C-Kartong und deutsche Frolein
Es is scho e Wahnsinn, ich bin zäha Joahr noch em Kriech geburn. Damaols woar des Lawe nou viel äfocher, ower trotzdem a ziemlich obwechslungsreich. Weil mer jetz sou viel vo die Amis in Afghanistan gelasa hoat, sen mir die Amis vo früher wieder eigfalle. Dar örschte Ami, dan ich gsahn hob, woar a dunkler ameriganischer Soldoat. Ich bin von Kinnergoarte hämgelaffe, nauf Richtung Söa und beim Koaschper sei Haus do isser mir entgäiche kumme. Ar hoat zwoar e Uniform ower kä Gewehr dabei gehot, ower dafür war ar sou rumpelschwooz, dass ich mich fast a bissle gfürcht hätt, wenn sei weiße Zähi nit soue hell geloicht hätte. Ich hob die Foarb ja von en vo die heiliche drei Könich gekennt, daswache bin ich tapfer weiter gelaffe, hob ziemlich gstaunt, hat es Maul uf und ar hoat mich blos ogelacht. Mei öerschter Ami und gleich sou e dunkler. Zu dara Zeit woarn sehr viel Amis vo Schweifert oder Kissinge in unner Gäichet und höm Manöver gemacht. Da biste monchmol früh aufgewacht und hoast die Hubschrauber gehört und a die Panzer, wie die gebrummt höm, dass des ganze Haus gezittert hoat. Und du hoast se a gsahn, wie se quer über die Egger gfoahrn sen, mitte durch es Geträäd und durch en junge Mais. Des hoat natürlich kän Bauer gfalle und die höm des ümmer dan Bürchermäster gemeld, ower dar hoat die Panzer a nit aufhalt könn. Ämol hatte se sougor e Funkstation mit lange Antenna bei uns uff en Houf aufgebaut und do höm se mitenanner gsproche, obwohl dar annere wu ganz wu anerscht woar. Des woar interessant! Vo dare hoat mer ümmer wos zu Essa griecht, Kaugummi oder sou Dose vo dara ihr Verpflechung, vor allem wenn mer fäist gelacht hoat. Ich woar a ziemlich blond und konnt guet lach und gewink und des hoat dara gfalle. Außerdem woar ich dürr un in dara ihr Aache vielleicht scho halwer verhungert. Ower woahrscheinlich is a, dass die ihr Esse selwer goar nit gemöucht höm.
Douwa die Höa, Richtung Grassl auf die rachte Seite, woarn domols nou drei Hecka gstanna und mir höm duert ümmer gespielt. Vo do aus konnt mir die Panzer wunderboar beobocht. Ämol wur ich a wieder in die Hecka gelache und desmal is dar Panzer nit o die Heck vorbei, sondern quer durch gfoarn. Dar Fohrer konnt mich nit gsah, ich konnt vor Angst nit geruef, ower ich und des Apfelbömmle, hinner dan ich gelache bin, höm oarch gezittert. Vielleicht hoat des dar Panzer dann doch gemirkt und mich nit derwüscht. Ower knapp woarsch trotzdem.
Ich hob die Amis gemöücht, weil die hatte Esse, des höm mir nit gekennt. Mir woarn ümmer schoarf auf dare ihr Marschverpflechung. Die höm C-Kartong gehässe, des woar a Schochtel mit viel Dose dinn und noach jedem Manöver hoat mer dara ihr Dose im Wald gefunne. Mäst woarn a nou die kläne Doseöffner dabei und sou konnte mir ümmer gleich Brotzeit gemoch. Woar des klasse, wos do dinn woar: dürre Grägger mit Kaas, Pinadbatter, die hoat noch Erdnusscrem gschmeckt, Rindfläschgulasch mit Nudl, truckene Früchte, Duhnfisch, Saalz und Pföffer, Kaugummi oder Tschuing Gam, wie die gsocht höm und Foierzoich und Zigaretta. Die Grönung woar ower dar, ja sou e Oart Gsundheitskuche mit Zitronat, Orangschat und Troiwerli. Des hob ich ümmer gäicha Gulasch oder Zigarette getauscht. Mir höm elles gsammlt, bis zur letzte Dose. Dodurch höm mir dann Waald wieder sauwergehalte, weil die Amis des selwer nit gekönnt höm. Ämol hatte mer zwä Funkgeräte gfunne und dar Funkdroat woar ja Kilomertweit üweroll rümgelache. Mir höm die Geräte ogschloasse und wenn de o dann Häiwl gedrähet hoast, hoats om annere Geräte geklingelt. Und wenn de nein änne Höarer gschproche hoast, konnste des im annere Höarer höar. Die hatte scho domols a saumäsiche Technik. Ich wäs ower nix mer wos aus dare Funker wuern is.
Ämol woarn se wieder im Sulzler Waald, gleich wenn dar ogähet links dinn. Mir wuern mit em Foahrrod higfoahrn und höm mit die Amis gered. Ich hob die Amisproach nit gekönnt und die genauso wenich, sou wie ich gered hob, ower ich hob verstanne, dass se e poor „Frolein“ gsücht höm und sie höm mir zu verstiehn gawe, dass ich „deutsche Frolein“ breng söllt. Ich hob era gsocht, dass ich e ältere Schwester hob und wenn se wölle, dät ich schnell häm foahr und mei Schwester nein Waald breng. Ich hob mir gleich gedocht des wüerd e schwäre Aufgabe. Ich hob dabei sehnsüchtich auf dare ihr Dose geguckt, die überoll rümgstanne sen. Also dar deel woar, wenn ich „Frolein“ breng, dann dät ich dofür Dose griech. Sou hob ichs verstanne, ich muesst also mei Schwester beibreng. Also ich nix wie häm gfoahrn, bin zu meiner Schwester und hob gsocht, sie müesst schnell mitkumm nein Waald zu die Amis. Dann dät ich en Haufe zu Esse griech und dovo könnt ich ere a wos obgah. Und wos soll ich soch: Mei Schwester hoat sich geweichert mitzukumme. Ich hob nou e weng mit era verhandelt, ower sie wollt äfoch nit, die Kratzbürschte. Die Amidose sen vor mei Ache vorbeigewandert und im Nix verschwunde. Dabei hät se blos amol mitkumm müess, blos vo derhäm nein Waald! Die Zeit hot gedrängelt und no bin ich halt wieder allä nein Sulzler Waald gfoahrn. Wie ich dort okumme bin, woarn se alle fuert, die Panzer, die Amis und vor allem des guete Esse. Ich hatt mich wirklich ogstrengt, hob mein Tääl vo dann deel probiert zu erfülle und sou konn mer sich auf die Amis verloass. Wenn de se brauchst, sen se fuert. Des mache se hoit ja a nou sou.
Es hoat mich lang geärchert, dass mei Schwester mir do nit geholfe hoat. Bis hoit löfft mir es Wasser im Maul zom, wenn ich uf Bilder sou a ameriganische Soldotefeldverpflechungsration sah.
Fao210918