Optimismus wäre aber schön

Optimismus wäre aber schön

Aus dem vergangenen Jahr für das neue Jahr Hoffnung zu schöpfen für das neue Jahr gelingt bei oberflächlicher Betrachtung kaum. Zu viele Krisen wurden nicht bewältigt oder sind neu aufgetreten, Corona, Klimawandel, kriegerische Auseinandersetzungen, Flüchtlinge, Naturkatastrophen, Waffen Exporte, der Brexit des Struwelpeters in England; Amerika, das versucht den vielen Probleme Herr zu werden, die eine Person von der Farbe, der Intelligenz und dem diplomatischen Geschick einer Orange verursacht hat und vieles andere. Das alles verschleiert den Blick und man muss schon etwas anders auf die Geschehnisse blicken, um zu erkennen, welche gewaltige Leistungen doch in der Gesellschaft, der Wissenschaft, der Medizin und der Politik abgelaufen sind, denn, sonst wäre es noch viel schlimmer gekommen. Teilschuld für den herrschenden Pessimismus gebe ich persönlich auch den Medien, denn Vieles wird negativ dargestellt, jede politische Entscheidung sofort kritisiert und jeder wissenschaftliche Vorschlag mit einem „Ja – Aber“ versehen. Wasser auf die Mühlen der querdenkenden Corona-Pandemie-Leugner (die gibt es immer noch), der kleingeistigen Maskengegner und der reflexionseingeschränkten Teile der Bevölkerung, die glauben, dass sie am Wochenende nur alleine auf die Idee kommen in der Rhön oder sonst wo Schlitten zu fahren. Und dann schreibt auch noch einer in den sozialen Medien: „Und die Polizisten, die auf der Skipiste kontrollieren, müssen wohl keine Maske tragen?“ NEIN, müssen sie nicht, möchte man denen entgegenschreien, und die sind auch nur da, weil du da gewesen bist, weil du mal wieder dein persönliches egozentrisches Verlangen über die Vernunft gestellt hast!

Wo bleibt bei all dem der Optimismus??

Der Optimismus bei mir wächst einerseits aus der nüchternen Betrachtung der eigenen Situation: mir geht es doch gut, ich muss nicht hungern, ich mache trotz allem viele Dinge, die mir Spaß machen, ich fühle mich einigermaßen gesund und die Familienstruktur ist ok. Andererseits hilft ein Blick in die nahe spannende Zukunft: die Impfkampagnen zu begleiten wird aufregend, noch ein wenig zu arbeiten – trotz Rente – und zu versuchen, die eigenen Zukunftspläne zu verwirklichen ist freudig erregend. Angst habe ich nur etwas für die Zeit nach allen Einschränkungen, vor den vielen Feiern, die nachgeholt werden sollen und vor den vielleicht, bis dahin nicht mehr gewöhnten, vielen permanenten Körperkontakten. Das alles wird die Terminkalender wieder schnell füllen.

Optimismus ist für mich eine Art innere Selbstverteidigung und steht auf der anderen Seite der Waagschale, in der die Krankheiten wie Corona, Ärgernisse und Wegsteine des Lebens liegen. Dadurch richtet sich die Waage wieder auf und schlägt zur Sonnenseite aus. Wenn du eine Rose betrachtest, kannst du die Blüte sehen oder die Dornen. Ein positiver Mensch hat viele Rosen im Garten; sie erfreuen seinen Blick. Trotzdem liegen die Dornen, die einen verletzen können, ganz nahe daneben.

Optimismus lässt dich aus deinen Erfahrungen lernen, auch wenn diese schmerzhaft waren und lässt dich Neues ausprobieren, Altes verändern und Wege aus Sackgassen finden. Optimisten haben zudem die Fähigkeit, andere Menschen mitzureißen und positiv einzustellen, auch wenn der steinige Weg mit vielen Skeptikern gesät ist.

Deine eigene Gesundheit profitiert vom Optimismus, vor allem die Psyche; man wird weniger krank, verfügt über ein höheres seelisches Wohlbefinden und gewinnt dadurch vielleicht auch eine höhere Lebenserwartung.

Der Optimismus wächst, noch mal ganz konkret, aus dem Erlebten. Das Jahr 2020 war nicht nur bestimmt durch Covid-19, sondern auch durch den Kampf dagegen, in dem unendlich viele Forscher, Ärzte, Schwestern und Pfleger hohe Bereitschaft und Leistung gezeigt haben. Es war ein Jahr mit organisierter Nachbarschaftshilfe und Solidarität untereinander. Ein Jahr der Besinnung auf das Wesentliche. Ein bisschen back to the roots. Einsatz zeigen nur Optimisten, weil die noch glauben, dass sich was verbessern lässt.

Optimisten sind einfach anziehend, denn sie sind im Gleichgewicht mit der Dankbarkeit für das Erlebte und der Demut vor den gewaltigen Aufgaben der Menschheit, die noch auf uns zukommen.

Uns muss klar sein: auf Mist wachsen die schönsten Blumen.

Also lasst uns mit Optimismus die Blüten der Rosen sehen.

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