Märchentrilogie Teil 1

FÜR EDNA UND OLE UND EMIL

Die Biene Summsidibummsi

Summsidibummsi war ein Mädchen und ihr richtiger Name war Summsi. Am Anfang wurde sie von allen mit dem richtigen Namen gerufen, aber als sie größer wurde und fliegen konnte, bekam sie schnell den Spitznamen Summsidibummsi. Der Grund dafür war ganz einfach und man musste die kleine Biene nur beim Fliegen beobachten. Sie fing an mit den Flügeln zu schlagen, erhob sich mit dem Eimerchen in die Luft, bog dann nach rechts ab obwohl sie geradeaus fliegen wollte und „Bumms“, war sie schon mit einem Zweig oder einer Pflanze oder sogar mit ihrer Freundin zusammengestoßen. Sobald Summsi zu einem Flug startete konnten alle Bewohner der Blumenwiese hören wo sie gerade flog, denn es machte andauernd „Summsidibumm, Summsidibumm, Summsidibumm.“ Mit der Zeit hat sich das ganze Bienenvolk daran gewöhnt und Summsidibummsi war ja obendrein ein ganz nettes und fröhliches Mädchen. Sie konnte sich nicht erklären was mit ihr los war. So sehr sie sich auch bemühte geradeaus zu fliegen, jedes Mal landete sie irgendwo mit einem lauten „Bumms“. Sie hatte sich schon daran gewöhnt, einen Sturzhelm zu tragen und bekam so wenigstens keine blauen Flecken mehr.

Eines Tages wurden die Eltern von Summsidibummsi zur Königin gerufen.  Der Königin war zu Ohren gekommen, was tagaus und tagein mit Summsidibummsi passierte. Deshalb rief die Königin alle Arztbienen des Volkes zusammen, diese sollten eine Medizin und Behandlung für Summsidibummsi finden. Also fertigten sie ein Brillengestell aus Pflanzenhalmen an und setzten in die Fassung einen Tautropfen. Dieser wirkte wie ein Vergrößerungsglas und die kleine Biene konnte alles dreimal so groß sehen wie normal. Sie flog eine Weile mit dem Gestell herum. Nach kurzer Zeit jedoch verdampfte der Tautropfen und man hörte wieder das übliche „Summsidibumm, Summsdibumm“ über die Wiese schallen. Wieder versammelten sich alle Ärzte und beratschlagten weiter, um endlich eine Lösung zu finden. Da kam jemand auf die Idee, eine Brille aus Glas zu fertigen, wie bei den Menschen. Schnell fand sich auf dem Weg ein Glassplitter. Die Mechaniker fertigten ein Gestell mit dem Glas, wie eine richtige Brille.  Wiederum flog Summsidibummsi mit ihrem neuen Gestell zur Probe los und die ganze Wiese lauschte auf die Geräusche. War erst noch ein fröhliches Summen zu hören, so gab es nach kurzer Zeit einen großen „Bumms“ und ein „Klirren“ und Summsi lag auf dem Rücken in den Scherben unter einem Kleeblatt. Die Brille war viel zu schwer gewesen und so war unsere kleine Biene nicht geradeaus, sondern schräg nach unten geflogen und hart auf dem Boden gelandet. Es gab noch weitere Versuche, aber nach einiger Zeit wurden alle Behandlung von den Ärzten eingestellt, weil nichts eine Besserung brachte.

Summsidibummsi war jetzt schon älter und da sie nicht mit den anderen Bienen fliegen konnte, war sie immer allein auf der Wiese unterwegs. Eines nachmittags war sie auf dem Weg zur Quelle, um für das Volk einen Eimer Wasser zu holen, als es auf einmal schepperte. Doch es war nicht nur ein „Bumms“, sondern ein gewaltiger „Bumms-Bumms“. Summsi schaute sich erschrocken um, denn neben ihr am Boden lag eine andere Biene, aber kein Mädchen, sondern ein Junge, bestimmt einen Fühler größer als sie.

„Wer bist denn du?“, fragte Summsi.

„Ich heiße Summser und komme von der Nachbarwiese“, antwortete er.

„Ja und warum bist du allein unterwegs?“

„Ach ich kann mit den anderen nicht fliegen. Ich habe einen Sehfehler und jedes Mal, wenn ich geradeaus fliegen will, dann fliege ich nach links und dann macht es „Bumms“. Deshalb heiße ich bei uns Summserdibumms.

„Bei mir ist es anders“, sagte Summsi, „wenn ich fliege, dann fliege ich mit meinem Sehfehler automatisch nach rechts“.

Sie unterhielten sich eine ganze Weile und erzählten ihre Geschichten. Es dauerte nicht lange da schauten sie sich schon verliebt in die Augen. Lange hielten sie sich an den Händen und dann sagte Summsi:

„Komm, lass und ein Stück gemeinsam fliegen“.

Sie erhoben sich in die Luft …….. und siehe da, es gab keinen Knall, keinen „Bumms“ und keinen Absturz, eher hörte man ein liebliches Summen, denn sie flogen beide gemeinsam gerade aus. Sie mussten sich nur an den Händen halten und gegenseitig stützen.

Als die Königin davon hörte, wurden Summsi und Summser eingeladen und nur kurze Zeit später haben sie geheiratet und bekamen viele Kinder. Und noch heute hört man, wenn deren große Kinderschar unterwegs ist, ein vielflügeliges fröhliches „Summsidibummsi“ und „Summserdibumms“ auf der Wiese. Obwohl alle Kinderlein einen Sehfehler hatten, freuten sich die Eltern, denn sie wussten immer genau wo ihre Kleinen gerade waren.

fa210214

Ein Kommentar zu „Märchentrilogie Teil 1

Hinterlasse einen Kommentar