Analreflexion mit Zwiebelkuchen
Zuerst ist es nur ein leichtes Ziehen mit einem Rumpeln, dann kommt ein Glucksen dazu, so als wenn Blasen aufsteigen und an der Oberfläche zerplatzen, jetzt ein Moment Ruhe und du atmest entspannend aus. Aber dann kommt es gewaltig zurück. Ein Orkan fegt durch den Darm mit Windstärke 12, wirbelt, verkrampft, kneift und zieht von rechts oben im Bauch nach links und dann mit aller Macht und blubbernd nach unten Richtung Ausgang, wobei dieser den unmissverständlichen Befehl erhält, alles dicht zu machen. Du kannst dem Gespräch nicht mehr folgen, denn deine Konzentration hat schon auf Alarmstufe „Rot“ geschaltet. Schon früher hast du öfters heimlich versucht den Druck zu entlasten, indem du die Luft durch unmerkliches Heben der Pobacke ganz sachte abgelassen hast und dann so getan hast, als ob du es nicht gewesen bist. Zum Glück war hier und heute die Luft so und so noch von dem Zwiebelduft geschwängert. Aber etwas war anders, fühlt sich feucht an und dir war schlagartig klar, dass der Darm diesmal mit der Luft, notwendig zur Druckentlastung, nicht nur das Luftventil geöffnet hatte. Das Material hatte gefühlt die Konsistenz wie Apfelbrei, verteilte sich genüsslich zwischen den Pobacken und wurde auf einen Schlag unangenehm.
Wir haben einen Bekanntenkreis, mit dem wir uns jedes Jahr zum Federweißer Abend treffen. Der Zwiebel-Plootz ist immer selbst gemacht und dieses Jahr gab es roten und weißen Federweißer. Der Unterschied zu den Jahren davor war, dass du diesmal, weil er wirklich nur wie Saft schmeckte, in kurzer Zeit drei Gläser davon getrunken hattest.
Wenn man noch ofenwarmen Zwiebelkuchen zu sich nimmt und den mit Federweißer nach unten spült, ist das in etwa so, als wenn man in einem Chemielabor zwei hochreagible Essenzen zusammenmischt und dann eine Sekunde später eine explosive Reaktion beobachtet. So ähnlich musste der Darm gedacht haben, so dass er dem Schließmuskel, der sonst alles dichthält, diesmal missverständlich den Befehl gab, und auch nur ganz minikurz, wie ein Sicherheitsventil kurz auf „Öffnung“ zu stellen. Es ist ein kurzes matschiges und quartschiges Geräusch zu hören und du weißt in dem Augenblick sofort: das geht nicht mehr rückwärts. Du hast keine andere Möglichkeit, als direkt auf der Toilette zu verschwinden.
Du verziehst dich also, und bist froh, dass du nicht deine helle Hose anhast. Auf der Toilette, ziehst du Hose und Unterhose aus und siehst die Bescherung. Auch die sonst ideale
Schießer-Unterwäsche sieht mit solchen färbenden Materialansammlungen sehr unerfreulich aus. Du nimmst also die dort stehende edle Handwaschseife von Dove und fängst an dich zu waschen, dann die Hose erst in einem Waschbeckenbad zu tränken und auszuwaschen. Zum Glück hatte sich das Material noch nicht so fest in der Baumwollstruktur der Unterhose verankert, so dass die Entfernung eigentlich ganz gut gelingt. Ein Fön war nicht zu finden, es war ja auch die Gästetoilette. Deshalb bist du gezwungen, den frisch gewaschenen und ausgepressten Slip in die Tasche zu stecken und die Hose ohne Unterbuchse wieder hochzuziehen. Zurück auf dem Platz macht sich erst einmal wieder Erleichterung breit, aber dem Abend kannst du nichts mehr abgewinnen, denn, wie bei einem heranrollenden Zunami, kündigt sich schon die zweite Welle an. Schnell verabschiedest du dich mit deiner Frau, „also der Zwiebelplootz war wieder eine Offenbarung“, und strebst mit schnellsten Schritten deiner Wohnung entgegen. Deine Frau wollte noch bleiben, deshalb beichtest du dein Missgeschick, was sie erst einmal sehr erheitert.
„Ja und wie läuft es sich mit nacktem Hintern und mit nasser Unterhose in der Tasche?“, fragt sie.
„Ach weißt du, die Hose ist weg, die habe ich doch bei dir in die Handtasche gesteckt, gleich als ich zurückgekommen bin“, war meine Antwort, erleichtert, dass alles so glimpflich ausgegangen ist.
Sie schaut dich im Stehenbleiben merkwürdig an und sagt erschüttert: „Du bist aber lustig, ich habe doch gar keine Handtasche dabeigehabt“.
Da fängst du dann wirklich an blass zu werden, und das liegt jetzt gar nicht mehr an dem Druck im Unterbauch. Denn dir wird schlagartig klar, du bist ja kürzlich erst von der Reha zurückgekommen, und damit es keine Verwechslungen gibt, hatte deine Frau deine gesamte Unterwäsche mit kleinen Namensschildern versehen – mit Deinem Namen.
Am nächsten Tag bist du wieder der Nachbarin begegnet, die auch auf deiner Tischseite gesessen hatte. Als sie dich erblickt, rümpft sie unmerklich die Nase und ihr ein wenig unverständlicher und belustigter Blick drückt aus: „Sowas habe ich auch noch nie erlebt“. Du denkst „ich auch nicht“ und du bist dir auch sicher, die Gastgeberin hat das erfahren und du wirst sicherlich nie mehr dort eingeladen.
Drei Tage später lag die Unterhose, gewaschen und fein zusammengelegt in deinem Briefkasten und versprühte einen leichten erotischen Hauch von Lavendel. Es lag ein Zettel dabei auf dem stand:
Es ist gescheh´n du armer Tropf
Jetzt weinst du sicher bitt´re Tränen
Es ist doch klar, dass Menschen sich
Nach kleinen Pannen sehnen
Jetzt ging´s dir so
Und mir passiert es vielleicht Morgen
Ich erzähl´ es keiner Seele
Hilde – Deine Nachbarin
Mach dir keine Sorgen
fa311020
Kleine „Scherzgeschichte“ Albin, oder?????😄😄😄
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Danke mein lieber Albin fuer dieses Beitrag! You just made my day! Sowas Lustiges (und ja, frau kennt solche Situationen en detail!) habe ich heute morgen gebraucht. Ich bekomme das Grinsen nicht mehr aus meinem Gesicht! Danke nochmals!
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