Chronische Ohrknorpelvitalititis (Covit 20)

Chronische Ohrknorpelvitalititis (Covit 20)

Covid 19 gibt es jetzt schon seit etwa einem Jahr, aber Covit 20 ist eine neue pandemische Erkrankung und doch ist sie weltweit noch nicht ausreichend beschrieben. Ich habe sie bei meinen Untersuchungen gefunden und habe als Entdecker nun das Recht, dieser Krankheit einen prägnanten Namen zu geben, damit man jetzt und auch in der ewigen Zukunft weiß, wovon man redet. Und immer wird die Beschreibung mit mir verknüpft, so wie die seltenste neue Pflanze im Dschungel oder die winzige neuentdeckte rosa Beutelratte auch nach ihrem Entdecker benannt wird.

Erst war es mir gar nicht gleich aufgefallen, dafür kam das Licht aus dem verkehrten Winkel, aber nach einer kleinen Körperdrehung fiel mein Blick wie gebannt auf die Beiden. Sie wurden jetzt quasi von hinten beleuchtet und waren, das war das Faszinierende, sogar leicht durchscheinend trotz eines kleinen Geflechtes von roten Äderchen. Wie leicht hätte ich es schon früher entdecken können, ja müssen, denn Gelegenheiten dazu gab es genug. Aber es braucht halt immer ein zufällig anmutendes Zusammenfallen von verschiedenen Faktoren. Und wenn wirklich alles passt, dann kommt es, wie hier, zu einer großen wissenschaftlichen Entdeckung. Hier war es wirklich die Pandemie in Deutschland, welche Zeit und Muse schenkte, und jahreszeitlich bedingt der „black friday“ bei Mützel in Euerdorf. Es klingt banal, aber das muss erst einmal so zusammenkommen.

Da ich also Zeit hatte, fuhr ich nach Euerdorf, um mir wie gewohnt ein Schnäppchen zu angeln. Ich suchte verschiedene Klamotten in meiner passenden Größe aus und steuerte auf eine Umkleidekabine zu. Wegen der Pandemie musste eine Atemmaske getragen werden. Ich öffne den Vorhang, hänge die Hemden an den angebrachten Hacken und fange an mein Hemd aufzuknöpfen, um meine gesammelten Schätze anzuprobieren. Da erstarrt meine Bewegung, da erstarrt mein Blick im Spiegel und wie gesagt, nach einer kleinen Körperbewegung wird das schon fast krankhaft wirkende Ausmaß der Veränderung sichtbar. So, als hätte das Scheinwerferlicht nur darauf gewartet, lässt es die vorher weltweit noch nie beschriebenen Veränderung – ausgelöst durch Corona und die Pandemie – jetzt, ins rechte Licht gerückt, nahezu hyperplastisch sichtbar werden. Die „Lell-Ohren“.

Die „Lell-Ohren“, das haben meine weiteren Forschungen in dieser Sache ergeben, zeichnen sich aus durch ein akutes seitliches Wegstehen der Ohrmuschel zur Seite bis zu einem Winkel von 90 Grad und in schweren Fällen sogar darüber. Diese Erkrankung tritt vor allem bei den Menschen auf, deren Ohren zeitlebens nahe an der Schläfe standen und nun wie in einer abstrusen Verrenkung zur Seite stehen. Allerdings wurde dieser Zustand im Zusammenhang mit Corona noch nie beschrieben und scheint eine, immer häufiger auftretende, Spätfolge zu sein.

Die Erklärung für diese Erkrankung zeigt sich nach kurzem Nachdenken und unter Einbeziehung aller wissenschaftlichen Deutungen sehr schnell. Durch das häufige Tragen von Gesichtsmasken, deren Haltegummi um die Ohren geführt wird, leidet der Ohrknorpel in unerträglicher Art und Weise. Je nachdem wie fest der Gummizug eingestellt ist, werden die Ohren mehr oder weniger gebogen. Die Erkrankung ist erkennbar an dem beidseitigen Abstehen der Ohrmuscheln; gleichzeitig ist zu befürchten, dass durch den Gummizug die ohnehin nur mäßige Durchblutung des Knorpels weiter leidet und das Ohr insgesamt Schaden nimmt. Die weiteren Spätfolgen für die „Lell-Ohren“ können noch nicht genau beschrieben werden, da die Menge an Durchblutung mit der Dauer der Einschnürung exponentiell abnimmt. Möglicherweise kommt es dann zu einer heftigen Verfärbung der Ohren und der Verdacht liegt nahe, dass so ein Ohr dann nicht mehr zu retten sein wird.

Ich bin mir sicher, dass diese Entdeckung jetzt jede Menge Geld aus verschiedenen wissenschaftlichen Stiftungstöpfen für die weitere Erforschung des gemeinen „Lell-Ohres“ freisetzt. Bislang scheint schon sicher, dass Ohren, an denen in der Kindheit oft gezogen wurde, eine Art Resistenz entwickelt haben und somit nicht so anfällig für das „Lellen“ sind.

Wir dürfen auf weitere Ergebnisse gespannt sein. Sicherlich wird diese durchaus kontrovers diskutierte Krankheit auch bei den nächsten Querdenker-Demos auf Plakaten auftauchen: „Schluss mit den Lell-Ohren“ oder „Mein Lell-Ohr gehört mir“ oder „Lell-Ohr-Wahnsinn sofort stoppen“ und auf einem Plakat der politischen linken Seite würde stehen: „Lell-Ohren sind ekelhAFD“. Zur Beruhigung aller sei aber gesagt, dass inzwischen schon an einem Impfstoff gearbeitet wird, der die Immunität des Ohrknorpels lebenslang erhält. Da kann dann nichts mehr passieren.

Inzwischen wurde der wissenschaftliche Name der Erkrankung in die internationale Klassifikation (ICD10) der Krankheiten im Kapitel VIII (Erkrankungen des Ohres) aufgenommen mit dem Namen „Covit a 20“ „chronische Ohrknorpelvitalititis albina, entdeckt 2020“.

Ich bin mir sicher, man wird noch viel davon hören.

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Ein Kommentar zu „Chronische Ohrknorpelvitalititis (Covit 20)

  1. Ja dass die Ohren in dieser Zeit Schwerstarbeit leisten müssen ist mir in letzter Zeit auch aufgefallen. So klemme ich erst meine Brille hinter die Ohren, dann die Gummis der Mund-Nasen-Maske und außerdem meine langen dichten Haare. Da es jetzt auch recht kalt ist setze ich oft ein Mütze auf . Wenn ich dann in in ein Areal komme wo ich mich der Maske entledigen darf, ziehe ich diese dann schnell runter. Die Folge ist, die Ohren klappen nach vorn , die Brille bleibt am Gummiband hängen, die Haare fallen mir ins Gesicht, weil sie sich ja hinter den Ohren nicht mehr halten können, und die Mütze verrutscht. Toll.
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