Maskenpflicht

Maskenpflicht

Ja, jetzt sind wir soweit. Das Tragen von Gesichtsmasken ist empfohlen und in Teilbereichen unseres Lebens Pflicht. Wieder eine Einschränkung der persönlichen Freiheit denken so manche und werden dabei ganz wütend. Aber vergessen wir nicht: Eine solche Empfehlung oder Anweisung kommt ja nicht einfach so, sondern sie lässt sich, wie die meisten Aktionen zur Zeit, sehr gut begründen.

Mich stört das Tragen einer Maske nicht, aber auch ich muss mich daran im täglichen Leben gewöhnen. Früher als ich noch im Krankenhaus gearbeitet habe, hatten wir Operationen die über 8 Stunden dauerten. Da konnte auch keiner die Maske abnehmen, geschweige denn essen oder aufs Klo gehen. Danach die Maske abzunehmen war natürlich eine Wohltat.

Bei meiner jetzigen Arbeit als Praxisvertreter trage ich in der Praxis und bei den Hausbesuchen auch permanent die Maske. Es ist nur ungewohnt, dass dies jetzt auch die Patienten tun. Das führt auch wieder zu ungewohnten Situationen. Der Patient sitzt vor mir, ich sehe nur die Augen, kurzer Haarschnitt und ich kenne nur den Nachnahmen. „Guten Tag Herr Müller“ beginne ich unser Gespräch, weil unbewusst die Merkmale „männlich“ dominierten. „Äähh, Frau Müller“ antwortete sie, jedoch nicht entrüstet, da auch sie weiß, dass es halt mit Maske schwieriger ist, jemanden zu erkennen.

Die Physiognomie des Gesichtes ist für mich neben der Körperform und dem Gangbild ein wichtiges Erkennungsmerkmal; dann kommt natürlich noch die Sprache dazu. Es dauert jetzt Millisekunden länger, auch wenn man selber angesprochen wird. „Na, auch beim Einkaufen?“ „Ja, klar, ach so, du bist es!“ Man schaut jetzt anders hin und die Augen werden mehr beachtet. Viele Menschen haben so schöne Augen. Wie gut, dass man jetzt da mehr und länger hinschauen kann. Noch trägt jeder irgendeine Maske, aber es wird nicht lange dauern, dann werden bestimmte „labels“ ihre eigenen Masken entwickeln und es wird „in“ sein, genau diese Maske zu tragen. Dann werden wiederum die Augen gar nicht mehr so auffallen.

Viele Menschen sind ohnehin an Masken gewöhnt und gehen sogar damit ins Bett. Feuchtigkeitsmaske, Heilerdemaske, Hydrogelmaske, Paraffin-, Reinigungs- und Peelingmaske, Gurkenmaske und viele andere Arten von Masken werden regelmäßig getragen, auch von Männern! Vielleicht entwickelt sich auch hier eine Industrie: nach außen Gesichtsschutz und nach innen Peeling oder Gurkenextrakt.

Auch an Fasching ist man an Masken gewöhnt. In Kitzingen gibt es ein Fasnachtsmuseum, in dem Masken aus den letzten Jahrhunderten ausgestellt sind. Masken gibt es also schon sehr lange und diese wurden natürlich freiwillig getragen, und bestanden oft aus Holz oder Leder. Da beschwerte sich niemand darüber. Die Masken, die es jetzt gibt, sind doch vergleichsweise leicht und angenehm zu tragen.

Nein, mir macht eine Maske gar nichts aus, auch wenn ich Brillenträger bin und meine Brille beschlägt, wenn die Maske nicht richtig sitzt. Das größere Problem wird sein, eine solche immer dabei zu haben. Aber nach einer gewissen Zeit sind wir es gewohnt und werden diejenigen argwöhnisch betrachten, die keine Maske tragen. Das wird dann schon fast als Körperverletzung betrachtet werden, wenn man von so jemandem mit Feuchtigkeitsgeschossen angeatmet wird.

Also: Masken auf und mehr in die Augen schauen!

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