. Bei die Schwoawe würd gschwätzt, in Hesse würd gebabblt, weiter im Osdn würd gsäxlt und bei uns würd gefränglt. Doa gaits nou viele annere Dialegde, ower die gien än nit sou neis Oahr, nein Koupf und neis Hatz wie des Frängisch. Im Gäichetäl, da kroisselts än die Ziehnäichl rüm. Gscheite Loit könne dir erklär, worüm sou e Sproach, die wu örtlich begrenzt blos gsproache würd, jetz blos a Dialegd is und nit als Sproach zäilt. Die sooche, weil es für die Dialegde kä ächene Schrift gait und kä genaue Ordografie, isses kä Sproach. Dialegde wern also bloos gered und nit aufgschriewe. Doa bin ich froah, dass ich des Frängische quasi in dan Rang vo e richtiche Sproach nei häib, weil ich endlich dann Dialegd aufschreib und doamit zu e richtiche ausgewoasene Sproach moach. Wenn sich des a nou rüm red, wüerd mer vielleicht in hunnert Joahr nou o dann Mo deng, dar wus firdich gebroacht hoat, dann Dialegd quasi zu adln und nei en höächer Rang zu häiwe. Vielleicht häst des dann a nix mer Frängisch, sondern noach sein Schöpfer „Albinisch“.

Mei Eldern höm nou Dialegd gered, mei Oma a nou. Ich konns nou und jedesmoal wenn ich dahäm ogerueft hob vo weiter wag, doa hömm elle gewüsst ich telefonier mit dahäm, weil de soufurt in dann Dialegd neikumme bist, ob de gewöllt hoast oder nit. Des is ganz automatisch gange. Obwohl ich noch meiner Meinung hoit sou ähnlich räid wie „Hochdeutsch“, wüsse ümmer ella gleich wuu ich harkumm. „Du bist doch a Frange, oder?“ Also hob ich des trotzdem nou, des dialegdische. Ich bin a froah, dass unner Kinner des nou verstiehn und moanchmoal, wenn alle dahäm sen, moache mer sou en frängische Sprechowed. Ich bin mer ower sicher, dass sich des bei unner Englkinner weiter verliert. Änner hoat mir gsocht, ar liest mei Gschichte garn, ower sei Kinner könnese nix mer laas. Wenn arsch  ower vürlast, no kummese wieder mit. Moanmoal ärcherts mich a annerschtrüm, weil du koannst vielleicht Englisch oder Französisch, ower auf känn Fall richtich Hochdeutsch.

Ja wu koannste nou sou geräid wie de des als Kind gemoacht hoast? Auf der Arwed nit, in der Schuel nit, in der Stadt a nit. Ich bin froah, dass es a poar Vereine gait, die sich üm des frängische Gebabbel kümmern und sich, wie a nou die alte Bauerndeader, mit dann Dialegd ogawe.

Also, bei meiner Reddung vo dann Dialegd, hob ich notürlich a Probleme. Ich konn des aufschreib wie ich räid und wiies aus mir rauskümmt, ower mit dare Schreibweise haberds, weil die gaits nou nit doafür. Des is scho e Unterschied zum Hochdeutsche, doa is alles genau festgeläicht. Sou is mei Ordografie in dare Gschichte sou und in der näxte Gschichte wieder annerscht. Woarscheinlich konn mer a sooch, die Dialegde sen a vo Duerf zu Duerf ümmer annerscht. In Wülferschhause räidese annerscht wie in Wasserloase oder in Öwerdoll. Es is woarscheinlich, dass sich die Dialegde noach und noach ogleiche und sich mehr ähnlich warn, weil sich ja die Mönsche äfoch mehr müscheln als früher. Ower sou e Gebietsfärbung die wüerd blein, dass mer ümmer erkennt wu die Loit ugfahr harkumme.

Doa sieht mer, dass sou a Dialegd doch a wos mit dare Heimad zu tuen hoat und doa äfoch a dezu ghört. Wie ich ümmer fuert woar, hat ich Hämgrangerd wenn ich ghört hob, wie jemand Doidsch red. Wenn ich ower Frängisch ghöert hob, doa hoats richtich wäa getuen. Also is es e bissle in mir dinn, des Frängische und ich möücht goar nit, dass des ausschtirbd. Und daswache schreib ich die Sproach auf, damit se geredded würd. Weil wenn änner im Wasser schwömmt und gähet under, däd ich ne ja a möglichst rauszieh, damit er nit gaanz undergähet. Irchendwann fällt unner Regierung in Münche auf, dass es des Frängische im Nordn vo Bayern nou gait und a schüe glingt, wenn mersch koann. No fräeche se sich, wie des möglich is, und no kummese drauf, dass ich klänner Frange unnern Dialegd zu a Sproach gemocht hob, weil ich des elles in Frängisch aufschreib. Vielleicht frähn se sich und ich griech nou sou a Bürchermedallie oder die Frangenmedallie verliehe wu draufstähet: „Für sei Verdiensde zur Reddung vo die frängische Sproach“.

Doa tät ich mich scho gscheid frääh.

FAO220927

Ein Kommentar zu „Die Reddung für unnern Dialegd

  1. Albin, die Geschichte ist wieder schön. Das eine oder andere Wort in unserem Fränkisch bringe ich meinen Enkelkindern auch noch bei, wie z. B. Sächhames oder hol e mo die ardöpfel aus en kaaler😄😄😄).
    Das finden Sie sehr lustig.

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