Dar Wasserlöaser Säa
In unern Durf hats früher en Säa gawa und dan geits hoit nou. Es wor blos a Pfütscha, awer für uns warsch halt a richtiger Säa und vor allem a dar schüenste Säa, weil es wor weit breit der enziche. Dar wor a sou tief, dass du a do drin hättst dersauf könn, wenn da nit aufgepoast hast. Dar Söa war mitta im Durf gelache und rings drüm rüm warn di ganza Höif voul mit Hosaküh, Soi und Rindviecher. Bei uns hats ja früher kä Kanalisation gawa, also sen die ganze Dochrinne, dar Überlauf vo die Misthaufa und des wos die Küh produziert höm, also nit di Milich, nei dan Säa gelafa. Wenn a strenger Winter wor, hat er a Eisflächa koht und mir konnta da druf Schlittschuh gelaf oder äfach druf rüm ruetsch. Im Summer höm da zwä Schwän gewoht, die hatte a ächenes schwimmendes Hoisla und da sen sa abeds neigange. Für uns Kinner war dar Säa, also des groaßa Sudalouch a groaßer Spielplatz und hat uns agezoucha wie sust neas, also höm mir duet a viel vo unner Freizeit verbrocht. Mir höm geplanscht, sen gschwumma und getaucht und höm nach Herzenslust gspielt, a wenns gfährlich woar; weil es hat a Stella gawa wo mer gar nix mer hat stia könn. Vo uns hat noch känner schwimm könn, awer mir höm uns ümmer todesmutich neigewocht.
Uner Durf hat Wasserloasa kässa und dar Noma kühnt nit vo ungfähr, weil du gleich wässt, dass es do weit und breit kä Wasser geit. Weder en annere Säa, kä Flüssla und erscht racht kän Brünn.
Wos war des für a Fräd im Summer, wenn da Zeit hats und konnst a so an häßa Toch nei dann Wasser ghopf. Im Grunde genumma höm mir da uner ganze Freizeit verbracht. A Poor woan a ganz mutich, die höm versücht im Wasser üm dann Säa rümzulaffa. Wie gsocht, vuena a die Tröppa wu mer nei sen, höm mer nou stiah könn, weiter vuen links und rachts war des gar nix mer möglich. Da bist da in a Louch neigetrate und wurscht uf ämol total wag vom Fenster und känner hat mer wos vo dir gsahn. Wenn ich soch mir sen gelaffa, nacher ist des total überdriewa, weil es wor so a Morast do din, dass de kaum weiterkumma bist und es bei jedem Schriet gequakt hot. Monchmol sen a die Schuh äfoch din steckagebliewe. Des wor a mueds Arwet bis de die wieder geborche hats. Es waor nit ungfährlich, weil in dan Morast woan a Gloschirwa, Dosa, Stocheldroaht und annersch Gelump din, daswache warsch guat, wenn da Schu ohatst.
Des ölles hot uns awer nix ausgemacht, des war äfach uner Säa und mir höm da gspielt. Die Eltern höm immer gwüsst wu de woarscht, weil du hast halt ziemlich noch dara Suda gstunke und monchmal bist da dann darhäm mit en Wasserschlauch ogsprützt woan. Im Summer host du a viel mehr geroche, weil da des Wasser sou gegärt hat, awer es war schüa worm wenn mer nei is. Monchmol host da nocher dahäma a a schöne Trocht griecht, wenn du grod die bessere Kläder okhabt hast und die höm sou ach gstunke.
Die Forb vo unern Gewässer war zwüscha undurchsichtich bis dunkelgrau fast schwoz und für frömma Loit, also für Turista, war des scheinbar a gfährliche Sach wenn mer da din woar, und dass mir uns überhaupt do nei getraut höm. Mir woan zwor noch Klä, awer mir höm die fröma Loit in dann Glauwe gelasse, dass mir do a ganz gfährliches Abenteuer mocha. Mir häm dara gsocht, dass mir trotz dar Gfährlichkeit ganz a gor durch dann Säa laffa und dass do a scho mol a poor dersuffa sen, weil se des gemacht höm. Na höm mir gsacht, für zäa Pfennich täte mir des riskier und wenn sa eiverstana woan, sen mer losgelaffa. Es war nit gfährlich, mir höm ja ella Löcher gekennt, awer ziwschedurch sen mer a mol mit em ganze Koupf unergetaucht, sou als wenn mer jetz untergange sen und in dann Moment hätte die a sicher zwanzich Pfennich bezohlt. Nach en Moment sen mir wider aufgetaucht und höm ganz schwär gschnauft, sou als wenn mer die Luft ganz lang oghalte höm. Sou höm mir a nou a mueds Geeld verdient, a wenn mir nit reich woan sen.
Hoitzutoch geits dann Säa ümmer nou und es is immer nou a schüener Säa. Des Wasser hömsa gewechselt, jetz wird Brunnawasser neigepumpt und nix mer die Suda. Es sen a richtiche Fisch din und ich gläb, es geit sougor en Anglglub in dann Durf. Ich kumm nou oft da vorbei, weil wenn da Wasserloasa besüchst, kümmste unweigerlich do vorbei, weil dar ümmer no des Zentrum is. Nei döf ower känner mia, daswache is ach au Zau außer rüm. Und da hengt a a groaßes Schild und da stäat druf, dass es verbouta ist neuzugean.
Oh jeh, die Eltern hoitzutoch täta des gar nix mer aushalt, wenn die wüssta, dass ihr Kinner blos in dara Näh vo dann Säa rümlaffa; die täta sich nei die Hoasa moch. Und a nou nei dann Wasser gia, des wär ja a gsundheitlicher Supergau und die Angst wär groaß, dass die Kinner wie die Mugga starba, wenn sa blos mit dann Wasser in Berührung kumma.
Also uns hat des früher ächentlich nix ausgemacht. Ich hob sougor mer als än Schluck davor genumme und ich gläb es hat mir nix gschoad. Awer die änne soch sou und die anner sou.
fa201115
Ach Albin, wunderschön. Ja, früher hoat mehr kä sou ä gschiss gemocht mit uns kinner, heut is des anneschter. Unner Leut hatte gor ke Zeit, ständig noch uns Kallich zu gucke.
Bin jetzt a Oma und überbesorgt, weil ich Angst hob, dassere wos passiert.
Du und Silvia ja wohrscheinlich a, wenns um die klenne Edna geht, odder???
😄😄
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Der Dialekt hat Ähnlichkeit mit dem Sudetendeutschen,dadurch konnte ich den Text verstehen.Ja die Spiele der Kinder haben sich sehr verändert,auch das Verhalten der Eltern.
Schön, die Vergangenheit erlebbar zu destalten.
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